Die Sparkassen-Filiale in Truchtelfingen ist eine der Niederlassungen, die schließen. (Archiv-Foto) Foto: Roth

Bereits wegen Corona geschlossene Geschäftsstellen in Balingen und Albstadt bleiben dauerhaft zu.

Die Gremien der Sparkasse Zollernalb haben die dauerhafte Schließung von vier Geschäftsstellen in Balingen und Albstadt beschlossen.

Zollernalbkreis - Betroffen sind die Sparkassen-Standorte in Balingen (Stettiner Straße), in Laufen (Balinger Straße), in Truchtelfingen (Rathausplatz) und in Ebingen (Friedrich-List-Straße). Diese vier Geschäftsstellen wurden bereits corona-bedingt geschlossen und werden nicht mehr geöffnet, auch wenn der landesweite Lockdown beendet wird.

Vielseichtige Gründe für Schließung

Die Selbstbedienungsgeräte in den nun zu schließenden Filialen bleiben bis auf Weiteres verfügbar. An den Standorten Schmiden in Balingen, Truchtelfingen und Ebingen werde derzeit geprüft, ob und wo neue Standorte für Geldausgabeautomaten dauerhaft möglich seien, teilt die Sparkasse mit.

Die Gründe für die Schließung seien vielschichtig, so das Geldinstitut: "Wir beobachten seit langem eine gravierende Veränderung des Kundenverhaltens. Unsere Kundinnen und Kunden suchen die Filialen immer seltener auf und nutzen mittlerweile in erheblichem Umfang unser digitales Dienstleistungsangebot im Internet oder per App", erklärt Markus Schmid, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Zollernalb.

Die Geschäftsstellen der Sparkasse werden daher regelmäßig anhand verschiedener Kriterien, insbesondere der Kundenfrequenz, analysiert und bewertet. Insgesamt lasse die Nutzung der Kassen in den Geschäftsstellen stetig nach. Seit 2019 schrumpfte die Zahl der Kassenposten in den Filialen um ein Drittel. Auch die SB-Terminals wurden im gleichen Zeitraum um zehn Prozent weniger genutzt. Parallel steige die Bezahlung per Karte und Handy, zum Beispiel mit ApplePay, rasant an. Markus Schmid: "Der Anteil von Kartenzahlungen im stationären Handel hat 2019 erstmals die 50 Prozent überschritten." Seit 2018 steigen demnach die bargeldlosen Transaktionen pro Jahr im Schnitt um 22 Prozent – in den Jahren zuvor waren es lediglich sechs Prozent. Das lässt die Nutzung der Geldausgabeautomaten konstant zurückgehen. "Die Corona-Krise beschleunigt diese Entwicklung enorm", stellt Schmid klar. Die Corona-Krise sei aber nicht der Grund, jetzt das Filialnetz zu straffen. Ganz wesentlich sei, dass einfache Bankgeschäfte mehr und mehr im Internet oder am Telefon erledigt werden. Die Geschäftsstellen verlören daher einerseits an Bedeutung.

Vielfach erreichbar

"Wenn unsere Kundinnen und Kunden aber andererseits in unsere Geschäftsstellen kommen, erwarten sie zu Recht eine kompetente Beratung zu allen Finanzthemen", erklärt Schmid. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, hatte die Sparkasse Zollernalb bereits im Sommer 2020 zehn Finanz-Center geschaffen. Um komplexe Finanzfragen umfassend klären zu können, sind dort Spezialisten gebündelt, "die im Übrigen auf Wunsch gerne zu unseren Kunden zur Beratung nach Hause kommen", so Schmid.

Das Filialnetz ist nach seinen Angaben auch künftig das Rückgrat der Sparkasse: "Wir bleiben in der Fläche präsent, forcieren die Beratungsqualität und bieten attraktive Arbeitsplätze", betont Schmid. Gleichzeitig komme die Sparkasse dem wachsenden Wunsch vieler Kundinnen und Kunden nach digitalen Finanzdienstleistungen und möglichst vielen Kontaktmöglichkeiten weiter nach. Markus Schmid weist auf die inzwischen vielfältigen Wege hin: "Sie erreichen uns persönlich in jeder Geschäftsstelle. Durch unsere Neustruktur können unsere Berater jeden Kunden, egal wo er im Zollernalbkreis wohnt, Service-Leistungen und allgemeine Finanzberatung in jeder unserer Geschäftsstellen anbieten. Dazu ist unsere Digitale Geschäftsstelle telefonisch unter 07433/13-0 für alle Fragen montags bis freitags erreichbar, von 8 bis 20 Uhr. Dort kann man für komplexe Finanzfragen jederzeit Termine mit den Spezialisten in den Finanz-Centern vereinbaren. Und das Online-Banking und unsere Sparkassen-App stehen zudem rund um die Uhr zur Verfügung."

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