Verkäuferin Lena Günther und Inhaber Benjamin Bonk freuen sich über zahlreiche Kunden in Aistaig. Foto: Hezel

Mit den „Brothandwerkern“ ist in Aistaig ein neuer Bäcker eingezogen. Geschäftsführer Benjamin Bonk berichtet im Gespräch mit unserer Redaktion, wie der aktuelle Personalmangel auch sie trifft und warum die Filiale dennoch übernommen werden konnte.

Nachdem die Bäckerei Geiger ihre Filiale in Aistaig geschlossen hatte, sei der Wunsch der Bürger, dass wieder eine Bäckerei in die leerstehende Filiale einzieht, groß gewesen, berichtet Benjamin Bonk, gemeinsam mit Sebastian Gaux Geschäftsführer der „Brothandwerker“, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir haben die gute Lage gesehen und die Chance genutzt“, erklärt Bonk die Beweggründe zur Übernahme.

 

Kapazitäten noch ausreichend

Die Landbäckerei Geiger hat zum Ende vergangenen Jahres den Insolvenz-Kampf verloren. Corona-Einbußen, gestiegene Kosten und Personalprobleme nannte Bäckermeister Ralf Geiger gegenüber unserer Redaktion als Gründe für die Schieflage.

Mitte Dezember zogen die „Brothandwerker“ schließlich in die Filiale in der Mafellstraße ein. Die Herausforderung in der Branche, gutes Personal zu finden, sei auch für sie spürbar, räumt Bonk ein. „Gute Bäcker zu finden ist zurzeit sehr schwer.“

Doch seien die Kapazitäten der Produktion mit insgesamt sechs Bäckern für die zusätzliche Filiale in Aistaig noch ausreichend gewesen. „Wir haben auch mal für Edeka produziert und dabei mehr hergestellt als jetzt – es geht also“, versichert Bonk. Lediglich Verkaufspersonal habe aufgestockt werden müssen. Dabei handelt es sich um ein recht junges Unternehmen. Erst seit 2022 gibt es die „Brothandwerker“, die mit einer Filiale in Sulz starteten und inzwischen mit mehr als zehn Filialen in und außerhalb des Landkreises vertreten sind. Im Juli 2023 wurde zudem bereits die „’s Backkörble“-Filiale in Hochmössingen übernommen.

Vorerst keine weitere Filiale

Die Eröffnung zusätzlicher Filialen sei nun vorerst nicht geplant. „Wir wollen nicht zu schnell expandieren, weil dann die Gefahr groß ist, dass die Qualität sinkt, und das wollen wir nicht“, so Bonk.

Das Konzept der „Brothandwerker“ basiere, wie der Name schon sagt, auf dem Handwerk, darauf, dass wie ursprünglich gebacken werde – ohne Zusätze, rein natürlich, beschreibt Bonk. „Die Leute merken es schon und schätzen die lange Teigführung, die wir machen. Wir lassen uns Zeit.“ Das hebe sie von der Konkurrenz ab, meint Bonk.

Glückliche Lage

Ein Vorteil für die Suche von Fachkräften sei, dass man nicht nachts backen müsse. „Wir produzieren überwiegend tagsüber. Das haben wir so getaktet“, erklärt der Inhaber.

Die Nachfrage seit der Eröffnung der Filiale Mitte Dezember entspreche den Erwartungen. Die Entscheidung zur Übernahme war also offenbar die richtige. Seinem Gefühl nach habe man auch schon ein paar Stammkunden, so Bonk.