Kritisiert wurde unter anderem, dass zur Pressekonferenz weder Landrat Riegger noch die stark betroffenen Bürgermeister aus Bad Wildbad, Höfen und Schömberg hinzugezogen wurden. Foto: Parage

Bad Wildbader SPD-Fraktionsvorsitzender schreibt an die Landräte Riegger und Rosenau.

Bad Wildbad/Birkenfeld - In einem Schreiben an die Landräte des Kreises Calw, Helmut Riegger, und des Enzkreises, Bastian Rosenau, möchte Bruno Knöller als Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion Bad Wildbad seine "tiefe Besorgnis und meine Kritik am Umgang der Firma Müller Fleisch, aber auch des Landratsamtes Enzkreis mit den Infektionen im Zusammenhang mit den Vorfällen in der Firma Müller-Fleisch in Birkenfeld auch öffentlich zum Ausdruck bringen".

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Ganz abgesehen davon, dass die Informationspolitik des Landratsamtes Enzkreis über Daten und Zahlen im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise, im Gegensatz zur Informationspolitik des Landratsamtes Calw und fast aller anderen Landkreise, sehr verbesserungsbedürftig sei, "scheinen die Ämter des Enzkreises die Angelegenheit nur unzureichend im Griff zu haben", vermutet Knöller.

Betrieb läuft trotz Corona-Ausbruch weiter

Das habe schon damit begonnen, "dass anfangs sogar der Name des Unternehmens und der Art der Lebensmittel-Produktion verschwiegen und die Situation verharmlost" worden sei, mit dem Hinweis, dass man sehr gut mit dem Unternehmen kooperiere, "was nachweislich nicht der Fall war".

Namen lange nicht bekannt

Schließlich seien lange Zeit noch nicht einmal die Namen und Wohnorte der Beschäftigten bekannt gewesen.

Knöller teile die Auffassung des Höfener Bürgermeisters Heiko Stieringer und die anfängliche Position des Bad Wildbader Bürgermeisters Klaus Mack, "dass ein Weiterbetrieb des Unternehmens für die in Birkenfeld Beschäftigten und auch die Einwohner in Teilen des Kreises Calw, beispielsweise in Bad Wildbad, Höfen und Schömberg, eine nicht hinnehmbare hohe Gefährdung darstellt". Es sei den Ortspolizeibehörden sehr wohl zuzumuten, die Quarantäne-Bestimmungen und den öffentlichen Nahverkehr verstärkt zu überprüfen.

Knöller äußert auch Zweifel daran, dass die Zusammenarbeit mit dem Kreis Calw jetzt besser funktioniere. Wie sonst sei es zu erklären, dass das Landratsamt Enzkreis zur Pressekonferenz weder Landrat Riegger noch die stark betroffenen Bürgermeister aus Bad Wildbad, Höfen und Schömberg hinzugezogen hat, also von Orten, "in denen Hunderte von Müller-Beschäftigten unter teilweise hygienisch erbärmlichen und bedenklichen Zuständen ihr Dasein fristen?".

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