Olga Starodubov wertet PCR-Tests aus. Das Testzentrum in der Kaserne hat ein eigenes PCR-Diagnosegerät. Foto: Lück

Schock für viele Bürger: Die Zahlen der positiv getesteten Menschen explodiert von Tag zu Tag. Labore befürchten schon, dass sie mit den PCR-Tests nicht mehr hinterher kommen. Muss man auch in Horb Sorge vor einem Test-Mangel haben?

Horb - Die Laborkapazitäten für PCR-Tests werden langsam knapp. Das sagte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, der "Rheinischen Post". Es sei zu befürchten, dass es für Betroffene bald schwierig werden könnte, sich aus der Quarantäne per PCR freizutesten ohne lange auf das Testergebnis zu warten.

 

PCR-Ergebnis wird noch am gleichen Tag geliefert

Wird es auch in Horb knapp? "Nein", sagt Hermann Walz, Geschäftsführer der HWC. Gestartet als Intensiv-Pflegedienst für Beatmungspatienten, hat die HWC inzwischen vier Schnelltestzentren – drei als Betreiber sowie ein eigenes. Walz: "Wir brauchen für den PCR-Test kein Labor. Das Auswertungsgerät steht bei uns! Damit können wir die Ergebnisse der PCR-Tests garantiert taggleich übermitteln."

Weite Anreisen für PCR-Tests in Horb

Heißt: Morgens abgestrichen, ein paar Stunden später kommt das Ergebnis. Walz: "Damit bin ich in der Region das einzige Testzentrum, welches solch ein eigenes PCR-Testauswertungs-Gerät hat. Die Nachfrage der Kunden ist sehr groß. Kürzlich war eine Frau mit ihrem Kind aus Sankt Georgen bei mir. Es kommen Kunden aus dem Zollern-Alb-Kreis, Nagold oder dem Kreis Tübingen."

Kein Wunder. Denn durch die eigene Auswertung und die Öffnungszeiten des Testzentrums von Montag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr und Sonntag von 16 bis 19 Uhr können die Menschen kurzfristig ein PCR-Testergebnis zeitig "klar machen".

Walz: "Zwischen den Feiertagen hatten wir jede Menge Menschen, die sich den PCR-Test für ihre Reisen bei uns geholt haben. Am letzten Wochenende hatten wir eine Dame, die brauchte einen PCR-Test für den Krankenhausbesuch. Die war glücklich, dass sie das Ergebnis bei uns so schnell bekommen hat."

PCR-Priorisierung ist nicht geplant

Noch ein Vorteil des Blitz-PCR-Ergebnisses: Man muss keine Angst vor der Priorisierung haben. Denn: Aufgrund der knapp werdenden Labor-Kapazitäten schlagen die ersten Politiker schon vor, dass nur medizinisch notwendige Tests – beispielsweise für Medizinpersonal oder Menschen mit Symptomen – schnell von den Labors abgearbeitet werden. Alle andere müssen warten. Dafür muss der PCR-Test bei HWC derzeit noch aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

HWC-Geschäftsführer Walz: "Ich bin gerne bereit, auch bei medizinisch notwendige PCR-Tests mit anzupacken. Das hängt davon ab, ob diese Kosten dann von anderer Seite übernommen werden. Ich hoffe, dass ich dort bald Erfolg habe."

Und wie sieht es im Testzentrum in der Markthalle aus? Karin Hinger: "Unser Labor ›arminlabs‹ in Augsburg hat sehr gut vorgesorgt und noch ausreichend Kapazitäten frei. In Kürze werden dort auch alle Proben direkt auf Omikron untersucht, und es muss keine zweite Probe für die Virusvarianten-Bestimmung abgenommen werden. Arminlabs hat sich dafür extra eine sogenannte Multiplex angeschafft, die über fünf Kanäle die Probe auswertet. Der Befundversand der PCR-Ergebnisse erfolgt immer am nächsten Tag als verschlüsselte Mail, vom Labor direkt an den Patienten oder Kunden."

Hinger: "Schnelltests haben wir genügend"

Und wie sieht es mit dem Schnelltest-Vorrat aus? Hinger sagt: "Schnelltests haben wir genügend. Unsere Schnelltests wurden sogar vor Kurzem vom Paul-Ehrlich-Institut überprüft auf Sensitivität und Omikron-Erkennung. Wir haben dabei sehr gut abgeschnitten. Nach wie vor verwenden wir die sogenannten Popeltests und für Kinder oder die, die es wünschen, haben wir auch immer Lollitests da."

Hermann Walz: "Wir haben keinerlei Nachschubprobleme bei den von uns verwendeten Spucktests. Wir bekommen zusätzlich immer wieder Angebote von Händlern, die uns diese Tests anbieten. Es scheint genügend Material auf dem Markt zu geben." Carsten Müller, Testzentrum Bahnhof (öffnet an diesem Freitag): "Mein Kooperationspartner hat genügend Tests auf Lager."

Info: Schulen und Kitas gut versorgt

"Sowohl von den Tests aus der Landeslieferung als auch den seitens der Stadt beschafften Tests sind genügend auf Vorrat, momentan etwa 51 000 Stück", teilt Stadtsprecherin Inge Weber auf Anfrage mit. Die Stadt werde laufend vom Land beliefert und bestelle auch regelmäßig selbst Tests. Die Stadt gibt deshalb Entwarnung: "Bislang haben wir keine Probleme mit dem Nachschub", heißt es von Weber. Bei dreimaligem Test in der Woche würden etwa 7500 Tests in den Schulen und etwa 1900 Tests in den Kitas pro Woche verbraucht. In Wochen wie nach den Ferien, in denen die Schüler täglich getestet wurden, werde entsprechend mehr verbraucht. Die Tests für die Schulen sowie für das Kita-Personal würden vom Land bestellt und an die Stadt geliefert, "wir verteilen diese nur weiter an die Schulen". Allerdings: "Die Tests für die Kinder in den Kindertageseinrichtungen bestellt die Stadt Horb selbst." Auch die Leiter von Real- und Gemeinschaftsschule sowie dem Horber Gymnasium bestätigen unisono: "Wir sind gut versorgt." Die Tests auf Lager würden noch für mehrere Wochen reichen. Engpässe habe es seit Beginn der Tests (März 2021) noch nie gegeben.