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Albstadt Rollende Bühne ist riesen Erfolg

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In allen Albstädter Stadtteilen (außer Burgfelden) machte die rollende Bühne halt. Hier: Die neue Mitte in Tailfingen Foto: Nölke

Albstadt - In diesem Jahr sind Großveranstaltungen wie Konzerte im herkömmlichen Sinn nicht erlaubt; reihenweise werden Konzerte abgesagt. Die Band Südlich von Stuttgart ist kreativ geworden und tourte am Samstag dennoch durch Albstadt – auf einem Truck und mit reichlich Abstand.

Normalerweise mögen es Musiker, wenn sich das Publikum nah um die Bühne schart. Bei den insgesamt acht Konzerten, welche die Coverband "Südlich von Stuttgart" an verschiedenen Orten am Samstag im Albstädter Stadtgebiet gegeben hat, versammelten sich die Zuhörer in Kleingruppen in einem weiten Radius um die Bühne – denn das war aufgrund der Coronaverordnung Vorschrift. Das Ensemble betrat zum ersten Mal seit März wieder eine Bühne – allerdings stand diese auf Rädern. Die Veranstaltungstechniker von "Sound Light and More" um Matthias Raible bauten auf einen Tieflader der Firma Korn-Recycling eine Bühne, die dessen Chef persönlich, Alexander Korn durch die Stadt chauffierte. Martin Brauns Team von "BeSave" schaute, dass das riesige Fahrzeug sicher an Ort und Stelle kommt und dass die Gäste im Publikum trotz ausgelassener Stimmung nicht übermütig werden und gegen die Corona-Regeln verstoßen.

Lautstarke Musik kündigte Konzert an

In jedem Albstädter Stadtteil – bis auf Burgfelden, denn da ist es für den Truck zu beengt – gab "Südlich von Stuttgart" ein halbstündiges Konzert an einem zentralen Ort. Wann der Bühnentruck wo steht, war vorher nicht bekannt – einzig allein die gigantischen Lautsprecher, aus denen Musik den Ort beschallte, kündigten das jeweilige Konzert im Stadtteil an.

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Los ging es bereits nachmittags auf dem Kurt-Georg-Kiesinger Platz in der Ebinger Ortsmitte. Viele Schaulustige scharten sich um die Bühne und lauschten den bekannten Pop- und Rockklassikern, die Sängerin Annette Kienzle gemeinsam mit Gaststar Cherry Gehring von der Pop-Gruppe Pur sangen. Die Freude, wieder vor Publikum spielen zu dürfen, war auch den anderen Musikern ins Gesicht geschrieben: Christian Baumgärtner am Schlagzeug, Ralf Gugel, der ebenfalls wie Patric Menger Gitarre spielt und auch singt, Johannes Killinger am Bass und Alexander Wolpert am Keyboard. "Das ist ein super Gefühl endlich wieder auf der Bühne zu stehen", sagt Christian Baumgärtner und auch Annette Kienzle hat das Musikmachen während der strengen Kontaktbeschränkungen sehr vermisst: "Das kennt keiner von uns, dass man so lange nicht spielt."

Enge Bindung trotz ausreichend Abstand

Die Band bewies, dass Publikumsinteraktion durchaus auch auf Distanz geht. Auch wenn das Publikum –­ an allen acht Stationen durften es durchaus um die 100 Zuhörer gewesen sein – auf dem ganzen Platz verteilt stand und viele auch von der anderen Straßenseiten den Liedern lauschten, bestand eine enge Bindung zwischen den Zuhörern und der Band: Das Publikum klatschte mit, tanzte, sprang, sang mit und jubelte den Musikern zu, die innerhalb kürzester Zeit eine Tour auf die Beine gestellt hat, die Albstadt so noch nie gesehen hat. Denn nicht nur die Art des Konzertes, sondern auch Live-Musik an sich, sind derzeit eine Seltenheit. Daher war die Freude nicht nur bei den Musikern groß – auch manch Gast wirkte musikalisch ausgehungert und froh, endlich wieder ein Konzert live verfolgen zu können. Dank einiger Sponsoren war es überhaupt möglich eine solch aufwändige Tour überhaupt erst kostenlos für alle Zuhörer auf die Beine stellen zu können.

Nach einer halben Stunde verabschiedete sich die Coverband vom Publikum im jeweiligen Stadtteil. Doch manche hatten noch nicht genug und folgten der mobilen Bühne zur nächsten Station in den Nachbarort. Keines der acht Konzerte glich dem anderen – das Repertoire der Band ist unerschöpflich. Einige Knaller, beliebte Evergreens der Pop- und Rockmusik wie "Ein hoch auf uns" von Andreas Bourani, "Sweet Home Alabama" von Lynard Skynard und "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen spielten die Alleskönner an mehreren Stationen. Cherry Gehring und Annette Kienzle flirteten mit dem Publikum, wussten zu jedem Hit etwas zu erzählen, wirkten wie beflügelt von ihrem ersten Livekonzert seit Monaten.

Die mit Abstand beste Tour in der Region

Die Band tauchte bewusst nur mit einer akustischen Anmeldung im Ort auf. Auch wenn sich jede Band ein großes Publikum wünscht – zu viele Zuhörer durften sich dann doch nicht um die mobile Bühne scharen. Auch wenn die Resonanz überwältigend war – der Abstand zu anderen Menschen wurde weitestgehend gewahrt. Bei vielen hat es sich rumgesprochen, wo die Band als nächstes Station macht, andere wurden von der Musik, die oft den ganzen Ort erfüllte, angelockt und gesellten sich spontan dazu. Manche Gäste zelebrierten das Konzert regelrecht – brachten Sitzgelegenheiten und ein kühles Getränk mit.

Zwar spielten "Südlich von Stuttgart" in jedem der Ortsteile jeweils nur fünf bis sechs Lieder, doch am Ende des Tages, als sie nach Stationen in Ebingen, Truchtelfingen, Tailfingen, Onstmettingen, Pfeffingen, Margrethausen und Laufen ihre mobile Bühne in Lautlingen abstellten, waren die sieben Musiker glücklich, aber ganz schön geschafft – schließlich haben sie insgesamt vier Stunden lang gesungen, getanzt, gespielt und sich von der Menge feiern lassen. Und damit vermutlich die in diesem chaotischen Corona-Jahr 2020 die mit Abstand beste Tour in der Region gespielt.

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