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Albstadt Adele kann noch etwas lernen

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Lisa Livingston glänzte auf der offenen Bühne mit Humor, Witz, Charme und ihrer grandiosen Stimme. Fotos: Eyrich Foto: Schwarzwälder Bote

Wenn die Bühne im "Juwel" offen steht, passiert manche Überraschung: Zwei von der Sorte durften die Gäste beim jüngsten "Open Stage"-Abend im größten Wohnzimmer Albstadts erleben – erst die Lehrerin, dann die Schülerin.

Albstadt-Margrethausen. "Wie eine amerikanische Opernsängerin in die bedeutungsvollste Ecke Deutschlands, die Schwäbische Alb, gekommen ist und in deren bedeutungsvollste Stadt, ›Alb-Stadt‹ – das will sie coram publico erzählen. Lisa Livingston tut es mit Liedern zum Thema "My Way to Albstadt" und mit jeder Menge komischem Talent, wie sich herausstellt: "My Way" von Frank Sinatra hat sie dafür umgetextet und lässt die Leute an der Bar über sie und ihren Akzent reden. Sie erzählt von ihrer Lieblings-Opernpartie, Madame Butterfly, für die sie sich jeden Abend stundenlang klein machen musste mit ihrer "Basketballer-Größe". Erfolgreich, wohl gemerkt: "Die Leute mussten beim Applaus aufstehen, um mich sehen zu können", erzählt sie lachend und schmettert die Puccini-Arie dazu.

"I Wish I Was A Popsong And Not An Opera" folgt auf dem Fuße mit nur einer Messerspitze "Nessun Dorma" darin. So gesehen ist sie richtig in Albstadt, denn dort gibt Lisa Livingston an der Musik- und Kunstschule ihr großes Können auch an viele Popsängerinnen weiter, und es stört sie längst nicht mehr, dass USA-Besucher die Leute aus ihrem Heimatland für oberflächlich halten: "Ich bin 1,83 Meter groß, wiege mehrere Kilos – ich biete einfach viel Oberfläche an", ruft die gebürtige Kalifornierin ihrem gut gelaunten Publikum zu.

Noch viel größer ist ihre Stimme, die Lisa Livingston von höchsten Sopran-Höhen bis zu tiefsten Bass-Tiefen souverän einsetzt. Und wandlungsfähig, mit komödiantischen Färbungen, die im Lied "I Hate To Be Nice" schillernd funkeln, ebenso wie bei ihrer Eigenkreation "Fallen Apart, Piece By Piece": Der Song über den stückweisen Verfall ihres Körpers ist der Sängerin, die in der Wüste aufwuchs, beim Schneeschippen auf der Alb eingefallen.

Ihr letztes Lied widmet die große Komödiantin und Chanteuse ihrer Kollegin Adele, von der man es als "Skyfall", einen Bond-Titelsong, kennt: "Sie soll endlich berühmt werden mit Hilfe meiner Textverbesserung", sagt Lisa Livingston augenzwinkernd und schmettert dann von Herzen: "Das ist nun das Ende, ich will mich nicht mehr verschwenden, an Menschen, die mich nicht zu schätzen wissen, jetzt steh’ ich hier und singe für ein kaltes Bier! Lasst den Beifall für meinen Auftritt explodieren, lasst die Bühne erstrahlen heute Nacht."

Publikum und Bühne im "Juwel", dem Trödelladen mit Bistro, tun, wie ihnen geheißen, zumal die Show knüllerverdächtig weitergeht: Sarah Adelmann gehört zur talentierten Gruppe von Lisa Livingstons Gesangsschülerinnen und macht zur Gitarre deutlich, dass sie die Lehrjahre hinter sich lassen kann: Mal kräftig und mal zart, mal rauchig und mal poetisch singt sie von "Bad Dreams" – eine Eigenkomposition, die auch viel über ihren Sinn für musikalische Dramaturgie verrät, und in ihrer zweiten Muttersprache, Spanisch, von jenem bisschen mehr an Kälte, das eine zerbrochene Liebesbeziehung mit sich bringt.

Verletzlich, sehnsuchtsvoll und einfach wunderschön interpretiert sie "Always Remember Us This Way" von Lady Gaga und noch gut eine Handvoll weiterer Stücke, für die das Kommen sich gelohnt hat für die vielen, genussvoll lauschenden Zuhörer.

Welch schöne Überraschungen man an einem kalten Herbstabend vor einer offenen Bühne doch erleben kann!

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Karina Eyrich

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