Marc Herter, Sven Schairer, Steffen Conzelmann und Jens Wilberg (von links) von „Albside“ sind stolz darauf, in Albstadt ein so anspruchsvolles Rennen mit vier Strecken und der Möglichkeit, ITRA- und UTMB-Punkte zu sammeln, bieten zu können. Foto: Karina Eyrich

Was als Volkslauf 2023 gestartet war, bekommt eine neue, harte Variante: „Albside – Up the Hill“ am Samstag, 27. April, bietet diesmal auch eine 26 Kilometer lange Strecke, die es gehörig in sich hat. Und das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange.

26 Kilometer – für geübte Läufer wäre das ein Kinderspiel. Hätte die neue Strecke, die sich bei der zweiten Auflage der Läufe „Albside – Up the Hill“ zur Fünf- und Zehn-Kilometer-Strecke dazugesellt, nicht 12500 anspruchsvolle Höhenmeter. „Das ist ein Streckenprofil, für das man normalerweise in die Alpen fahren müsste“, erklären Sven Schairer, Marc Herter, Steffen Conzelmann und Jens Wilberg vom 2015 gegründeten Verein „Albside – Running, Racing, OCR“ – das englische Kürzel steht für Hindernislauf.

 

Die UTH25-Strecke hat es in sich. Foto: Albside

Die Hindernisse beim „Up the Hill“ (UTH) – zu deutsch: den Hügel hinauf – sind der 964 Meter hohe Heersberg, der Böllat, die Schalksburg und das Felsenmeer als höchste Erhebungen auf der neuen Strecke, die zu 46 Prozent auf Trails, zu 42 Prozent auf Schotterwegen und nur zu zwölf Prozent auf Asphalt verläuft. Dass sie es geschafft haben, befahrene Straßen weitgehend auszusparen, darauf sind die Streckensucher auch ein bisschen stolz, weil Straßensperrungen und Einschränkungen für Anwohner somit ausbleiben.

ITRA- und UTMB-Punkte gibt es dazu

Stolz sind die Vier auch darauf, dass Albside nun Mitglied der International Trailrunning Association (ITRA) ist und Baden-Württembergs erste Strecke anbieten kann, auf der Läufer ITRA-Punkte sammeln können – und UTMB-Punkte noch dazu: das Kürzel steht für Ultra Trail Mont Blanc, die Formel 1 für Läufer.

Natürlich ist auch für Läuferinnen und Läufer etwas geboten, die sich nicht ganz so anstrengen wollen: Die UTH5-Strecke ist 4,7 Kilometer lang und hat 118 Höhenmeter, die UTH10-Strecke mit 10,8 Kilometern hat 310 Höhenmeter. Nur eines eint alle drei: Start und Ziel an der Festhalle Margrethausen, die sich schon 2023 als optimaler Sammelpunkt erwiesen habe, betonen die vier Vorstandsmitglieder.

Grausam ist das Höhenprofil der UTH25-Strecke. Foto: Albside

Dort startet auch erstmals ein „Kids Run“: Um 11 Uhr gehen die Sechs- und Siebenjährigen auf die Strecke, um 11.20 Uhr die Acht- und Neunjährigen und um 11.50 Uhr die Zehn- bis 13-Jährigen. Sie laufen – je nach Alter – eine bis drei Runden, nehmen kostenlos teil und erhalten alle eine Finisher-Medaille.

Die Zeitmesser arbeiten mit digitalen Transpondern an der Startnummer, so dass es ganz genau zugeht, bieten Online-Anmeldung an – und jedem Läufer einen Starterbeutel mit Werbegeschenken der Sponsoren. Wie dem 105 Mitglieder starken Verein Qualität überhaupt besonders wichtig ist. Der UTH 2023 war – als erste eigene Albside-Veranstaltung überhaupt – quasi die Generalprobe dafür und schon damals der teilnehmerstärkste Lauf der Silberdistel-Albcup-Serie.

Die Bewertung der Läufer: Fast höchste Punktzahl

Dass die 136 Läufer der Premiere 9,2 von zehn Bewertungspunkten erteilt haben, freut Conzelmann, Herter, Schairer und Wilberg gehörig: „98 Prozent von ihnen wollen heuer wieder teilnehmen“, betonen sie. Wer den UTH25 bewältigen will, sollte allerdings trittsicher sein, denn es gehe nicht nur steil bergauf und bergab, sondern stellenweise auch auf schmalen Graten vorwärts, betonen die Vier.

Zudem sind für die UTH25 ein Erste-Hilfe-Set in der Trikottasche und Trinkbecher Vorschrift – Plastikmüll auf der Strecke will Albside vermeiden.

Der Schirmherr und sein Team helfen gerne

Das freut den Schirmherrn, Oberbürgermeister Roland Tralmer, der mit seinem Team der Stadtverwaltung den UTH gerne unterstützt und am Rennwochenende die Freunde aus der französischen Partnerstadt empfängt und nicht ausschließt, dass der eine oder die andere sich den Läufern oder Zuschauern anschließen wird. Außerdem freut es ihn, dass für das Jubiläumsjahr „50 Jahre Albstadt“ 2025 auch eine 50-Kilometer-Strecke geplant ist, die dann ebenfalls „durch unsere wunderschöne Landschaft“ führen soll.

Wanderer würden sieben Stunden brauchen

Nun aber sind erst einmal fünf, zehn und 25 Kilometer zu laufen. „Wir schätzen, dass der Sieger auf der UTH25 zwei Stunden und zehn Minuten brauchen wird“, meint Sven Schairer – wie die meisten seiner Vorstandskollegen selbst erfahrener Läufer. Wie lange bräuchte ein Wanderer für die anspruchsvolle Strecke? Jens Wilberg überlegt und sagt: „Sieben Stunden.“ Es dürfte also spannend werden am Samstag, 27. April.

Die Rennen starten zu folgenden Zeiten: Kids-Run 11 Uhr, UTH25 um 13.30 Uhr, UTH 10 und 5 um 15 Uhr. Anmeldung auf https://albside.de. Der MTB-Trail „Cube Rocks“ ist am Renntag gesperrt.