Der Abriss des Maute-Areals soll bereits Ende April dieses Jahres abgeschlossen sein (unser Foto entstand Mitte Februar). Foto: Kauffmann

Mit dem Rückbau des Maute-Areals geht es auf die Zielgerade: Bereits in wenigen Wochen sollen die Arbeiten beendet sein. Dass diese immer wieder voller Überraschungen stecken, hat sich auch jüngst wieder gezeigt.

Wie unschwer zu erkennen, geht es voran mit dem Abriss auf dem Maute-Areal. Allerdings wird der Abriss teurer als ursprünglich angenommen. Der Gemeinderat berät darüber in der Sitzung am heutigen Dienstag (siehe Info).

 

Kurz vor Abschluss

Das Positive vorneweg: Die Rückbaumaßnahme der Gebäude auf dem Maute-Areal steht nach Angaben der Gemeinde kurz vor dem Abschluss. Abgesehen vom kleinen Gebäude an der Bahnhofstraße 22 wurden alle übrigen abgerissen. Ende April sollen die Arbeiten beendet sein.

Abriss in Handarbeit

Wie zu erwarten war, stellte der Abriss der Gebäude Richtung Raichbergstraße zum Abschluss nochmal eine besondere Herausforderung für die Bauarbeiter dar. Die privaten Gebäude reichen bis zur Bebauung auf dem Maute-Areal, sodass der Rückbau dort teils in mühevoller Handarbeit erledigt werden musste. Derzeit werden die Kellergeschosse zurückgebaut und das auf dem Grundstück lagernde Abbruchmaterial zerkleinert und entsorgt. Es bleibt also nicht mehr viel zu tun.

Kosten steigen

Bereits im Februar und September 2023 hat der Gemeinderat Mehrkosten im Umfang von insgesamt 210 000 Euro genehmigen müssen. Dabei ging es vor allem um den Rückbau asbesthaltigen Materials, gipshaltige Abfälle und zusätzliche Abrissarbeiten, deren Notwendigkeit vorab sprichwörtlich niemand sehen konnte. Ähnliches wiederholte sich danach. So muss der Gemeinderat am Dienstagabend erneut zusätzliche 110 000 Euro für den Rückbau genehmigen.

Aufwendig zu entsorgen

Kurios mutet diesmal jedoch an, wofür die Mehrkosten entstehen. Wie die Gemeinde mitteilt, wurden rund 20 Tonnen salzähnliches mit PCB belastetes Material gefunden. Dieses Salz könnte, so die Vermutung, zum Färben von Kleidung verwendet worden sein. Weil Giftstoffe dieses Salz kontaminieren, gestaltet sich die Entsorgung überaus aufwendig: Es wird zuerst verpackt, um danach in einem Bergwerk gelagert zu werden. Alleine die Entsorgung des Salzlagers macht rund 30 000 Euro der Mehrkosten aus.

Kosten sind gestiegen

Auch bei den weiteren zusätzlichen Kosten geht es diesmal insbesondere um die Entsorgung des belasteten Materials. Teilweise sind aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben die Verwertungskosten gestiegen, weil sich Grenzwerte verschoben haben. Dabei geht es um Tausende Tonnen Material, die im Hinblick auf die Kosten den Bock dann doch fett machen.

2,6 Millionen Euro

Wird der Abriss zu teuer? Das kommt auf den Vergleich an. Der Rückbau kostet – Stand heute – insgesamt 2,6 Millionen Euro. Die ursprüngliche Schätzung der Abrissfirma belief sich auf rund 2,5 Millionen Euro – die erste Kostensteigerung konnte mit Massenverschiebungen im Angebot der Abrissfirma kostenneutral gestaltet werden. Von der Verwaltung wurden die Rückbaukosten von Anfang an auf drei Millionen Euro geschätzt, ein Ingenieurbüro schätzte die Kosten gar auf 3,8 Millionen Euro. Dass es zu unvorhergesehenen Mehrkosten kommen kann, war bereits vor dem Start des Abrisses klar. Das Maute-Areal galt als verwinkelt und war nicht an jeder Stelle einsehbar, auch für Bau-Experten nicht.

Der Termin

Im Feuerwehrhaus
Die Sitzung des Bisinger Gemeinderats findet am heutigen Dienstag, 19. März, von 18 Uhr an im Saal des Feuerwehrhauses statt. Dabei wird sich das Gremium zu Windkraftflächen in der Umgebung positionieren, beraten wird die Anpassung des Flächennutzungsplans, es geht um den Neubau einer Hangstützwand entlang eines Teils der Straße zum Stich und um das dritte Vergabeverfahren zum Maute-Areal.