. . . mit denen Sie auch ziemlich erfolgreich sind? Bei den Weinführern noch nicht so sehr wie in der Gastronomie und im Handel.
Stimmt, aber das sehe ich sehr entspannt. Wichtiger ist doch, dass unsere Qualität stimmt – und natürlich die Vermarktung. Und da läuft es ganz gut. Wir exportieren inzwischen in die Niederlande, in die Schweiz und die Vereinigten Staaten, das macht außer dem Rainer (Schnaitmann, Anm. d. Red) eigentlich kaum jemand.

Hat der Export tatsächlich eine Bedeutung?
Bei uns macht das immerhin drei bis vier Prozent aus. Aber unser Ziel ist es natürlich auch, dass wir dadurch das Remstal international bekannter machen. Großen Wein zu produzieren allein reicht nicht, die anderen müssen auch wissen, dass es ihn gibt.

Und mit welchem Wein, also welcher Sorte erreicht Württemberg dies?
Da glaube ich fest an den Lemberger, das ist definitiv die größte Sorte hier, und damit heben wir uns auch von der Masse ab, den gibt’s ansonsten ja nur in Österreich und Ungarn.

Aber trotz der großen Weine gibt’s noch ein bisschen Potenzial?
Auf jeden Fall, da lässt sich noch einiges rauskitzeln. Wir müssen vor allem weiter auf die Böden schauen und mit den Lagen arbeiten, da können wir uns noch viel mehr Wissen aneignen.

Apropos von der Masse abheben: Mit ihrem Neubau gelingt Ihnen das. Ein Ausrufezeichen am Strümpfelbacher Ortsrand?
Ich bin sehr glücklich über das neue Gebäude. Es erleichtert uns die Arbeit doch sehr, im alten Betrieb war’s zuletzt doch eng, und mit mehr Raum kann man einfach besser arbeiten, das kommt den Weinen zugute.

Die Optik ist doch eher modern?
Das würde ich gar nicht sagen, ich finde die Architektur eher zeitlos. Das ganze Ensemble fügt sich gut in die Landschaft ein, verbindet die Tradition mit der Moderne. Ein bisschen spiegelt sich darin unsere Philosophie der Weine wider, zeitlos und filigran.

Wein und Architektur werden häufiger in einem Atemzug genannt, in Vorträgen und Büchern, warum nur?
Wie beim Wein bietet sich in der Architektur der Freiraum zur Entfaltung, und damit die Möglichkeit, sich auszudrücken. Genau das versuchen wir mit unserem Wein.

Das Gebäude drückt aber auch jede Menge Selbstbewusstsein aus . . .
Genau dieses haben wir bei unseren Weinen ja auch. Das Gebäude ist nicht protzig, aber selbstbewusst. Das klingt doch gut und passt gut zu Württemberg.