Villingen-Schwenningen Giftköder? Hundehalter in Sorge

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Wie dieser Cockerspaniel werden viele Hunde nahe der Tiergartenstraße Gassi geführt. Foto: Hennings

VS-Schwenningen - Ein möglicher Giftköder, der am Rande des Wohngebiets Deutenberg ausgelegt wurde, lässt bei Hundehaltern die Alarmglocken schrillen. Der Vorfall am Mittwoch endete aber glimpflich.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Meldung des Tierschutzvereins Villingen-Schwenningen, dass in der Tiergartenstraße ein Hund einen vermeintlichen Giftköder gefressen habe. Innerhalb von 24 Stunden wurde der Beitrag in den sozialen Netzwerken mehr als 400 Mal geteilt. Und auch zwischen den Hundehaltern selbst, die auf dem idyllischen Feldweg am Deutenberg gerne ihre Vierbeiner Gassi führen, sprach sich die Nachricht schnell herum. "Zwei Frauen haben mir das erzählt", berichtete gestern Vormittag beispielsweise ein Herr, der mit seinem Hund das Frühlingswetter für einen Gang ins Freie nutzte. Von dem Fleisch, das hier am Mittwoch gefunden wurde, ist zu diesem Zeitpunkt nichts mehr zu sehen.

Doch was genau war am Vortag passiert? "Die Halterin eines Mischlings hatte entdeckt, dass entlang des Weges mehrere handgroße, offenbar qualitativ hochwertige Stücke Lammfleisch ausgelegt waren", berichtet Jessica Rapierski von der Kleintierpraxis Breuer in Schwenningen, in welcher der Hund anschließend behandelt wurde. Denn der Hundehalterin war das Fleisch, von dem ihr Vierbeiner probiert hatte, nicht geheuer. Vorsorglich brachte sie ihn zum Tierarzt. "Wir haben den Hund erbrechen lassen, er hatte tatsächlich von dem Fleisch gefressen. Eine Störung stellten wir bei ihm aber nicht fest. Der Hund befand sich in einem guten Allgemeinzustand", sagt Jessica Rapierski.

"Eigenartig ist das natürlich schon."

Oft zeige sich die Wirkung von Gift erst später, berichtet Rapierski, "wir haben aber glücklicherweise nichts mehr von der Hundebesitzerin gehört." Ob sich wirklich Gift in dem Lammfleisch befand, ist also unklar. Anzeichen davon gibt es bislang nicht. Sicherheitshalber informierte die Praxishelferin dennoch den Tierschutzverein, der mit der angesprochenen Meldung weitere Hundehalter warnte. "Wir wissen nicht, ob es sich um eine gezielte Aktion gegen Tiere oder Hunde handelt. Eigenartig aber ist es natürlich schon", schätzt Rapierski ein.

Vermerkt wurde der Fall am Mittwoch auch bei der Schwenninger Polizei, bei der sich die Hundehalterin im Anschluss an den Tierarztbesuch meldete. "Da wir keinen Köder haben und der Hund nicht den Anschein machte, vergiftet zu sein, wurde von unserer Seite aus aber kein Ermittlungsverfahren eingeleitet", berichtet Dieter Popp, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Auch Proben von einem möglichen Giftköder nimmt die Polizei erst, wenn damit augenscheinlich etwas nicht stimme.

Der Fall ist also vorerst ad acta gelegt – und auf dem sogenannten Giftköder-Radar bleibt Schwenningen ein weißer Fleck. Kein Vorkommnis, bei dem hier ein Hund vergiftet wurde, ist auf dem Internetportal, das Hundehalter vor möglichen Gefahren für ihre Tiere warnen soll, bislang vermerkt. Auch bei der Polizei ist sonst kein Vorfall bekannt. Anders beispielsweise in Niedereschach, wo im vergangenen Jahr mehrere Wurststücke mit Nägeln versehen wurden. Übrigens: Täter müssen in solchen Fällen mit einer Geldbuße oder einer Haftstraße von bis zu einem Jahr für Sachbeschädigung rechnen, da Tiere im Gesetz nicht aufgeführt sind, sondern als Sache gelten. Dazu komme, so erklärt Popp, eine bis zu fünfstellige Geldstraße für den Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

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