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St. Georgen Kreis kämpft um IC-Fernverbindungen

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Unterschiedlicher Meinung sind die Mitglieder der Interessengemeinschaft Schwarzwaldbahn und Vertreter der Bahn (von links): Mischa Groh und Christoph Moschberger (beide stellvertretende Geschäftsbereichsleiter IHK), Michael Rieger (IG-Vorsitzender und Bürgermeister St. Georgen), Ministerialrätin Beate Schuler, Marcel Herzberg (Verbandsdirektor Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg), Dirk Andres und Robert Ohler (beide DB). Foto: Hübner

St. Georgen - Über geplante Streichungen von IC-Fernverbindungen diskutierte die Interessengemeinschaft Schwarzwaldbahn in St. Georgen. Alle unterschrieben eine Resolution gegen die Pläne.

Wegfallen sollen durchgehende IC-Züge aus Norden und Westen der Republik in den Schwarzwald und zurück. Die starke Interessengemeinschaft habe die Schwarzwaldbahn zu dem gemacht, was sie ist, von den Plänen aber aus der Presse erfahren, so Michael Rieger, Vorsitzender der IG und Bürgermeister St. Georgens. Er sprach von einem sehr enttäuschenden Ergebnis. Es gehe um Ältere, behinderte Menschen und Familien mit Kindern. "Wir halten nachdrücklich daran fest, dass die durchgehende Verbindung täglich aufrecht erhalten wird."

Andernfalls sei das Land Baden-Württemberg in der Pflicht. Hinzu komme eine Lücke im Fahrplan, die geschlossen werden müsse. Die Resolution sei wichtig, um zu zeigen, dass die gesamte Region dahinter stehe. Laut Robert Ohler von der Deutschen Bahn wurden nach Gesprächen im Ministerium Presse und Politik informiert. Als Kompromiss bleibt ihm zufolge der IC-Bodensee erhalten, der am Wochenende den Ballungsraum Rhein-Ruhr direkt anbindet. Ein Grund für den Wegfall der Züge sei die sehr schwache Nachfrage. Ein Großteil der Gäste fahre nur bis Karlsruhe oder nutze stündliche, in Offenburg haltende Züge und die zweistündlichen Umsteigeverbindungen in Baden-Baden. Für Reisende gebe es bereits ein sehr gutes Angebot im Nahverkehr. Die Region werde weiterhin sehr gut bedient mit komfortablen Zügen, die bis zu anderthalb Stunden schneller seien als entfallende.

Weitere Gründe für die Streichung seien die deutlich verschärfte Fahrzeugsituation und die Fernbusliberalisierung, die man unterschätzt habe: "Wir werden dort massiv kannibalisiert."

Landrat Sven Hinterseh war zwar mit der DB Regio zufrieden, nicht aber mit dem Kompromiss. Die Begründung der Bahn überzeuge ihn nicht. Der ländliche Raum müsse dafür herhalten, dass die Wagenhersteller nicht in der Lage seien, ausreichend Material zu Verfügung zu stellen. Nicht akzeptabel sei, dass nicht mit der Interessengemeinschaft gesprochen wurde. Der Stundentakt sei Ziel des Landes oder alternativ die Forderung an den Landesverkehrsminister, Sorge zu tragen, dass die Schwarzwaldbahn einen Stundentakt abbilden kann. Eine Lücke habe man jetzt schon.

Das Land habe Interesse am Fortbestand der Verbindung, so Ministerialrätin Beate Schuler. Nach Gesprächen mit der DB Fernverkehr habe man schnell agieren müssen, um die Streichung aller Verbindungen zu verhindern. Derzeit laufe die Prüfung, ob die IC-Verbindung zumindest in den Sommermonaten zu halten ist. Es gebe aber keine Möglichkeit, die DB in irgend einer Form zu bewegen. Auch der Stundentakt sei im Interesse des Landes, stehe aber unter einem gewissen Finanzierungsvorbehalt, da die Regionalisierungsmittel nicht zur Finanzierung des bestehenden Angebots reichten. Es sei Ziel, das hinzubekommen.

Christoph Moschberger, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Standortentwicklung der IHK, bedauerte die Entscheidung. Für exportorientierte Mittelständler sei die Direktverbindung wichtig. Wirtschaftliche Gründe könne er nachvollziehen, so Marcel Herzberg, Direktor des Regionalverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg. Die Bahn habe aber den Auftrag, Fernverkehr in der Fläche anzubieten. Es gehe darum, das Angebot zu optimieren. Jetzt spiele man den schwarzen Peter dem Land zu.

Die Bahn sei eine Aktiengesellschaft und kriege keinen Cent vom Staat, entgegnete Ohler. Deshalb müsse man genau hinschauen, welche Verbindungen man erhalte. Die Prüfung des Lückenschlusses könne noch sechs bis acht Wochen dauern. Danach will die Interessengemeinschaft erneut tagen.

Ferienland-Geschäftsführer Julian Schmitz sprach von dem Gefühl, dass die Region degradiert wird. Wenn man wünsche, dass der Tourismus nicht so stiefmütterlich behandelt werde, müsse man das Angebot beibehalten.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Dieter Vaas

Fax: 07724 94818-15

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