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Schramberg "Schwarzer Tag für Beschäftigte"

(sw), vom 02.03.2011 06:03 Uhr
Stiller Protest vor dem Rathaus gegen die Schließung des Schramberger Krankenhauses am späten Montagabend. 
 Foto: Wegner
Stiller Protest vor dem Rathaus gegen die Schließung des Schramberger Krankenhauses am späten Montagabend. Foto: Wegner
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Schramberg - Als "schwarzen Tag für die Beschäftigten und den Landkreis" wertete Schrambergs Krankenhaus-Betriebsratsvorsitzender Jürgen Roßmannek die Entscheidung für Helios.

"Mit völligem Unverständnis konnten wir erleben, dass nicht der Bestbieter für Rottweil und Schramberg genommen wurde, sondern die Kreisräte der jeweiligen Raumschaft nur ihre Lokalinteressen verfolgt haben." Was jetzt komme, das stehe in den Sternen, sagte Roßmannek.

Wenn es jetzt einen Einspruch von Ameos gebe oder das Regierungspräsidium das Bieterverfahren für ungültig erkläre, wäre dies die schlimmste Situation, die auf den Kreis zukomme. Aber auch für die Mitarbeiter werde dies dann schwierig, weil sie eine noch längere Zeit völliger Unsicherheit hätten.

Kritik übte Roßmannek auch an Landrat Michel, der eine ganz schwache Vorstellung abgegeben habe.

"Brandt würde er sich im Grabe herumdrehen"

Enttäuscht sei er von manchen Politikern wie Pfarrer Kleinmann, der sich nicht für die Bürger eingesetzt habe, sondern Klientelpolitik betreibe. Aber auch die SPD habe sich teilweise nicht mit Ruhm bekleckert. Besonders kritisierte er Ruth Hunds, die mit einem Willy-Brandt-Zitat ihre Rede eröffnet habe und dann für die Vernichtung von Arbeitsplätzen gestimmt habe – wenn Brandt dies hätte hören könnte, "würde er sich im Grabe herumdrehen", so Roßmannek.

Kritik an der Oberndorferin Hunds kam nach der Abstimmung auch aus der Schramberger SPD. Der Ortsverband sieht in ihrer Abstimmung ein "parteischädigendes Verhalten" und forderte die Vorsitzende der Kreistagsfraktion gleichzeitig zum Rücktritt auf.

Als Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion habe sie die Interessen der gesamten Bevölkerung im Landkreis Rottweil vertreten müssen und das Stimmverhalten nicht an den vermeintlichen Vorteilen für die eigene Stadt beziehungsweise den eigenen Krankenhausstandort ausrichten dürfen. Kritik an Kleinmann kommt auch von OB Zinell und vielen weiteren Bürgern in Schramberg im Blick auf sein Wahlwerbe-Plakat.

Im Kleinen gedachte noch am Montagabend eine Gruppe junger Mütter in einer Mahnwache vor dem Schramberger Rathaus dem Kreiskrankenhaus und seiner Beschäftigten. Sie konnten die Entscheidung des Kreistags hinsichtlich Helios nicht verstehen. Bei zwei gleichwertigen Bewerbern das Angebot zu nehmen, das rund 350 Mitarbeiter entlasse, sei vollkommen unverständlich.

Kommentare (1)
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MRZ
02
13:27 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Private Krankenhausbetreiber
... Sind natürlich am Gewinn und einer Rentabilität Ihrer Kliniken interessiert. Ich habe beruflich sehr viel mit diesen Klinikgruppen zu tun und kann nur sagen, dass hier eine gute Wahl getroffen wurde. Da gibt es sehr viele andere, die bei weitem nicht so gut sind.
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