Rottweil Noch zu wenig Problembewusstsein

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Foto: Schulze Foto: Schwarzwälder-Bote

"Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht." Das ist die zentrale Botschaft des Welt-Aids-Tags, der 2016 unter dem Motto "Positiv zusammen leben" stattfindet.

Kreis Rottweil. Seit 1988 findet am 1. Dezember der Welt- Aids-Tag als Gedenktag für die an den Folgen von HIV/Aids-Verstorbenen statt. Auch um sich gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung Erkrankter auszusprechen. Ziel ist es, zu sensibilisieren für ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung.

Laut Robert-Koch-Institut leben etwa 84 700 Menschen in Deutschland mit HIV oder Aids, ungefähr 9400 davon in Baden-Württemberg. "Ein nennenswerter Rückgang der geschätzten Neuinfektionen war in den vergangen Jahren nicht zu verzeichnen. Dies, obwohl die Anzahl der Erkrankten, die Medikamente einnehmen und damit kaum noch infektiös sind, steigt. Bei den Neuinfektionen auf heterosexuellem Wege ist sogar ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Schätzungen zufolge wissen 12 600 der 84 700 HIV-Infizierten noch nichts von ihrer Infektion", heißt es in einer Mitteilung des Rottweiler Gesundheitsamtes.

Eine Heilung der Erkrankung ist bis heute nicht möglich. Was früher jedoch einem Todesurteil gleich kam, ist heute eine lebenslange chronische Krankheit, da durch eine medikamentöse Behandlung das Leben von Menschen mit HIV deutlich verlängert und die Lebensqualität verbessert werden kann. Durch Testung kann die Infektion vor dem Auftreten von Symptomen erkannt und heute mit Medikamenten gut behandelt werden. Immer noch hält jedoch die Angst vor Ablehnung Menschen davon ab, sich auf HIV testen zu lassen. Dies führe dazu, dass Therapien nicht rechtzeitig begonnen werden könnten, wird beim Gesundheitsamt betont. Darüber hinaus könne eine rechtzeitige Diagnose dazu führen, dass weniger Infektionen unbeabsichtigt weitergegeben würden.

Am Welt-Aids-Tag hält das Gesundheitsamt Vorträge zu HIV/Aids für Schüler ab der siebten Klasse im Droste-Hülshoff-Gymnasium in Rottweil. Die Schülermitverwaltung des Gymnasiums organisiert diesen Aktionstag und verteilt dazu im Pausenhof rote Schleifen als Ansteckpins, die weltweit als Symbol für Solidarität mit Menschen, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben, gilt.

Das Gesundheitsamt macht zudem morgen, Freitag, 2. Dezember, die Besucher der Diskothek Fame in Zimmern und am Samstag, 3. Dezember, im Club Nylon in Rottweil auf die Notwendigkeit aufmerksam, sich vor HIV zu schützen. Deshalb werden auch Kondome verteilt, die nach wie vor den besten Schutz gegen eine Ansteckung mit HIV darstellen, heißt es bei der Rottweiler Gesundheitsbehörde.

Heute, Mittwoch, besteht die Möglichkeit , sich im Foyer des Gesundheitsamtes über HIV/Aids zu informieren. Darüber hinaus bietet das Gesundheitsamt Rottweil (Bismarckstraße 19) jeden Donnerstag von 14 bis 17.30 Uhr in einer offenen Sprechstunde die Möglichkeit zur anonymen und kostenlosen HIV- Testung und Beratung. Termine außerhalb der Sprechstunde können unter Telefon 0741/17 44 50 oder per E-Mail an aidsberatung@landkreis-rottweil.de vereinbart werden. Auch die Durchführung von Tests und anonymer Beratung zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wird im Gesundheitsamt angeboten.

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