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Rottweil Mafia: Villen, Waffen und jede Menge Geld

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Das Bild zeigt Placido A. (links) in seiner Gaststätte in Rottweil. Foto: sb

Kreis Rottweil - Dass Rottweil weltweit Schlagzeilen macht, ist man inzwischen gewohnt. Doch dass es diesmal tatsächlich um die Machenschaften der Mafia geht, macht viele fassungslos. Die Staatsanwaltschaft Konstanz spricht von einem Verfahren von "besonderer Dimension".

Ein Geheimversteck im Boden, bündelweise Bargeld in der Matratze, eine Villa, Luxuskarossen, Waffen, Schüsse – das, was das Video der italienischen Finanzpolizei im Zusammenhang mit der Festnahme von Placido A. zeigt, ist starker Tobak. Die italienische Polizei ordnet die im Video gezeigten Funde dem 52-jährigen Gastronomen zu, der in Rottweil und Schwenningen Restaurants betreibt.

Ein Foto auf der Online-Seite der italienischen Zeitung "Republica" zeigt Placido A. vor einem Auto mit Rottweiler Kennzeichen. Neben ihm ein Mann im Anzug, laut Repubblica ist es Salvatore G, der ebenfalls verhaftet wurde und als "rechte Hand" von Placido A. bezeichnet wird. Ein weiteres Bild zeigt A., wie er freundlich in die Kamera lächelt. Er trägt ein weißes T-Shirt, augenscheinlich ist das Bild in einer Gaststätte aufgenommen. So kennen viele in Rottweil den Betreiber eines örtlichen Restaurants.

Doch der 52-Jährige scheint sich nicht nur mit Pizza und Pasta, sondern eben auch mit Drogen, Waffen und schmutzigen Geschäften auszukennen. In den italienischen Medien wird er als Strippenzieher beim Drogen- und Waffenhandel zwischen Sizilien und Deutschland beschrieben. Er soll eine Organisation aufgebaut und geleitet haben, die mit dem Inzerillo-Clan in Verbindung steht. Die Inzerillo-Familie spielte seit den 70er-Jahren eine herausragende Rolle bei Siziliens Mafia.

Erst im Januar vergangenen Jahres hat A. eine GmbH gegründet, die er gemeinsam mit Massimilliano B. als Geschäftsführer leitet. Laut Eintrag im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart befasst sich die GmbH mit dem "Betrieb von Gastronomiebetrieben sowie Import und Export von Lebensmitteln und artverwandten Tätigkeiten".

Die Staatsanwaltschaft Konstanz spricht auf unsere Nachfrage hin von einem Verfahren von "besonderer Dimension". Deshalb lässt man besondere Vorsicht walten – auch was nähere Details zu Placido A.s Verhaftung und der Razzia angeht. "Aufgrund der Größe und der Komplexität des Verfahrens müssen wir zunächst genau prüfen, was man überhaupt sagen kann", erklärt Sprecher Andreas Mathy. Um die Ergebnisse des großen Zugriffs auszuwerten – immerhin waren 300 Beamte an der Razzia im Raum Rottweil und Schwarzwald-Baar beteiligt – brauche es noch einige Tage. Es sei seit langem verdeckt ermittelt worden, auch die weiteren Ermittlungen würden noch geraume Zeit dauern.

In einer Pressekonferenz am Dienstag, 4. Juli, will die Staatsanwaltschaft weitere Informationen an die Öffentlichkeit geben. Dann wird vielleicht auch konkreter, welche Rolle Placido A. im Mafia-Geschäft gespielt hat. Während er in italienischen Medien als "ganz besonderer Mafia-Manager" bezeichnet wird, gab es auch am Mittwoch in seiner Rottweiler Gaststätte wie gewohnt Pizza und Pasta.

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