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Rottenburg Krankenhaus-Kompromiss bröckelt

Tina Mauthe, vom 30.11.2010 06:00 Uhr
Solch eine Chirurgie ist in Horb am Krankenhaus nicht machbar – doch was wird an dem Standort überhaupt übrigbleiben?  
 Foto: Archiv
Solch eine Chirurgie ist in Horb am Krankenhaus nicht machbar – doch was wird an dem Standort überhaupt übrigbleiben? Foto: Archiv

Horb - Die mühsam gekittete Horber Krankenhaus-Welt hat aufgrund der Entscheidung gegen den Chirurgen Heiner Welter wieder Risse bekommen. Vertreter der Bürgerinitiative Pro Krankenhaus Horb und Leser unserer Zeitung üben Kritik an der Klinik-Verwaltung und fordern verlässliche Aussagen zum künftigen Leistungsspektrum.

Bloß nicht wieder einen Streit entstehen lassen. An diesem Abend hat man den Eindruck, dass Oberbürgermeister Peter Rosenberger genau diese Gedanken hat. Rainer Schmidhuber, Geschäftsführer der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH, sitzt vor dem Horber Gemeinderat und will die künftigen Bauplanungen am Horber Krankenhaus vorstellen. Diese Sitzung ist einige Wochen her, doch vielen ist sie im Kopf geblieben. Denn als wieder Kritik an Schmidhuber anklingt, wird die Diskussion im Keim erstickt.

Wogen beim Thema Krankenhaus zu glätten ist nicht einfach

Es gehe um den Neubau, nicht um die Inhalte. Auch SPD-Stadtrat Dieter Rominger-Seyrich erinnert sich an diesen Moment gut. Als an diesem Abend "nicht relevant" wurden die Fragen zum "Inhalt", also dem Leistungsspektrum, des Horber Standortes bezeichnet. Nach der Entscheidung der KLF-Geschäftsführung, den Vertrag des Chirurgen Heiner Welter nicht zu verlängern, sieht nicht nur Rominger-Seyrich die Beantwortung der damals vorhandenen Fragen als "überfällig" an.

Das Streben nach Harmonie im Gemeinderat wundert einen nicht, war es doch in der gesamten Stadt nicht einfach gewesen, beim Thema Krankenhaus die Wogen zu glätten. Die Krankenhaus-Spitze auf der einen Seite, die Horber Bürger, vertreten durch Gemeinderat und Bürgerinitiative, auf der anderen Seite.

Diese Konstruktion ist zerbrechlich und droht nun nach dem "Welter-Schock" in mehrere Einzelteile zu zerbersten. Während die KLF-Geschäftsführung das Ende der kurzen Chirurgie-Ära Welter als reine Personalentscheidung sieht, hat die Bevölkerung die Sorge, dass ihr Krankenhaus wieder oder immer noch in Gefahr ist.

Daniel Wochner, Noch-Vorsitzender der Bürgerinitiative (er hatte eigentlich einen Nachfolger gesucht), hat zwar Verständnis, dass sich die KLF nicht in die Personalpolitik hineinreden lassen will, versteht aber die Öffentlichkeitsarbeit nicht. "Die ist immer noch schlecht", so Wochner. "Vertrauensbildene Maßnahmen“"sähen anders aus, ist er der Meinung – erst recht, nachdem Landrat Klaus Michael Rückert noch vor Kurzem als Gast bei der Bürgerinitiative versprochen hatte, auf die Horber Befindlichkeiten einzugehen. Wochner macht sich aber auch Sorgen über die wachsweichen Formulierungen in der schriftlichen Stellungnahme des Landrats und der Klinik-Geschäftsführung. Dort heißt es, dass nach dem Umbau stationäre, also auch kurzzeitchirurgische Eingriffe im Rahmen des am Standort Horb "strukturell Möglichen" vorgenommen werde. Dies lasse viel Spielraum und stehe nicht auf dem Fundament des Kreistags-Beschlusses.

Auch Peter Rosenberger, Horber Oberbürgermeister und stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative, fordert eine klare Aussage, was das "strukturell Mögliche" tatsächlich bedeute. Er setzt große Hoffnung auf das versprochene Öffentlichkeitskonzept, das zwar seine Zeit bräuchte, aber dann der Bevölkerung Klarheit liefern müsse. Dass die Entscheidung gegen Welter für Empörung sorgte, kommt für ihn nicht überraschend: "Auf der einen Seite hat die Klinik-Spitze vielleicht gute Gründe für die Personalentscheidung, aber in der Vergangenheit ist viel Porzellan zerschlagen worden – in alle Richtungen."

Reiner Klinger, Vorstandsvorsitzender der Bürgerinitiative, wird da deutlicher: "Es ist eine Fortsetzung dessen, was wir nun schon seit einigen Jahren erleben." Jede einzelne Entscheidung sei vielleicht noch erklärbar, aber "es ist die Gesamtheit der Entscheidungen", die wütend mache. Es habe den Anschein, dass die Leute, die gut sind, von der Geschäftsführung nicht gewollt seien.

Landrat gefordert, sein Versprechen einzuhalten

"Beim Chirurg Welter war eine Chance da, ein Signal zu setzen." Landrat Rückert sei nun gefordert, sein Versprechen einzuhalten und sich um das Horber Krankenhaus zu kümmern.

Geschäftsführer Schmidhuber scheint dagegen bei vielen Bürgern und Mitgliedern der Bürgerinitiative jeglichen Kredit verspielt zu haben. So wird er beispielsweise in Meinungsbeiträgen auf der Homepage des Schwarzwälder Boten bereits als "Totengräber" des Krankenhauses Horb bezeichnet und seine Ablösung gewünscht. "Der Geschäftsführer ist nicht mehr länger tragbar. Eine Provinzposse, die einen sehr zornig macht", schreibt ein weiterer frustrierter Leser.

Die Bürgerinitiative will nun beratschlagen, wie sie weiter vorgeht. Beirat Gerlinde Slink hatte in einem Leserbrief mehrere Vorschläge parat: Protest auf der Straße, Unterschriftenliste und eine Lichterkette.

Kommentare (1)
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NOV
30
19:03 Uhr, geschrieben von Günter Göttler
Krankenhaus Horb
Es entsteht der Anschein,dass die Geschäftsführung des Krankenhauses in Horb am liebsten einen weniger guten Arzt einsetzen möchte,um den positiven Trend in Horb zu beenden,und somit einen Grund hat,das Krankenhaus wegen ungenügender Auslastung zu schliessen.
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