Nagold - Bewirtschaftete Parkplätze will die Stadt Nagold für Lehrer der Christiane-Herzog-Realschule (CHR) bauen. Doch die Pläne sorgen für Unruhe, wie zwei Stadträte in der Sitzung des Kultur-, Umwelt- und Sozialausschusses erläuterten.

Bärbel Reichert-Fehrenbach (FDP/Grüne) hat eigentlich keinen Sitz in diesem Ausschuss. Dennoch war sie in die jüngste Sitzung gekommen. Nur, ihr Vorhaben, im nichtöffentlichen Teil der Sitzung das Thema Parken an der CHR anzusprechen, konnte sie nicht umsetzen. Schließlich hatte FWV-Stadtrat Ulrich Hamann das Thema bereits in öffentlicher Sitzung angesprochen. Also verlas auch Reichert-Fehrenbach die ihr zugetragenen Anliegen der Lehrer aus der Realschule.

Es geht ums Parken. Denn Parkraum ist zumindest in Teilen auf dem Lemberg knapp. Der Grund: Mit der Lembergschule, der Hohenbergerhalle, dem Musiksaal, der Realschule und auch dem Gertrud-Teufel-Seniorenzentrum sind auf dem Lemberg in direkter Nachbarschaft gleich mehrere Einrichtungen angesiedelt, die viel Parkraum benötigen. Konfliktpotenzial gibt es derzeit vor allem rund um die Realschule. So erklärte Nagolds OB Jürgen Großmann, dass das Parken im Hof ebenso aus Sicherheitsgründen verboten ist wie das Parken unterhalb der Schule. "Die Sicherheit geht vor", verwies der OB auf die sonst zugeparkten Rettungswege. Aber auch die Parkplatzflächen oberhalb der Schule, beim städtischen Seniorenzentrum, sollen künftig den Realschullehrern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Und so entstand ein neuer Plan. Platz für Ersatz-Parkraum will die Stadt Nagold nun unterhalb der Realschule auf dem Gelände der Lembergschule schaffen. Direkt neben dem Pausenhof stand dort bis vor kurzem die so genannte Baracke. Sie wurde bereits abgerissen. Und an dieser Stelle will die Stadt nun Parkraum schaffen. Dabei sollen die Parkplätze an die Lehrer der Realschule vermietet werden – für 20 Euro im Monat.

Ulrich Hamann bemängelte vor allem den Zeitpunkt dieser Maßnahme, da es derzeit sehr viele Veränderungen an der Schule gebe – angefangen beim neuen Schulleiter bis hin zur aktuellen Bildungsdiskussion. Die Veränderungen bei den Parkgewohnheiten sorgten da für "Unruhe unter den Kollegen dort oben". Das bestätigte Bärbel Reichert-Fehrenbach. Themen wie die künftige Parkplatzanordnung seien im Prinzip geklärt und – "wenn auch knirschend" – an der Schule auch akzeptiert.

Schwer genug, Lehrkräfte in die Stadt zu holen

Anders sieht das beim Thema Bewirtschaftung aus. So verlas die FDP-Rätin ein Schreiben, in dem sich die Lehrer unter anderem wundern, dass für einen Parkplatz auf dem Lemberg gleich viel gezahlt werden soll wie für einen Parkplatz der Kollegen vom OHG in der Innenstadt – zumal ein Parkplatz in der Innenstadt auch außerhalb der Schul-Arbeitszeit attraktiv sei und genutzt werden könne. Unter anderem verweisen die Realschullehrer auf das Thema Gleichbehandlung und auf andere Schulen, wo Lehrer nichts für den Parkraum zu bezahlen haben. Als dritter Punkt wird argumentiert, dass es eh schon schwer genug sei, Lehrkräfte in die Stadt zu holen.

20 Euro – für Nagolds OB ist das in Relation zum Gehalt eines Lehrers "vergleichsweise wenig Geld". Er erörterte, dass das Anlegen und der Unterhalt eines Parkplatzes eben auch Geld koste. "Wir wollen alle gleich behandeln", sagte Nagolds OB. Irritationen über die Frage, wie viel ein OHG-Lehrer für einen Parkplatz im Neuwiesenweg zu zahlen hat, und ob Lehrer dort eine geringere Gebühr zahlen müssen, klärten sich erst am nächsten Morgen: "Alle zahlen gleichviel", sagte Nagolds OB. 20 Euro kostet einem OHG-Lehrer ein Parkplatz im Neuwiesenweg.

"Ein Parkplatz auf dem Lemberg kann nicht das gleiche kosten wie in der Stadt", vertrat Gert Streib (SPD) als Meinung, und Thomas Baitinger (CDU) überlegte, ob man eventuell den Preis für die Innenstadt-Parkplätze erhöhen müsse.

Gerade auch wegen der Unsicherheiten, ob es nun für die Berufsgruppe der Lehrer in der Stadt Sondertarife gebe, aber auch, um die genauen Parkplatzpläne vom Lemberg nochmals zu betrachten, soll das Thema nun in einer der nächsten Sitzungen nochmals behandelt werden.

Am OHG gibt es unterdessen doch eine Art Sondertarif, wenn auch nicht für den Neuwiesenweg, wie gestern Finanzbürgermeister Hagen Breitling bestätigte. Nachdem die frisch sanierte Tiefgarage am Gymnasium nicht so gut angenommen wurde wie es sich die Stadt erhofft hatte, fanden Stadtverwaltung und Schulleitung einen Kompromiss: 15 Euro kostet einem OHG-Lehrer der Stellplatz in der Tiefgarage. Den darf er allerdings nur an den Schultagen und auch nur bis 14 Uhr nutzen.