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Horb Angst vor der "Problem-Szene"

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Zwischen Bahnhof und Kaufland kommt es öfter zu Problemen. Hier hält sich auch ein Mann auf, der sich aggressiv verhält und Passanten und Anwohner ängstigt. Foto: Lück

Horb - Die "Problem-Szene" am Bahnhof. Unter ihnen: ein Mann, der ständig pöbelt, andere belästigt und Angst verbreitet. Staatsanwalt Frank Grundke vergleicht ihn mit dem "Autokratzer von Nordstetten".

In der vergangenen Woche hatte der Schwarzwälder Bote beobachtet, wie ein Streit beim Kaufland eskaliert. Ein Mann ging zu einem Spermüllhaufen, nahm sich eine Möbelplatte und schlug damit auf einen anderen ein. Das Opfer: Sascha K. (Name geändert). Doch Sascha K. ist eigentlich derjenige, der Angst und Schrecken verbreitet. Dieses Opfer ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft so schlimm wie der "Autokratzer von Nordstetten".

Der Autokratzer von Nordstetten. Monatelang hatte er für Schlagzeilen gesorgt, weil er Autos zerkratzt haben soll und andere Bürger attackierte. Das Rathaus hatte den Antrag gestellt, ihn vorübergehend in einer Psychiatrie unterbringen zu lassen. Das Gericht hatte dem nach wiederholtem Versuch stattgegeben. Die Lage in Nordstetten ist mittlerweile ruhig.

Doch vor dem Kaufland nicht. Frank Grundke, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft: "Wir haben derzeit zwei Personen in Horb, die immer wieder auffallen. Die eine ist der sogenannte ›Autokratzer von Nordstetten‹, die andere eine Person aus der Problem-Szene vom Bahnhofsplatz."

Der Autokratzer von Nordstetten. Monatelang hatte er für Schlagzeilen gesorgt. Weil er Autos zerkratzte, Bürger angepöbelt und angegriffen hatte. Das Rathaus hatte den Antrag gestellt, ihn in einer Psychiatrie unterbringen zu lassen. 

Was mit Sascha K. geschehen wird, ist unklar. Laut Staatsanwaltschaft hat es in der Vergangenheit schon Verurteilungen gegeben, die vollstreckt wurden. 

Doch offenbar spricht nichts dafür, dass Sascha K. sich ändert. Der ganze Bahnhofsplatz hat Angst vor ihm und seinen Kumpanen, die angeblich auch reichlich Alkohol trinken. 

Ein Anwohner erzählt: "Seit vier Jahren entwickelt sich diese Szene vor dem Kaufland. Im letzten Jahr, als der Mann (Sascha K.) dazukam, ist es allerdings eskaliert. 2016 war er ein halbes Jahr weg – wahrscheinlich Gefängnis." Staatsanwalt Grundke: "Es gab eine Unterbringung, die hat aber nichts mit Vollstreckungsmaßnahmen zu tun."

Wie auch immer, Sascha K. ist wieder da. Er schreit Leute an. Er bedroht Passanten. Er randaliert. Der Anwohner berichtet weiter: "Im Winter habe ich beobachtet, wie er in die Bahnhofshalle kam. Die war voll. Er fing an zu rauchen und zu schreien, bis die ganze Bahnhofshalle leer war. Dann ist die Polizei gekommen. Ich habe gefragt, warum er nicht rausgeworfen wird. Antwort: Draußen ist es ganz schön kalt."

Manchmal arten die Pöbeleien aus. Der Anwohner erzählt: "Ich habe zweimal Anzeige wegen Körperverletzung gestellt, weil er mir gegenüber handgreiflich geworden ist. Passiert ist nichts."

Es ging sogar vor Gericht, wie auch Staatsanwalt Grundke bestätigt. "Der erschien total betrunken und lallte vor dem Richter herum. Der Richter hat dann gesagt, dass der Mann nicht zurechnungsfähig ist." Und weiter: "Im letzten Sommer hatte es einen Gerichtstermin gegeben. Dort wurde festgestellt, dass der Angeklagte nicht verhandlungs- und schuldfähig ist. Die angeklagten Delikte – unter anderem kleinere Diebstähle und Sachbeschädigungen – haben damals auch nicht gereicht zu einer Unterbringung."

Für den Bahnhofs-Anwohner nicht verständlich: "Wir leiden jeden Tag unter der Szene." Vor allem unter Sascha K. Ob er nun Hausverbote vom Kaufland oder vom Bahnhof oder einen Platzverweis von der Polizei bekomme, spätestens eine Stunde später sei er wieder da. Der Anwohner weiter: "In der letzten Zeit hat es schon drei Einsätze gegeben, zweimal mit Notarzt. Ich verstehe nicht, dass man solcher Typen nicht habhaft werden kann.

Der Mann soll auch schon eine Frau mit einem Messer bedroht haben. Eine Strafanzeige liegt laut Grundke aber nicht vor.

Die Stadtverwaltung hat jetzt angekündigt, die Bänke, auf denen sich auch die "Problem Szene" sammelt, zu entfernen. Zu den Vorfällen mit Sascha K. wollte sie keine Auskünfte gegeben: "Schutz der persönlichen Daten".

Immerhin, bei den Facebook-Fans des Schwarzwälder Boten gibt es auch einen verständnisvollen Kommentar. Jasmina L: "Ich spreche mich ganz klar für diese Menschen aus, denn kriminell sind sie ja nicht wirklich. Diese Menschen brauchen Betreuung und nicht die Ignoranz der Gesellschaft. Wie wäre es mit einer Art Bahnhofsmission?"

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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