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Horb a. N. Tödliche Messerstecherei am Döner-Stand

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Eine tödliche Auseinandersetzung gab es beim Real-Markt in Horb. Foto: Hopp

Horb - Schock in der Großen Kreisstadt: Am Döner-Stand im Real-Markt soll nach Informationen des Schwarzwälder Boten ein Albaner einen Türken totgestochen haben.

Nach diesen Informationen, die die Polizeipressestelle am Donnerstag nicht bestätigen konnte, soll Folgendes passiert sein: Der Albaner ist Angestellter im Döner-Imbiss. Der Türke Mohamed K. (Anfang 30, Name geändert) aus Hochdorf war dort essen.

Mehrere Messerstiche

Dann gab es Streit, weil die Gespräche des türkischen Gastes wohl zu laut waren. Dann soll der Angestellte des Döner-Imbiss' ein Messer gezogen und den türkischen Gast niedergestochen haben. Die Tatwaffe soll laut Medienberichten angeblich das Döner-Messer sein. Fraglich, ob diese Information stimmt. Ein Dönermesser ist eher zum Schneiden da als zum Stechen. Es soll jedoch wohl mehrere Messerstiche gegeben haben.

Laut Polizei passierte die schreckliche Bluttat kurz nach Mittag. Die Meldung bei der Polizei ging um 13.19 Uhr ein. Beide Männer sollen sich flüchtig gekannt haben, so die Informationen des Schwarzwälder Boten. Zudem heißt es, dass der Albaner wohl auf Drogen war.

Verstörendes Bild vor Einkaufsmarkt

Die Polizei bestätigt Folgendes: "Am Donnerstag ist es gegen 13.20 Uhr im Eingangsbereich eines Einkaufsmarktes in der Hahnerstraße von Horb zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei männlichen Personen gekommen, in deren Verlauf ein Mann tödlich verletzt wurde. Der andere Beteiligte und der Tat dringend Verdächtige wurde vorläufig festgenommen. Es gibt derzeit noch keine aktuellen Hinweise zu den Hintergründen der Auseinandersetzung. Zur gegebenen Zeit wird nachberichtet. Beamte der Kriminalpolizeidirektion Rottweil haben die Ermittlungen aufgenommen."

Als unsere Zeitung dann vor Ort ist, bietet sich ein verstörendes Bild: Während die verzweifelten Real-Mitarbeiter versuchen, den Markt abzusperren, müssen sich die Beamten vor Ort mit verzweifelten Türken auseinandersetzen. Immer wieder fallen Worte wie "Hurensohn", ein Türke wird von der Polizei am Boden festgehalten. Ein Ermittler: "Die wollen offenbar die Leiche sehen. Aber solange die Spuren nicht gesichert wurden, können wir nichts tun. Dazu kann erst die Staatsanwaltschaft die Leiche freigeben."

Mutter des Opfers im Krankenhaus

Auch Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger ist vor Ort. Er sagt: "Ich habe gleich die Feuerwehr alarmiert, damit der Real-Markt professionell abgesperrt werden kann." Dem Vater soll wohl erlaubt worden sein, die Leiche kurz zu sehen. Die Mutter des Opfers – sie wurde nach den Worten von OB Rosenberger ins Krankenhaus gebracht. Mittendrin eine Notfallseelsorgerin. Immer wieder versucht sie, die verzweifelten Angehörigen zu beruhigen und auseinander zu bringen.

Rettungs-Profis berichten: "Das geht über die sozialen Medien blitzschnell herum. Klar, dass sich da alle Bekannten und Verwandten sofort sammeln. Da muss man wirklich aufpassen, dass das nicht eskaliert."

OB Peter Rosenberger: "Man muss das verstehen: Da siehst du dein totes Kind liegen. Da kann man es auch nachvollziehen, wenn es aus dieser Emotion und Verzweiflung heraus Tumulte gibt." Eine Riesen-Herausforderung für die Seelsorgerin! Die Situation habe sich erst dann beruhigt, als der Vater des Opfers den Leichnam seines Sohnes sehen durfte.

Gegen 15.45 Uhr haben sich die meisten der türkischstämmigen Mitbürger, die auf dem Real-Parkplatz waren, verzogen. Dafür stehen sie gegenüber vom Autohaus Daub. Plötzlich rennt die Polizei los. Auch die Seelsorgerin läuft hinterher. Oben ist ein Mann zu sehen, der schreit: "Ihr Schweine. Ihr werdet uns kennenlernen. Ihr werdet hier nicht mehr sicher sein."

Auch Real-Mitarbeiter verzweifelt und geschockt

Ein Türke mit Pferdeschwanz sagt zu den Polizisten: "Bleibt unten, ich regele das." Nach gut fünf Minuten kommt auch die Seelsorgerin wieder zurück vom Gespräch mit der Männergruppe. Sie ist offenbar völlig aufgelöst. OB Rosenberger nimmt sie in den Arm und geleitet sie hinunter vor den Eingang. Kurze Zeit später wird sie abgeholt. Man sieht, wie sie sich auf dem Beifahrersitz die Tränen abwischt.

Verzweifelt und geschockt auch die Real-Mitarbeiter. Sie werden in den Schatten der Camping-Abteilung evakuiert. Und dann nach und nach von der Polizei verhört. Ergreifend: Eine Gruppe von Frauen im roten Real-Dress geht an den Schultern umarmt geschlossen in die erste Etage.

Gegen 16.30 Uhr kommt dann langsam Entspannung in die Lage. Die Tatortermittler sind noch fleißig an der Arbeit, ein Hundeführer ist gerade aus dem Real-Markt gekommen, und die Feuerwehr zieht ab. Das Opfer soll inzwischen im Bestattungshaus in Albstadt angekommen sein. Wie uns Quellen kurz vor Redaktionsschluss melden, soll der Mann aus Hochdorf drei kleine Kinder haben.

Woche der Gewalt in Horb

Schon Anfang der Woche haben mehrere Gewalttaten in Horb für Schlagzeilen gesorgt. Im Real-Markt war es bereits am Montag zu einem Polizeieinsatz gekommen, bei dem der Einkaufsmarkt geräumt werden musste. Unbekannte hatten Pfefferspray versprüht, das bei Kunden zu Hustenreiz und Augenproblemen geführt hatte. Zudem war am Dienstag bereits zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. Zwei Schüler wurden auf dem Weg zum Geldeinzahlen von vier Maskierten überfallen.

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Florian Ganswind

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