Horb - "Vergangene Woche Mittwoch hätte der Müll abgeholt werden sollen, es ist immer noch nichts geschehen", sagt ein Anwohner der Hirschgasse verärgert. Tatsächlich sieht es mancherorts ziemlich schäbig aus. Doch nicht immer ist der Landkreis schuld.

Kurz vor Weihnachten macht schlendern in der Stadt eigentlich richtig Spaß – ein echtes Fest für die Augen. Moment mal. An manchen Stellen in der Horber Kernstadt kommt man sich eher wie in Neapel vor, das seit Jahren ein Müllproblem hat. Gestern waren noch immer einige Mülltonnen nicht geleert. Die Mülltüten türmen sich in den Tonnen.

Ein Anwohner schildert seine kleine Müll-Odysee: Seine Anrufe beim Landratsamt waren vergeblich: "Man erreicht keinen Verantwortlichen und unter den angegebenen Nummern in den Abfallfibeln meldet sich niemand, obwohl laut Auskunft jemand da ist und arbeitet..." Offizieller Grund solle immer noch die Witterung sein. "Doch seit Tagen ist nichts mehr von Schnee zu sehen." Der Anwohner weiter: "Ich sehe es nicht ein, Müllsäcke zu kaufen nur weil die nicht fähig sind, den Müll abzuholen."

Unsere Anfrage bei der Pressestelle des Landratsamt hatte gestern Erfolg. "Es ist jedes Jahr so. Erst kommt der Winter, dann kommen die Probleme", sagt Pressesprecherin Sabine Eisele. Derzeit komme es für die Müllabfuhr ganz dicke. Nach dem Wintereinbruch sei man nicht mehr durch einige Straßen im Landkreis gekommen. Das müsse noch aufgeholt werden. Gleichzeitig müsse man bereits die fehlenden Tage durch die Weihnachtsfeiertage vorarbeiten. Ein weiteres Problem sei, dass das Unternehmen Veolia, das bisher den Müll abholt, am Ende des Jahres seinen Standort in Glatten dicht macht, weil der Vertrag mit dem Landkreis ausläuft und nicht mehr verlängert wurde. "Deswegen kommt es auch beim Personal zu dem einen oder anderen Ausfall."

Im kommenden Jahr übernimmt Remondis die Abfuhr. Der fliegende Wechsel würde fast noch zu einem weiteren Müllchaos werden, wenn Remondis laut Eisele nicht noch an Silvester eine Extra-Schicht einlegen würde. "Wir bedauern, dass einige Anwohner noch auf ihrem Müll sitzen und bitten dies zu entschuldigen", so das Landratsamt. Deswegen könnten Betroffene bei der Stadt oder beim Landratsamt kostenlos Restmüllsäcke erhalten, verspricht Eisele. Eine Müll-Rache für die Krankenhaus-Auseinandersetzungen steckt übrigens nicht dahinter. "Wir haben diese Probleme nicht nur im Ostkreis", erklärte Eisele.

Doch nicht an jedem Müllproblem der Stadt ist das Landratsamt schuld. So hat die Sperrmüllabfuhr nicht alles mitgenommen. Beim liegen gebliebenen Müll handelt es sich beispielsweise um Bauholz, das nicht in den Sperrmüll gehört. Eigentlich müssten es diejenigen wieder einsammeln, die es dort abgestellt haben. Doch ob sie das wirklich tun werden?