Horb - Das "Südwestdeutsche Tumorzentrum - CCC Tübingen" bietet Krebspatienten und Angehörigen aus dem Landkreis Freudenstadt direkt vor Ort in Horb psychosoziale Beratung an. Immer mittwochs (14-tägig) ist eine Mitarbeiterin der Tübinger Krebsberatungsstelle im Hospital zum Heiligen Geist, Burgstall 9. Betroffene können Termine vereinbaren unter Telefon 07071/2 98 70 33. Der Weg nach Tübingen entfällt somit für die Ratsuchenden.

Über den Hintergrund informiert die Uniklinik Tübingen in einer Pressemitteilung: "Krebspatienten benötigen nicht nur die bestmögliche medizinische Therapie, sondern auch seelische und soziale Begleitung. Viele Belastungen treten gerade nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auf, wenn die Auswirkungen im Alltag spürbar werden. Wie in vielen Regionen fehlte auch im Landkreis Freudenstadt bisher eine professionelle Anlaufstelle, die in der Phase der Nachsorge kompetent, schnell und unbürokratisch psychosoziale Unterstützung anbieten kann."

Ab sofort sei die wohnortnahe Versorgung der Krebspatienten im Landkreis Freudenstadt mit einer fest installierten Außenstelle in Horb gesichert. Viele Betroffene, die krankheits- oder behandlungsbedingt nur eingeschränkt mobil sind, könnten in Zukunft dieses Beratungsangebot – immer mittwochs – in Anspruch nehmen. Die erneute Förderung der Deutsche Krebshilfe mache es möglich, das Pilotprojekt fortzuführen.

Neben der Deutschen Krebshilfe, die die Personalkosten trägt, beteiligen sich auch die Krankenhäuser Freudenstadt gGmbH, indem sie kostenlos einen Raum zur Verfügung stellen und die weiteren Nebenkosten übernehmen.

Weiter heißt es in der Mitteilung: "Vielfältige Probleme können sich für die Betroffenen durch die veränderte Lebenssituation ergeben. Beispielsweise stellen sich Fragen wie ›Wie komme ich mit der Angst zurecht, wie schaffe ich die Wiedereingliederung in meinen Beruf, was kann ich meiner Familie zumuten und wie spreche ich mit den Kindern über die Krankheit?.‹ Zu den individuellen Leistungen für Tumorkranke und deren Angehörige gehören Beratung bei psychologischen und sozialrechtlichen Fragen, psychoonkologische Unterstützung in Krisensituationen, Paar- und Familiengespräche, Entspannungstraining sowie die Vermittlung zu anderen Unterstützungsangeboten in der Region. Kurze Wartezeiten, gute Erreichbarkeit und Kostenfreiheit sollen den Zugang erleichtern." Von Anfang an werde eng mit Kliniken, niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, Selbsthilfegruppen, Ämtern und Krankenkassen kooperiert, informier die Uni-Klinik.

Eine psychoonkologische Betreuung in allen Behandlungsphasen, gerade auch in der ambulanten Nachsorge, werde in nationalen und internationalen Leitlinien gefordert. Die Versorgungssituation in Deutschland sei hier keineswegs zufriedenstellend. "Gerade in ländlichen Regionen fehlen in der Regel professionelle ambulante psychosoziale Krebsberatungsstellen für Patienten und die oft ebenso belasteten Angehörigen."

Durch die Einrichtung einer Außenstelle in Balingen im März 2009 konnte die Versorgungslücke im Zollern-Alb-Kreis geschlossen werden. Aufgrund vielfältiger Anfragen aus dem Kreis Freudenstadt steht laut Uniklinik Tübingen zu erwarten, dass auch das Beratungsangebot in Horb in Zukunft stark in Anspruch genommen wird.