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Haiterbach "Ich hätte so was nie von ihm gedacht"

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Auch in Haiterbach gab es eine Wohnungsdurchsuchung. Foto: dpa

Freudenstadt/Rottenburg/Haiterbach - Freudenstadt unter Schock: Der mutmaßliche Attentäter auf den Bus von Borussia Dortmund, Sergej W., kommt aus Freudenstadt. Am Freitagmorgen standen Polizei und Feuerwehr vor der Moosstraße in der Nähe des Stadtbahnhofs. Aber auch in Haiterbach wurde eine Wohnung durchsucht.

Oberbürgermeister Julian Osswald war in Freudenstadt vor Ort, wie er telefonisch bestätigt. Mehr will er zu den Geschehnissen nicht sagen. In dem großen gelben Gebäuderiegel in der Moosstraße wohnen viele Parteien.

Sergej W., der mutmaßliche Bomber von Dortmund, stammt aus Freudenstadt. In der Stadt sitzt der Schock tief. Auch bei Ahmet Teker. Der 43-Jährige kennt den Verdächtigen, die Eltern des 28-Jährigen wohnen in dem Haus, vor dem auch am Freitagnachmittag noch ein Großaufgebot der Polizei parkt. Teker ist dort Hausmeister. Sergej W. habe bei seinen Eltern gewohnt, erzählt er. "Nette, ruhige Leute." Auch W. habe auf ihn stets freundlich gewirkt. Nett, unauffällig, ordentlich gekleidet, einer "der sein Geld ehrlich verdient". Kein Mensch, der den Tod anderer leichtfertig in Kauf nimmt – aus Profitgier. Doch genau das soll W. getan haben. "Ich hätte so was nie von ihm gedacht", sagt der Hausmeister. Gerüchte über Sportwetten hätten die Runde gemacht, mit denen sich der junge Mann hoch verschuldet hätte.

Als Sergej W. 14 Jahre alt war, ist er mit seinen Eltern aus dem russischen Tscheljabinski im Südural nach Deutschland gekommen. Ein Händchen für Elektrotechnik hatte er schon früh. In seinem Grundwehrdienst, den er laut Spiegel Online von April bis Dezember 2008 beim Lazarettregiment in Dornstadt bei Ulm leistete, sei er für die Instandsetzung der Elektrotechnik zuständig gewesen. Auf der Heinrich-Schickardt-Schule in Freudenstadt wurde ihm 2015 ein Schulpreis für Elektrotechnik für seine besonderen Leistungen überreicht.

In Rottenburg reagiert man ebenfalls bestürzt. Hier hatte er sich regelmäßig in einer Wohnung im Fasananenweg aufgehalten. Am Freitagmorgen wurde er von dort bis zu seiner Arbeitsstelle in Tübingen in einem Heizkraftwerk der Universität verfolgt. In Tübingen erfolgte der Zugriff.

Auch Haiterbach kommt am Freitag in die Schlagzeilen. Im Zusammenhang mit der Festnahme von W. wurde dort eine Wohnung durchsucht. Der Grund sickert erst am Nachmittag durch. Dem Vernehmen nach soll dort eine Freundin des Tatverdächtigen wohnen.

 
 

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