Stuttgart - Am Ende war es eigentlich so wie immer in den vergangenen fünf Jahren – und doch irgendwie anders. Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler (beide 31) holten bei den German Open Championships mit deutlichem Vorsprung den ersten Platz im Grand Slam Standard. Es war der fünfte Sieg in Folge, und das machte das Ganze zu etwas Besonderem. Noch keinem anderen Paar zuvor war es gelungen, beim größten Tanzturnier der Welt fünfmal hintereinander die Goldmedaille zu gewinnen. Ein historischer Triumph also für das Paar vom TSC Astoria Stuttgart, das von den 4000 Zuschauern im Beethovensaal des Stuttgarter Kultur- und Kongresszentrums Liederhalle mit Ovationen im Stehen gefeiert wurde.

In jedem Tanz gab es Bestnoten

Es war keine große Überraschung, dass der zweimalige Welt-, viermalige Europa- und fünfmalige deutsche Meister am Ende die meisten Punkte bekam. „Es müsste schon etwas Außergewöhnliches passieren, dass wir nicht gewinnen“, hatte Claudia Köhler vor dem Start selbstbewusst gesagt – und recht behalten. Dabei war Konkurrenz durchaus vorhanden, waren doch auch Emanuel Valeri und Tania Kehlet am Start. Im Oktober 2011 hatte das dänische Paar dem deutschen noch den WM-Titel abgeluchst.

Ferruggia und Köhler aber revanchierten sich. Erst bei der EM Ende April in Koblenz, wo sie ihren vierten EM-Titel – ebenfalls ein Rekord – gewannen. Und nun eben bei den 26. GOC in Stuttgart.

In jedem Tanz gab es Bestnoten. Das Paar, das in der Nähe von Bologna lebt und auch privat liiert ist, erhielt gemäß der neuen Grand-Slam-Wertung im Slowfox und im Wiener Walzer 49,22 beziehungsweise 49,11 von 50 möglichen Punkten und kam auch in den drei restlichen Tänzen (Langsamer Walzer, Tango und Quickstep) jeweils auf über 48 Zähler (insgesamt 244,32 Punkte). Die Dänen wurden mit 241,17 Punkten Zweiter vor Simone Segatori und Annette Sudol, die erst vor wenigen Wochen zum TSC Astoria Stuttgart gewechselt waren.

Auch wenn der Sieg bei den German Open Championships eigentlich schon Routine für das erfolgreiche Paar ist, war Claudia Köhler gerührt. „Das ist ein fantastisches Gefühl“, sagte die gebürtige Leipzigerin mit strahlenden Augen, „alles ist genauso aufgegangen, wie wir uns es erhofft hatten.“ Wie immer vor großen Turnieren hatten sich die beiden in Italien auf den großen Tag vorbereitet. Wie fast immer hat sich diese Art der Vorbereitung ausgezahlt.