Freudenstadt Bahn baut Toiletten im Hauptbahnhof

Hartmut Breitenreuter, 21.02.2013 05:03 Uhr

Freudenstadt - Wenn alles glatt läuft, hat der Freudenstädter Hauptbahnhof bald wieder ein stilles Örtchen. Auch am Stadtbahnhof soll sich in Sachen Toiletten die Situation verbessern.Es ist jetzt etwa ein Jahr her, dass der Verkaufsraum des Zeitschriften- und Tabakgeschäfts Eckert im Hauptbahnhof vergrößert wurde und dadurch die Toilette, die zuvor auch von Fahrgästen gegen Gebühr benutzt werden konnte, weggefallen ist.

Wie viele Bahnreisende sich seit diesem Zeitpunkt notgedrungen in die Büsche rund um den Bahnhof geschlagen haben, wurde zwar nicht registriert, doch mit dem Wegfall der Toiletten wurde vom Schalterbediensteten der Bahn eine Strichliste geführt, mit der festgehalten wurde, wie viele Fahrgäste nach sanitären Anlagen gefragt haben.

Das "dringende Bedürfnis" bei zahlreichen Reisenden scheint nun Wirkung gezeigt zu haben. Im ehemaligen Backshop in der Wartehalle des Hauptbahnhofs baut die Bahn Toiletten ein, meldete die Stadtverwaltung Freudenstadt. Damit zeigte auch das Nachhaken von Oberbürgermeister Julian Osswald Wirkung, der über den Wegfall der Toiletten am Hauptbahnhof nicht glücklich war und Verhandlungen mit der Bahn angekündigt hatte.

Obwohl Osswald vor einem Jahr noch eher skeptisch war, kam jetzt die Erfolgsmeldung: Man habe sich geeinigt, betonte der OB auf Anfrage unserer Zeitung. Der Bau der Toiletten übernehme die Abteilung Station und Service der Deutschen Bahn, den Aufwand für Reinigung und Unterhalt der Anlage trage die Stadt. Der Vertrag liege vor und sei unterschriftsreif. Der Gemeinderat werde in Kürze davon in Kenntnis gesetzt, so Osswald weiter. Er geht davon aus, dass die Maßnahme im Laufe des Jahres realisiert werden kann. "Aufgrund der Problemlage haben wir uns dazu entschlossen, die Kosten zu übernehmen und die Umsetzung so überhaupt möglich zu machen", betont der OB und ist überzeugt, dass die Kosten sich in Grenzen halten werden, "wenn die Anlage vernünftig gemacht wird." Die Stadt will jetzt noch prüfen, ob ihre drei Reinigungskräfte, die die übrigen öffentlichen Toiletten sauber halten, auch die am Hauptbahnhof übernehmen können.

Auch die Lage am Stadtbahnhof soll sich mit der Eröffnung der neuen Tourist-Information durch die Erlacher Höhe am 20. März entspannen. Dort seien dann tagsüber Ansprechpartner vor Ort, die auch über die etwas schwierige Beschilderung zu den vorhandenen öffentlichen Toiletten am Busbahnhof hinweghelfen können.

Abseits der Freudenstädter Bahnhöfe sei Dank der Aktion "Nette Toilette" für ein ausreichendes Angebot an Toiletten im gesamten Innenstadtbereich gesorgt, sagt Osswald. Insgesamt halten ein gutes Dutzend Gastronomen ihre Toiletten auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Dieses Engagement der Eigentümer unterstützt die Stadt mit einem pauschalen Betrag für den Mehraufwand an Wasser und Reinigung.

 
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Kommentare (3)
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Bahnkenner, 22:12 Uhr

Okay

Das war wohl zu viel Ironie in wenigen Sätzen. Die Bahnkunden brauchen sehr wohl WCs, und das es die nicht mehr überall gibt - und auch nicht mehr in allen Zügen - finde ich furchtbar. Die Bahnkunden brauchen sie, aber die Bahn offensichtlich nicht, denn sonst würde es sie ja noch geben. Die Bahn baut lieber Service ab, weil das zu viel Geld kostet. Dass nun die Stadt für den Unterhalt und die Reinigung aufkommt, macht dies ja deutlich. Ausgerechnet in einer Woche, in der bekannt wird, dass die Bahn 2012 einen Rekordgewinn erzielt hat.

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FEB
22
Manne, 06:52 Uhr

Frage?

Frage an den Bahnkenner? Kennen Sie sich wirklich aus? Ich denke nicht! Die Toiletten die abgerissen wurden waren im Kiosk und vom Kiosk. Wenn sich dieses erweitert und diese rausnimmt, sind eben keine mehr da...aber da sie ja die Bahn kennen, wissen sie ja, wie toll es ist, keine toilette im bahnhof zu haben...

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FEB
21
Bahnkenner, 13:17 Uhr

Wofür braucht die Bahn ein WC?

Das ist sinnvolles Handeln: Vor einem Jahr Toiletten abreißen und nun neue bauen. Hört sich für mich genauso gelungen an wie S21 und BER und die Offshore-Windanlagen ohne Netzanschluss ... Dass die Bahn neue WCs baut wundert mich doch, ist doch ihre Aufgabe nicht ein vernünftiger Bahnverkehr, sondern nur eins: Gewinnmaximierung. Kundenservice ist da schädlich, weil er Geld kostet. Aber Hauptsache, wir bekommen demnächst in Stuttgart 6o km Bahntunnel, der Millarden verschlingt :-(

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