Albstadt-Laufen - Der Geduldsfaden reißt den Funktionären der Sportvereine in Laufen, denn obwohl die Sanierung der Turnhalle schon seit einem Jahr abgeschlossen werden sollte, hat sich noch immer nichts getan. Stadtrat Martin Frohme hat deshalb Klartext geredet.

"Es kann nicht sein, dass mit allem auf den großen Masterplan gewartet wird, nur weil wir überall neue Akteure in der Stadtverwaltung haben", sagt Martin Frohme. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat hat in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses deshalb die Stadtverwaltung an ein altes Versprechen erinnert: Bis zum Winter 2011/2012 hatte sie die Turn- und Festhalle Laufen sanieren wollen.

Passiert ist jedoch noch immer nichts, obwohl Ingolf Palubitzki, der frühere Leiter des Amtes für Familien, Bildung, Sport und Soziales, das bereits 2011 angekündigt hatte.

Das macht vor allem den Vereinen, allen voran dem TSV Laufen, zu schaffen, dessen Funktionär Armin Mann Frohme angesprochen hatte. Denn schnelle Ballsportarten sind in der Halle derzeit nicht erlaubt – zu groß ist die Gefahr, dass etwas passiert, wie sich bei einer Überprüfung aller Albstädter Turnhallen nach einem Unfall herausgestellt hatte. Die Fenster sitzen zu tief. Einige Gefahrenquellen müssen zuerst beseitigt werden.

Frohme mahnte, dass ein Trainingsverbot für die Fußball-Mannschaften – vor allem für die Nachwuchsteams – in der Halle im Winter die Existenz des TSV Laufen gefährde. Die Zusage der Stadtverwaltung, die Frohme ihr nun abgerungen hat, geht immerhin so weit, die Hallensanierung in Laufen anderen Maßnahmen vorzuziehen, und das, obwohl sie 300 000 statt wie bisher erwartet 50 000 Euro kosten wird.

Diese Summe hatte die Stadt eigentlich für den Bau eines Kleinspielfeldes verwenden wollen, sie dann für die Hallensanierung zugesagt und letztlich beschlossen, sie in vordringliche Sanierungsarbeiten am Dach der Lutherschule in Tailfingen zu stecken, zumal bereits klar gewesen sei, dass sie ohnehin nicht ausgereicht hätte, machte Erster Bürgermeister Anton Reger deutlich.

Das Trainingsverbot zu lockern und nur bestimmte Übungen mit Ball auszuschließen, sei nicht praktikabel, war in der Sitzung kritisiert worden. Deshalb will die Stadt nun prüfen, ob sie dem TSV andere Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stellen kann – und setzt weiterhin auf das Turnhallenkonzept. Dass dieses noch im Jahr 2013 baulich umgesetzt werden könnte, sieht Anton Reger nicht, wie er sagte. Und Martin Frohme bringt es auf den Punkt: "Schuldenabbau bedeutet in Albstadt derzeit auch, dass man nichts tut und kein Geld ausgibt."