Tempo 30 gilt nachts in Lautlingen – das haben noch nicht alle gemerkt. Foto: Kistner

Die Bilanz der Geschwindigkeitsüberwachung im Jahr 2020 haben Albstadts Gemeinderäte am Donnerstag von der Stadtverwaltung präsentiert bekommen. Sie sieht, wie CDU-Stadtrat Lambert Maute konstatierte, etwas besser aus als die des Vorjahres; Polizist Maute mutmaßt, dass das an einer coronabedingt reduzierten Mobilität liegen könnte.

Albstadt - Übers Jahr wurden in Albstadt und Bitz 635 Messungen vorgenommen, 53 Prozent davon in Tempo-30-Zonen und 47 Prozent an Straßen, in denen 50 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben waren. Es wurden 291.335 Fahrzeuge registriert, davon 56.384 in Tempo-30-Zonen, 233.935 in Straßen mit Tempo 50 und 1016 an Stellen, wo 80 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit erlaubt sind. In 11.569 Fällen wurde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritten, das sind 3,97 Prozent. 4,11 Prozent waren es 2019 gewesen. 5102 Verstöße wurden in Tempo-30-Zonen festgestellt; das entspricht 44,1 Prozent.

7885 Verstöße (68,15 Prozent) blieben unter zehn Stundenkilometern Überschreitung, 2578 (22,28 Prozent) lagen zwischen elf und 15 Stundenkilometern, 765 (6,61 Prozent) zwischen 16 und 20 Stundenkilometern und 216 zwischen 20 und 25 Stundenkilometern (1,87 Prozent). In den führerscheinrelevanten Bereich stießen 125 Autofahrer vor, 34 weniger als im Vorjahr. 70 lagen zwischen 26 und 30 Stundenkilometern über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, 46 zwischen 31 und 40 Stundenkilometern und sieben zwischen 41 und 50 Stundenkilometern. Zwei Fahrer leisteten sich mehr als 50 Stundenkilometer Überschreitung.

Die Neue steht in der Schillerstraße

Die stationäre Radarfalle an der Neuweiler Straße in Tailfingen ist mittlerweile nicht mehr die einzige in Albstadt. Die "Beanstandungsquote" betrug sowohl 2019 als auch 2020 0,25 Prozent; das waren 4325 Fahrzeuge, von denen 2687 – 62,1 Prozent – im Bereich zwischen null und zehn Stundenkilometern Überschreitung blieben und 1089 weitere – 25,2 Prozent – zwischen elf und 16 Stundenkilometern.

Seit April 2020 ist die neue Radarfalle in der Schillerstraße in Betrieb. 967 Autofahrer wurden geblitzt, das entspricht 0,1 Prozent. 777 von diesen 967 verstießen gegen das nächtliche Tempo-30-Gebot; das sind 80,5 Prozent.

Die neue Radarfalle in der Ebingertalstraße in Lautlingen debütierte im Oktober; das Vierteljahr reichte immerhin schon für 1254 Geschwindigkeitsverstöße aus; bei 600.985 Fahrzeugen ergibt das eine Beanstandungsquote von 0,21 Prozent. Hier betrug der Anteil derer, die nachts mit mehr als 30 Stundenkilometern geblitzt wurden, knapp 71 Prozent.

Die 2019 eingeführten sogenannten semistationären Messungen sind 2020 fortgeführt worden, allerdings mit vermindertem Aufwand: An die Stelle von sieben jeweils zweiwöchigen Messphasen traten sieben einwöchige; das hatte den Vorteil, dass nicht die Stadt, sondern die Betreiberfirma den Transport der schweren Messvorrichtung übernahm. Lambert Maute waren diese sieben Wochen zu wenig: Die semistationären Kontrollen hätten, anders als die mit mobilen Messgeräten, eine erkennbare Bremswirkung – bitte mehr davon! Jetzt will die Stadt prüfen, ob auch 14 einwöchige Messphasen möglich sind.

"Die Sicherheit ist doch der Clou"

Uli Metzger berichtete in diesem Zusammenhang, Kritiker hätten ihm gegenüber die gute Sichtbarkeit der großen Laserapparaturen beanstandet: wenn schon Fallenstellerei dann richtig! Er habe dagegen gehalten: Die Sichtbarkeit sei doch der Clou – man wolle doch gar nicht kassieren, sondern nur, dass die Leute langsam fahren.

An manchen Stellen wird das Volumen der Messgiganten freilich zum Hindernis: In der Bahnhofstraße, wo Thilo Frizenschaf (WSA) sie gerne sähe, um seinen Spezialkunden, den Posern, den Zahn zu ziehen, sei kein Platz dafür, erklärte Ordnungsamtschefin Michaela Maier. Aber dann vielleicht am Skaterplatz oder beim Trödler, meinte Frizenschaf – auch dort ist Poserrevier.

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