Die GDL hat zum Streik aufgerufen, doch im Zollernalbkreis fahren die Züge dennoch weitgehend nach Plan. Warum streiken die Lokführer der HzL nicht?
Der Streik der Lokführer sorgt bundesweit für Zugausfälle. Zahlreiche Fahrgäste stehen an den Bahnsteigen und sie sollten noch Geduld mitbringen, denn das Ende des Streiks ist Freitag, 12. Januar, 18 Uhr angekündigt.
Nur die IRE-Verbindung ist betroffen
Wie bei den Lokführerstreiks des vergangenen Jahres ist der Zollernalbkreis quasi nicht betroffen. Es ist lediglich der IRE 6, der von Stuttgart nach Sigmaringen/Aulendorf fährt und in die Gegenrichtung, auf den die Fahrgäste verzichten müssen. Alle anderen Verbindungen, die von der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) befahren werden, bleiben vom Streik unberührt.
Keine Einigung mit der DB Regio
Warum streiken die Lokführer der Bahn und die der HzL nicht? Der Grund dafür sind die verschiedenen Anstellungsverhältnisse. Die IRE-Verbindungen werden von der DB Regio AG mit Sitz in Frankfurt betrieben. Diesen Betrieb bestreikt die Gewerkschaft der Lokführer (GDL), weil bislang noch keine Einigung im Tarifkonflikt erzielt worden ist.
Tarifabschluss mit der SWEG im April 2023 erzielt
Im Gegensatz dazu liegt eine solche Einigung zwischen GDL und Südwestdeutscher Landesverkehrs GmbH (SWEG) zu der die HzL gehört, bereits seit dem 4. April 2023 vor. Nach einer erfolgreichen Schlichtung und dem daraus haben die Verhandlungspartner einen Tarifabschluss erzielt, der auch für Tochterunternehmen wie die HzL gilt. Dieser Tarifabschluss besitzt bis zum 31. Dezember 2024 seine Gültigkeit.
Es gilt die Friedenspflicht
Die Gewerkschaft teilt auf Anfrage dazu mit: „Somit befindet sich die GDL bis zum 31.12.24 bei der SWEG/Hzl im Zollernalbkreis in der Friedenspflicht.“ Allerdings hat die Gewerkschaft gut verhandelt: Beim Tarifabschluss mit der SWEG sei laut GDL bereits vereinbart worden, dass das Ergebnis der laufenden Tarifrunde bei anderen Eisenbahnunternehmen auf das Personal der SWEG übertragen werde. „Die Kolleginnen und Kollegen partizipieren dennoch von den hoffentlich erfolgreichen Abschlüssen und dem dann im Markt verankerten neuen Niveau“, erklärt die GDL.
Nicht nur Lokführer sind bei der GDL organisiert
Und das gilt nicht nur für die Lokführer, sondern auch für einen Teil der Fahrdienstleiter, wenn diese bei der SWEG angestellt sind. Anders als es der Name vermuten lassen könnte, sind in der Gewerkschaft der Lokführer nicht nur Lokführer, sondern auch weiteres im Bahnbereich beschäftigtes Personal organisiert.
All das bedeutet jedoch nicht, dass die Lokführer der HzL auch in Zukunft nicht streiken – denn die Friedenspflicht dauert nur bis 31. Dezember 2024.