Das „Regionentheater aus dem Schwarzen Wald“ feiert sein zehnjähriges Bestehen. Mit der wohl berühmtesten Honigbiene der Welt startet man am 2. Juni in den Sommer.
Das „Regionentheater aus dem Schwarzen Wald“ feiert sein zehnjähriges Bestehen. Mit der Biene Maja startet man am 2. Juni in der Zavelsteiner Burg in die Sommersaison.
Zudem schwirrt die berühmte Honigbiene am 9. Juni durch die Nagolder Alte Seminarturnhalle. Für die Erwachsenen geht’s dann, wieder in der Burg Zavelstein, am 22. Juni los, wenn „Don Juan die Eva datet“. Der Vorverkauf für die Biene Maja und „Don Juan datet Eva“ ist mittlerweile gestartet.
Ein Traum wird wahr
Der Geschäftsführende Intendant Andreas Jendrusch, stellt unserer Redaktion sein Regionentheater vor; wie es entstand, welche Entwicklung es in dieser Dekade nahm und wohin die Reise gehen soll. Der 46-Jährige verwirklichte vor einem Jahrzehnt seinen Traum, mit einem sogenannten Reisetheater für den ländlichen Raum Menschen Schauspielkunst zu präsentieren.
Begonnen hat 2014 alles mit der Inszenierung des Tom Sawyer. Inzwischen reicht das Theaterangebot der Nordschwarzwälder Kreativabteilung vom ideenreichen Kinder- und Jugendtheater, über einen breitgefächerten Abendspielplan und Freilichtinszenierungen hin bis zu theaterpädagogischen Angeboten.
Licht und Schatten
Das Besondere: Das Team um den gelernten Schauspieler bereist inzwischen ganz Deutschland, da es sich um ein mobiles Profi- und Familientheater handelt. Mit einem Heinz-Erhardt-Stück rückte man ganz nahe an die Tore Hamburgs heran, um ansonsten auch in Schulen im Landkreis Freude zu generieren. Im Kreis selbst spielt man „sehr regelmäßig sowohl in Altensteig als auch in Nagold“.
Jendrusch machte unmissverständlich klar: „Wir leben von Gastspielen.“ Da freut man sich über das zunehmende Interesse, das man erfährt. Zuletzt füllte man im badischen Bühl die Stadthalle mit exakt 523 Zuschauern, die sich von dem Kinderbuchklassiker „Das Sams – Eine Woche voller Samstage“ verzaubern ließen. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. „Bei einem hoch politischen Stück saßen wir mit 13 Leuten da und mussten erkennen, dass wir dort kein Publikum erreichten.“
Viel zu organisieren
Das Spielen alleine reicht nicht aus. Sondern es gibt viel zu tun mit Organisation, Finanzen und Bürokratie. Vor allem sei eine enge Vernetzung innerhalb des Landkreises und innerhalb Baden-Württembergs vonnöten, um erfolgreich zu sein und um zu bestehen. Man ist offizieller Kooperationspartner des Freizeitparks Tripsdrill und hat ein Dauerengagement im Lindenhof Theater.
War man bis vor wenigen Jahren noch in Simmersfeld beheimatet, hat man nun mit dem Konsul-Niethammer-Kulturzentrum (KoNi) Bad-Teinach-Zavelstein einen idealen Standort für das „Regionentheaters im schwarzen Wald“ gefunden. Dort hat man eine Garderobe und ein Bühnenraum, in dem täglich geprobt wird, sofern man nicht spielt.
Aus dem Seelenleben
Während Jendrusch die Arbeit mit Schulen als Herzensanliegen bezeichnet, gibt es auch den Privatmann- und Schauspieler Jendrusch. Er plauderte aus dem Seelenleben eines Schauspielers und unter welchen Drucksituationen und Zwängen dieser arbeitet. Für ihn selbst sei nach Engagements an Theatern von Basel bis nach Mannheim der Wunsch übermächtig geworden, selbstständig die Dinge in die Hand zu nehmen.
Dass Jendrusch überhaupt die Schauspielerei zu seiner Passion machte, dafür schrieb das Leben selbst das Drehbuch. In Gera geboren, siedelte die Familie kurz vor der Wende in das niederbayerische Passau über. Dort bekam der Junge ein Reclam-Heft in die Hände. In dem gesellschaftskritischen, satirischen Drama von Frank Wedekind „Frühlingserwachen“ erkannte er eine Figur, mit der sich der pubertierende Jendrusch identifizierte. „Ich wollte wissen, wie aus so einem Buch Theater wird.“ Der Zufall half: Es wurden Statisten gesucht. „Es tat sich eine Welt für mich auf, die mich nie, nie, nie mehr losgelassen hat“, begeistert sich Jendrusch mit leuchtenden Augen.
www.regionentheater.de