Mit 29 Jahren ist Schapi gestorben. Foto: Stiftung für Bären

Tierschutzprojekt trauert um einstigen Zirkusbär. Durch schlechte Haltung erblindet.

Bad Rippoldsau-Schapbach - Traurige Nachrichten aus dem Alternativen Wolf- und Bärenpark: Braunbär Schapi ist tot. Er starb Anfang der Woche mit 29 Jahren nach einem Schlaganfall. 

Der einstige Zirkusbär lebte knapp zehn Jahre im Schwarzwälder Tierschutzprojekt. Schapis Schicksal, teilt der Park mit, habe dazu beigetragen, anderen Bären die Qual in der Manege zu ersparen. Der Braunbär wurde 1991 im Zoo Hellabrunn in München geboren und von dort an einen Zirkus verkauft. Da der Bär für Dressuren ungeeignet gewesen sei, hätten seine neuen Besitzer ihn mit vier weiteren Bären in einer Lkw-Garage gesperrt. Die schlechte Haltung hinterließ Spuren. Der Bär erkrankte an einer Augeninfektion und erblindete. 

2010 beginnt neues Leben

Nach langem Ringen, schreibt die Stiftung für Bären, hätten die Tiere 2010 schließlich befreit werden können. Für zwei Bären sei die Rettung jedoch zu spät gekommen. Die Überlebenden kamen Anfang November im Bärenrefugium im Wolftal an. Zu Ehren der Bewohner des Ortsteils Schapbach - in dem das Tierschutzprojekt angesiedelt ist - wurde der blinde Bär auf den Namen Schapi getauft. (Anm. d. Red.: Bei Ankunft im Park erhält jedes Tier einen neuen Namen. Einerseits als Symbol für den neuen Lebensabschnitt. Aber auch, um durch das Hören des vertrauten Namens ausgelöste Flashbacks in die Zeiten schlechter Haltung zu verhindern.)

"Schapi hat trotz seiner Blindheit nie den Lebensmut verloren. Und obwohl er bereits im fortgeschrittenen Altem war, als er in unsere naturnahen Freianlagen kam, konnte er das Bär-Sein entdecken und 10 Jahre lang genießen." wird die Leiterin des Projekts Schwarzwald, Sabrina Reimann, in der Pressemitteilung zitiert.

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