Rauch quillt aus dem Dach des Wohnhauses in der Baumgartenstraße in Nordstetten. Auf der anderen Seite des Daches greift der Brand auf eine Photovoltaik-Anlage über. Foto: Feuerwehr Horb a.N.

Für die Einsatzkräfte sind es erschwerte Bedingungen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag: Ein Hausbrand in der Baumgartenstraße in Nordstetten muss bei Minusgraden gelöscht werden. Der Aufwand ist hoch, an die Brandnester zu kommen.

Rauchwolken, aber keine Flammen treten aus dem Dach des Hauses aus. Die Photovoltaik (PV)-Anlage zeigt schnell schwere Brandschäden. Der Zugang zum betroffenen Haus ist nicht einfach, da es in der Häuserreihe etwas hinter den anderen Häusern der Straße liegt.

 

Es ist eine Herausforderung für Feuerwehr. Immer wieder heult eine Motorsäge auf, weil die Einsatzkräfte sich den Weg freibahnen müssen – und das bei klirrender Kälte. Nachbarn öffnen ihre Garage, damit Einsatzkräfte sich dort zwischendurch aufhalten können. Die Warn-Sirene im Ort hat viele Menschen geweckt. Aus der Nachbarschaft schauen immer wieder einzelne Nordstetter vorbei.

So hat sich der Brand entwickelt

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurden die Abteilungen Nordstetten, Horb-Stadt und der Einsatzleiter vom Dienst gegen 0.12 Uhr mit dem Stichwort „B3 unklarer Brand Gebäude“ in die Baumgartenstraße nach Nordstetten alarmiert.

Das Wohnhaus ist nicht einfach für die Feuerwehr zu erreichen, weil es versetzt hinter anderen Häusern liegt. Foto: Florian Ganswind

Vor Eintreffen der Feuerwehr wurde durch die Leitstelle Freudenstadt mitgeteilt, dass wohl im Bereich einer Terrasse an einem Wohnhaus brennen würde.

Die ersteintreffende Abteilung Nordstetten bestätigte laut Pressemitteilung der Feuerwehr Horb einen Brand im Bereich einer Terrasse mit Übergriff im Bereich einer PV-Anlage und des Daches und nahm sofort eine Brandbekämpfung unter Atemschutz im Außenbereich auf.

Hoher Personalaufwand

Durch den Einsatzleiter vom Dienst wurde nach der Rückmeldung der ersteintreffenden Einheit das Stichwort auf „B4 Wohnhausbrand“ erhöht. Das hatte zur Folge, dass weiter Fahrzeuge nach Alarm- und Ausrückordnung zum Einsatz hinzukamen.

Blick auf die hintere Seite des Wohnhauses Foto: Florian Ganswind

Im weiteren Verlauf, kurz nach der Erhöhung auf Brand 4, wurde die Abteilung Ahldorf mit Mittlerem Löschfahrzeug und zusätzlichen Atemschutzgeräteträger zur Einsatzstelle nachalarmiert, da zu erwarten war, dass es zu einem personalaufwendigen Einsatz kommt.

„Das Feuer hatte sich großflächig im Bereich der Dachhaut über den Kniestock zwischen den Dachziegeln und der inneren Decke ausgebreitet“, berichtet Feuerwehr-Pressesprecher Jan Straub.

Eine besondere Herausforderung für die Feuerwehr

Zum Löschen des Brandes musste von innen das Dach unter hohem Aufwand – teils unter erschwerten Bedingungen – geöffnet und ausgeräumt werden.

Insgesamt waren neun Trupps mit mehreren Rohren unter Atemschutz im Innen- und Außenangriff in den Einsatz eingebunden.

Durch einen sehr sparsamen Wassereinsatz zum Ablöschen im inneren des Obergeschoss konnte laut Feuerwehr der darunter liegende Wohnbereich komplett trocken gehalten werden. Allerdings sei das Haus derzeit unbewohnbar, berichtet das Polizeipräsidium in einer Pressemitteilung.Der entstandene Sachschaden liege im unteren sechsstelligen Bereich. "Ersten Erkenntnissen zufolge kann ein technischer Defekt als Ursache nicht ausgeschlossen werden", so die Polizei.

Letzte Arbeiten noch bis 7 Uhr

Gegen zwei Uhr konnten die ersten Einsatzkräfte, nach und nach, zum Reinigen und Aufrüsten ihrer Fahrzeuge und Gerätschaften an die Standorte entlassen werden.

Um 7 Uhr konnte dann die Abteilung Nordstetten – nach letzten Arbeiten und mehrfacher Kontrolle der Einsatzstelle – den Einsatz abschließend beenden.

Eine Person wurde mit Verdacht Rauchgasintoxikation durch den Rettungsdienst untersucht, der Verdacht bestätigte sich nicht und die Person verblieb vor Ort.

Mit am Einsatz beteiligt waren die Polizei Pforzheim/Revier Horb, der DRK-Kreisverband Freudenstadt mit einem Rettungswagen und der DRK-Ortsverein Mühringen.