Udo Siebert betreut den Lernort Natur. Foto: Jannis Jäger

Udo Siebert ist im Auftrag der Kreisjägervereinigung verantwortlich für das Lena-Mobil. Mit viel Leidenschaft widmet er sich der Aufgabe, die Freude an der Natur weiterzugeben – auch in Nagold.

Udo Siebert ist Obmann für den Lernort Natur und Jugend in der Kreisjägervereinigung. Er betreibt zusammen mit seinem Team eine Initiative, durch die Kinder einen Bezug zur heimischen Flora und Fauna aufbauen sollen – das Lena-Mobil.

 

Dabei handelt es sich um eine eigens dafür konstruierte rollende Schaubühne, einen kleinen Anhänger, der mit Präparaten, Proben und Schaubildern so ausgestattet wurde, dass an ihm das Leben im Wald erfahrbar wird und sich dadurch auf ganz besondere Weise vermittelt.

Hautnah und zum Anfassen präsentiert sich den Kindern eine Palette unterschiedlichster Tiere, die sie ansonsten möglicherweise nur aus Büchern kennen. Um einer Entfremdung des Nachwuchses gegenüber ihrer Umwelt entgegenzuwirken, engagiert sich Siebert und lädt die Kinder ein mit ihm vor Ort den Wald kennenzulernen.

Keinerlei Berührungsängste

Egal in welchem Alter – Kinder hätten ein instinktives Interesse an der Natur und keinerlei Berührungsängste mit den Präparaten. Neugierig und begeistert bestürmen sie den Wagen. Die Kinder sollen auch ein Verständnis dafür entwickeln, was die Jagd für den Wald bedeutet, dass es darum gehe, ein Gleichgewicht in der Natur zu bewahren. In der heutigen Zeit haben viele Wildtiere keine natürlichen Feinde mehr. In solchen Fällen bedürfe es der Jagd, um zu verhindern, dass das Leben im Wald in eine Richtung kippt.

Bei seiner Arbeit begegnet Siebert auch Menschen, die der Jagd skeptisch gegenüberstehen. „Es gibt auch Leute, die die Jagd komplett ablehnen. Das ist dann eben so“, sagt Siebert. Doch in all den Jahren habe er die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen die Argumente der Jäger nachvollziehen können und einem vernünftigen Gespräch durchaus zugänglich seien.

Entweder richtig oder gar nicht

Udo Siebert lebt seit 1985 in der Gegend. Heute ist er in Ebhausen zuhause. Seine Liebe zum Wald hat bereits in jungen Jahren begonnen. Es war der Großvater, der ihn früher mitnahm. Heute hat Siebert seinerseits oft 70 bis 90 Kinder vor Ort, manchmal sogar mehr, und tut sein bestes, um ihnen seine Liebe zum Wald mitzugeben.

Wissen auf Rädern: Im Lena-Mobil gibt es geballte Informationen zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Foto: Jannis Jäger

2011 hat Siebert die Jägerprüfung abgelegt und sein Engagement im Jagdverband begonnen. Eine gewisse von aktivem Erleben getriebene Naturverbundenheit war ihm allerdings schon lange eigen. Jahrelang war er Sporttaucher. Irgendwann hat er dann das Naturelle gewechselt.

Und das Jagen wurde schnell zur Passion. „Es ist einfach etwas Besonderes“, sagt er. Wenn in der kühlen Luft des frühen Morgens die Dämmerung anbricht und man die besondere Stille erlebt – in dem Moment wird es zu etwas, dem er sich ganz widmen wolle. Er sei schon immer jemand gewesen, der sich dann einer Sache voll verschreibt. Entweder mache man es richtig oder gar nicht, sagt er.

Die Begeisterung und der Tatendrang, die Siebert bei seinem Thema überkommen, vermitteln sich auch den kleinen Zuhörern. Er kann es sich auch leisten ein wenig lustig zu sein. Und so wird ein Besuch beim Lena-Mobil, nicht zuletzt auch durch Udo Siebert, zu einem besonderen Erlebnis für die Kinder.

Dadurch ist auch Nachfrage da und in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Vor allem nach den Jahren der Pandemie habe sich das bemerkbar gemacht. Die Freude und der Hunger, mit dem die Kinder in den Wald strömten, sei bemerkenswert.