Am Sonntag könnten die Schwenninger gegen die Tigers im Heimduell die Türe zur direkten Play-off-Qualifikation ganz weit aufstoßen. Coach Steve Walker lobt: „Wir haben in Mannheim ein richtig gutes Spiel gemacht.“
Schade, auch im Eishockey bleibt oft nicht genügend Zeit zum Genießen. Für die Wild Wings geht es nach ihrem großartigen 4:1-Sieg in Mannheim am Sonntag (14 Uhr) daheim in der ausverkauften Helios Arena in der Crunchtime der DEL-Hauptrunde gegen Straubing rasch weiter. Der Kampf um den begehrten sechsten Platz, der die direkte Qualifikation für die Play-off-Viertelfinal-Serie bedeutet, läuft auf Hochtouren.
Die Schwenninger (6./79) haben ihre Ausgangsposition vor dem vorletzten Hauptrunden-Tag wieder verbessert. Die Direktkonkurrenten Mannheim (7./76) und Köln (8./75) sind am Sonntag zu Gast in Bremerhaven sowie in Ingolstadt (9./71), stehen unter großem Zugzwang.
Wild-Wings-Stimmen in Mannheim
Für Wild-Wings-Kapitän Thomas Larkin war sofort nach dem Sieg in Mannheim am Freitagabend klar: „Wir gehen weiter Schritt für Schritt, bleiben bei uns. Wir haben es absolut in der eigenen Hand, direkt ins Viertelfinale zu kommen. Die Jungs haben heute eine großartige Leistung gezeigt, daran wollen wir gegen Straubing anknüpfen.“
Coach Steve Walker lobte sein Team: „Wir haben es geschafft, sehr gut zu starten und das Spiel gegen Mannheim einfach zu halten. Daniel Pfaffengut hat mit seiner individuellen Leistung dann einen schönen Treffer erzielt und auf 2:0 erhöht. Mannheim hat ein gutes Powerplay aufs Eis gebracht, aber Joacim (Eriksson, Anm.d.Red.) hat mit überragenden Saves viele Situationen entschärft. Wir haben im zweiten Drittel einen guten Job gemacht, dem Gegner Raum und Zeit wegzunehmen. Im dritten Drittel haben wir einen Push der Adler erwartet. Meine Mannschaft hat allerdings gut dagegen gehalten und stark verteidigt. Insgesamt war es ein richtig gutes Spiel von uns und wir sind sehr glücklich darüber.“
Dallas Eakins wirkt schon ratlos
Die Adler zeigten sich nach ihrer vierten Niederlage in dieser Saison gegen Schwenningen erst einmal völlig ernüchtert. Coach Dallas Eakins, unter dem seit seinem Kommen Anfang Dezember keine konstant-positive Entwicklung zu sehen ist, schien nach dem 1:4 innerlich genervt: „Wir haben noch ein einigermaßen solides erstes Drittel gespielt, hatten unsere Chancen und haben selbst nicht so viel zugelassen. Im zweiten Drittel mit dem 0:2-Rückstand hätten wir den Druck erhöhen müssen. Dies ist uns aber nicht gelungen. Wir haben viele Pucks verloren. In solchen Momenten schleichen sich Fehler ein und man kreiert selbst keine Offensive. Das hat uns frustriert. Es war eine harte Niederlage für uns.“
Was Eakins dann am Samstag ebenfalls nicht zusagte: „Wir sitzen acht Stunden lang im Bus nach Bremerhaven und müssen dort die Dinge besprechen, die wir besser machen müssen.“
Straubing zeigt eine starke Form
Wie gut der kommende Schwenninger Gegner Straubing drauf ist, bewiesen die Tigers am Freitag beim 4:1-Heimerfolg gegen die Eisbären Berlin. Die Mannschaft von Coach Tom Pokel steht auf dem dritten Platz und dürfte dort auch in den letzten beiden Partien nicht mehr zu verdrängen sein. Spannend: Bleiben die Wild Wings Sechster, könnten sie in einer Play-off-Viertelfinalserie (Best of 7) ab dem 16. März wieder auf Straubing treffen. Doch so weit ist es noch nicht.
Wild-Wings-Coach Steve Walker erwartet am Sonntag einen Gegner aus Straubing, „der sich gegen uns bestimmt im Hinblick auf die Play-offs nicht schonen wird. Die Tigers haben auch in diesem Jahr wieder ein Top-Team“, erwartet Walker ein „sehr schweres und enges Spiel“ für seine Mannschaft.
Die Straubinger zählen zu den Kontrahenten, gegen die sich die Wild Wings – über einige Jahre schon hinweg – oft schwer taten. Schwenningen gewann zwar sein erstes Heimspiel in dieser Hauptrunde mit 4:3, unterlag jedoch mit 1:4 und 3:6 am Pulverturm. Schöne Nachrichten erhielten die Tigers-Verantwortlichen übrigens am Freitag: Sie wurden als deutscher Vertreter zum kommenden und legendären Spengler-Cup-Turnier 2025 nach Davos eingeladen.
Was am Freitag auch noch wichtig war
Die Nürnberg Ice Tigers haben einen Platz als aktuell Tabellenzehnter in der 1. Play-off-Runde (ab 9. März) sicher, nachdem sie ihren Direktkonkurrenten Düsseldorf mit 5:3 besiegten. Mit dem 4:1 in Ingolstadt schafften die Frankfurter Löwen (11.) den Klassenerhalt am drittletzten Spieltag. Hingegen können die Augsburger um Coach Christof Kreutzer als Tabellenschlusslicht und vier Punkten Rückstand auf Iserlohn nach einem chancenlosen 0:4 in Bremerhaven nur noch auf ein kleines Wunder hoffen.