Straubing setzt sich am Ende glücklich im siebten Spiel des Viertelfinales mit 3:2 durch. Die beiden Treffer der Wild Wings, die einen großen Kampf zeigen, kommen in einer sportlich-dramatischen Schlussphase zu spät.
Was für ein sportlich-dramatisches Schlussdrittel im siebten und entscheidenden siebten Spiel des Viertelfinales in Straubing! Die Tigers sahen lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Doch die Wild Wings starteten nochmals eine tolle Aufholjagd, die aber nicht belohnt wurde. Das Schwenninger Team, der ganze Club und auch die Fans können stolz auf diese Saison sein.
Die Personalien
Vor dem Spiel 7 gab es eine Hiobsbotschaft: Tylor Spink fehlte verletzt – für ihn stürmte Boaz Bassen.
Bei den Tigers schenkte Coach Tom Pokel im Tor wieder Hunter Miska das Vertrauen.
Der NHL-erfahrene Verteidiger Justin Braun, der zuletzt verletzt fehlte, war bei den Straubingern wieder dabei.
Das erste Drittel
Die Niederbayern legten los wie die Feuerwehr, setzten die Wild Wings, begleitet von rund 500 Fans, sofort unter Druck. Diese konnten sich nach den ersten acht stressigen Minuten befreien und besaßen durch Zach Senyshyn (er feierte am Samstag seinen 27. Geburtstag) die erste große Möglichkeit. Vier Zeigerumdrehungen später scheiterte Tyson Spink knapp. In der 14. Minute agierte Schwenningen ums eigene Tor zu fahrlässig, ließ Stephan Daschner bei dessen 1:0 zu viel Raum.
Exakt so unnötig war auch das Straubinger 2:0 durch Cole Fonstad (18.). Gästekeeper Joacim Eriksson wusste einen Moment lang nicht wo die Scheibe ist und kassierte prompt den Treffer.
„Dieses 1:0 war für uns so etwas wie eine Befreiung. Es ist ja das Spiel 7. Wir waren alles sehr angespannt. Aber die Serie hat bisher gezeigt, dass man sich auf nichts ausruhen kann“, bilanzierte auch Tigers-Torschschütze Stephan Daschner in der ersten Pause.
Das zweite Drittel
Hier mussten die Schwenninger in doppelter Unterzahl in der 24. Minute durch JC Lipon das 0:3 hinnehmen. Wild-Wings-Verteidiger Daryl Boyle zeigte sich im Powerbreak des zweiten Drittels kämpferisch: „Das Ergebnis hat noch nichts zu bedeuten. Wichtig ist, dass wir wieder mehr Ruhe in unser Spiel bekommen.“
In der letzten Phase des Mitteldrittels hatten die Gäste mehr vom Spiel, doch ihnen fehlte vor dem Tor von Hunter Miska nun das Scheibenglück.
Wild-Wings-Angreifer Sebastian Uvira blickte in der letzten Pause voraus: „Auch wenn dieses Ergebnis so steht, machen wir bis jetzt ein gutes Spiel. Warum sollen wir im letzten Drittel nicht noch drei Tore schießen? Wir müssen weiter Gas geben.“
Das dritte Drittel
Das erhoffte schnelle Schwenninger Anschlusstor fiel nicht im letzten Drittel. Die Wild Wings gaben noch einmal alles – Straubing lauerte auf Konterchancen.
In der 54. Minute traf Kapitän Thomas Larkin zum 1:3. Aber Will Weber kassierte prompt darauf eine Strafe. Die Wild Wings waren voll da: Tyson Spink schaffte in der 57. Minute das 2:3, doch es sollte nicht mehr zur Verlängerung reichen. Glücklich retteten sich die Tigers am Ende über die Runden.
Am Ende jubelten die Straubinger über ihren erstmaligen Halbfinaleinzug nach zwölf Jahren – die Wild Wings können sehr stolz auf diese Saison sein. Sie wurden toll von ihren Fans in Straubing verabschiedet und gefeiert.
Im Play-off-Halbfinale am Ostermontag kommt es zu den Duellen Bremerhaven gegen München und Berlin gegen Straubing.
Die Statistik
Straubing – Wild Wings 3:2 (2:0, 1:0, 0:2).
Tore: 1:0 Daschner (13:59 – Assists: Zengerle, Klein), 2:0 Fonstad (17:45 – Tuomie, Klein), 3:0 Lipon (23:17/5:3 – Connolly, Mattinen), 3:1 Larkin (53:29 – Brown), 3:2 Tyson Spink (56:28 – Marshall).
Strafen: Straubing: 13 – Wild Wings: 13.Schiedsrichter: Anderson/Frano.
Zuschauer: 5635 (ausverkauft).