Der 7-Berge-Weg führt auch auf den Nagolder Schlossberg, auf dem ein Besuch der Burg Hohennagold fast unumgänglich ist. Foto: Alex Kijak

Der Nagolder 7-Berge-Weg verbindet landschaftliche Vielfalt mit historischer Stadtgeschichte und jeder Menge Bewegung. Auf gut ausgeschilderten Pfaden geht es rund um Nagold, wobei Abkürzungen der einzelnen Etappen leicht möglich sind.

Wer sich einen sportlichen Überblick über Nagold verschaffen und die Stadt gleich von mehreren Perspektiven betrachten will sollte den 7-Berge-Weg gehen.

 

Der etwa 22 Kilometer lange Wanderweg führt durch ausgedehnte Mischwälder, aber auch offene Felder und Fluren um die Stadt herum. Oftmals wird dabei der Blick auf die im Tal liegenden Häuser freigegeben.

Mit Audio-Tour ins Mittelalter

Beginnend im Stadtpark Kleb führt der gut ausgeschilderte Weg auf den Schlossberg zur Burgruine Hohennagold empor. Dort angelangt, kann man sowohl die Sicht in die Weite genießen als auch mit der digitalen Audio-Tour in die mittelalterliche Geschichte der Feste eintauchen.

Nach dem Abstieg führt die Strecke ein kurzes Stück durch die Stadt, bis es schließlich den Killberg emporgeht, der seinen Namen („Kirch-“) von der Nagolder Remigiuskirche hat.

Schattige Pfade am Ruhewald

Der schattige Weg lenkt die Wanderer durch den Ruhewald, in dem sich Nagolder Bürger unter heimischen Bäumen bestatten lassen können. Weiter geht es auf den Lemberg, von dem man an verschiedenen Aussichtspunkten die weit unten liegende Stadt betrachten kann.

Die Strecke verläuft – je nach Jahreszeit – zwischen blühenden Wiesen mit herrlichem Fernblick in die Region. Foto: Alex Kijak

Stets ist die Route von kleinen, an den Bäumen hängenden Sprüchen unterbrochen, die für den Vorbeikommenden manch unterhaltsame, manchmal auch nachdenkliche Botschaft bereithalten.

So beklagte etwa schon der französische Philosoph Voltaire: „In der einen Hälfte des Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben. In der anderen Hälfte des Lebens opfern wir Geld, um Gesundheit zu erlangen.“

Vorbei an der einstigen Tuchfabrik in Iselshausen geht es den Ziegel-, Steinberg im dortigen Naturschutzgebiet hoch. Oben angekommen, kann man bis zu den Bergen der Schwäbischen Alb blicken.

Über den Wolfs- bis zum Galgenberg

Am Wolfsberg entlang, auf dessen Plateau eines der Nagolder Industriegebiete angesiedelt ist, erreicht man schließlich den Galgenberg. Dessen Name leitet sich von der Richtstätte ab, die bis 1840 existierte.

Biketrail und Schlusseinkehr

Die letzte Station, der „Eisberg“, hat nichts mit gefrorenem Wasser, sondern eher etwas mit dem keltischen „Is“ („hoch gelegen“) zu tun. Denn von dem früheren Truppenübungsplatz hat mein einen guten Blick bis in die Wälder des Nordschwarzwaldes. Darüber hinaus kreuzt man den Biketrail, auf dem Mountainbiker bei ihrer wilden Fahrt rund einen Kilometer Action erleben können.

Die Beschilderung führt durch Wald, Feld und Stadt. Foto: Alex Kijak

Geübte Wanderer können die Tour, bei der man circa 580 Höhenmeter bewältigt, in sieben Stunden zurücklegen. Durch die Nähe zum Stadtzentrum ist es jedoch auch möglich, den Weg in einzelne Streckenabschnitte zu unterteilen und sich so einen Berg nach dem anderen vorzunehmen.

Egal, ob man den 7-Berge-Weg am Stück oder in einzelnen Etappen läuft, am Ende kann man sich in einer der zahlreichen Gaststätten in Nagold von den Anstrengungen bestens erholen.

Qualitätsweg

Auszeichnung
Seit 2019 ist der 7-Berge-Weg als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert. Damit zeichnet der Deutsche Wanderverband Wege nach den Kriterien Sehenswürdigkeiten, Ausblick und Landschaft oder Einkehrmöglichkeiten aus.

Ehrenamt
Nach drei Jahren muss das Zertifikat erneuert werden. Die Wegewarte sowie Mitglieder des Schwarzwaldvereins investieren viele ehrenamtliche Stunden, um Wege und Beschilderung auszubessern. 2022 stand die jüngste Rezertifizierung an.