Am Montag wurde an der "Lindeshalde" der neue Rangendinger Waldkindergarten eröffnet.  Foto: Beiter

Den Waldkindergarten in Rangendingen einzuweihen ist ja durchaus ein schöner Anlass. Warum die Einweihungsparty mit Bürgermeister Manfred Haug am Montag trotzdem nur sehr klein ausfiel, lesen Sie im Artikel.

Rangendingen - "Alles klar im Wald", fragte der Bürgermeister die Kinder, als er am Montagmorgen zusammen mit Kindergartenleiterin Elisabeth Sinz für eine "kleine Eröffnung" bei der Schutzhütte vorbeischaute. Die Buben freuten sich über die Schaufel, die Harke und den Rechen, die er ihnen mitgebracht hatte und mit denen sie sich im Sandkasten sofort ans Werk machten. Eine Kuckucksuhr, so versprach der Rathauschef, werde noch kommen. "Damit ihr wisst, wann Feierabend ist."

Rund drei Jahre war der Waldkindergarten Thema im Rangendinger Gemeinderat gewesen, blickte Haug zurück. Im Mai 2020 dann machte das Gremium einen Knopf an die Sache. "An einem richtig schönen Platz" (Bürgermeister Haug) am Waldrand an der Lindeshalde war damals nach langem Suchen ein geradezu idealer Standort gefunden worden.

Hütte hat fließend Wasser, WCs und eine Küche

Dort steht jetzt die schmucke Schutzhütte mit "etwas Komfort", wie Gruppenleiterin Heidrun Krämer sagt. Die Hütte hat fließend Wasser, WCs, eine Küche, um Tee zu kochen oder einen Kuchen zu backen, und einen Aufenthaltsraum für die 20 Kinder, die dort einmal betreut werden können.

Bürgermeister Haug bedankte sich für das gelungene Werk bei allen beteiligten Firmen, stellvertretend bei den beiden Bauleiterin Iris und Daniel Dieringer von der Ingenieurwerkstatt der Zimmerei Holzbau Dieringer, und Bauhofleiter Ronny Zanger, die ebenfalls an der kleinen Feier teilnahmen. Haugs Dank galt auch den Anwohnern für deren "Verständnis", dass am Waldrand zukünftig fröhliches Kinderlachen zu hören sein werde.

Die Gemeinde sei froh, den Waldkindergarten jetzt in Betrieb nehmen zu können, so Haug. Mit ihm sei in Rangendingen ein neues Angebot an den Start gegangen und damit auch weitere, dringend benötigte Kindergartenplätze geschaffen worden. Die vier Buben, die am Montag da waren, begrüßte Haug, dass sie "heute die allerersten Kinder im neuen Waldkindergarten" seien und damit in dessen Historie eingehen würden.

Den Start des neuen Waldkindergartens hatten sich die Gemeinde, Eltern und Erzieherinnen allerdings wohl ein klein wenig anders vorgestellt. Angesichts der Corona-Pandemie ist derzeit auch dort lediglich eine Notbetreuung möglich, wie Heidrun Krämer erklärt. Im Laufe der Woche, kämen laut ihren Worten zu den vier Kindern vom Montag noch zwei weitere Kinder hinzu.

Schutzhütte wird nur bei extremen Wetterlagen genutzt

Die Erzieherinnen sind neben der Leiterin außerdem Gabi Beiter und Sandra Widmaier. Hinzu kommt Bilal Minhas, der bis zum Sommer ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten macht. Insgesamt können im Waldkindergarten "Lindeshalde" von morgens 7.30 Uhr bis am Nachmittag um 13.30 Uhr 20 Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut werden. Diese Zahl, so Krämer, werde allerdings erst im Mai des kommenden Jahres erreicht. Trotzdem gebe es bereits jetzt eine Warteliste für weitere Aufnahmen.

Die Schutzhütte wird nur bei extremen Wetterlagen genutzt. Ansonsten spielt sich die Betreuung in der freien Natur ab, insbesondere im extra dafür vorbereiteten Waldstück am Rand der Wiese. "Wir spielen, basteln, klettern, bauen, sägen und singen mit den Kindern, wie in jedem Kindergarten - sehr viel davon halt im Freien", erklärt Krämer die Idee der Einrichtung.

Im Wald würden die Kinder in den kommenden Tagen erst einmal aufräumen und sich eine Spielecke einrichten. "Fertiges Spielzeug" gebe es nur wenig, sondern werde aus den "Früchten des Waldes" gesammelt und selbst gebaut. Den Belag für einen Geburtstags-Apfelkuchen könnten die Kinder auf den angrenzenden Obstwiesen sammeln.

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