Die „VR-Bank Dornstetten-Horb eG“, hier die Geschäftsstelle in Dornstetten, fusioniert mit der „Volksbank in der Region eG“. (Archivfoto) Foto: Dirk Haier

Gottfried Joos, Vorstandsvorsitzender der „VR-Bank Dornstetten-Horb eG“, spricht über die Fusion mit der „Volksbank in der Region eG“ mit Sitz in Tübingen.

Die „VR-Bank Dornstetten-Horb eG“ fusioniert mit der „Volksbank in der Region eG“. Gottfried Joos, Vorstandsvorsitzender der „VR-Bank Dornstetten-Horb eG“, erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion, wieso diese Verschmelzung für die Banken sinnvoll ist und was dies für die Kunden bedeutet.

 

Warum strebt die „VR-Bank Dornstetten-Horb eG“ die Verschmelzung mit der „Volksbank in der Region eG“ mit Sitz in Tübingen an?

Die aktuellen großen Herausforderungen durch ausufernde Bankenregulierung, Digitalisierung und Fachkräftemangel betreffen alle regionalen Banken. Wir sind nach vielen Diskussionen zur Überzeugung gekommen, dass eine Verschmelzung mit einer größeren Einheit eine gute Lösung sein kann. Da wir seit über 20 Jahren sehr gut und vertrauensvoll bei der Finanzierung von großen Investitionen mit den Kollegen der Volksbank in der Region zusammenarbeiten, lag ein Kontakt in diese Richtung nahe.

Nahe? Gibt es da nicht eine räumliche Distanz?

Das erscheint so, wenn Sie den juristischen Sitz in Tübingen meinen. Für unsere Kunden hat „Nähe“ aber eine andere Bedeutung. Nähe wird durch die Nähe der Ansprechpartner vor Ort, die örtlichen Geschäftsstellen und die heute sehr wichtige Nähe durch jederzeitige Verfügbarkeit im Online-Kanal definiert. Kunden fragen nach, ob es vor Ort Service gibt, wo der persönliche Berater sitzt und ob es vor Ort Personal mit ausreichenden Kompetenzen gibt. Das ist der Fall. Der juristische Sitz hat insofern wenig Bedeutung.

Gottfried Joos Foto: VR-Bank

Bei einer Pressekonferenz auf Schloss Weitenburg informierten Sie auch darüber, dass die VR-Bank die „übertragende“ und die Volksbank die „übernehmende“ Bank sei. Was bedeutet das?

Hier geht es um den juristischen Akt in der Sekunde der Verschmelzung. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es vollkommen nachvollziehbar, dass in aller Regel der nach Bilanzsumme größere Partner übernimmt. Ansonsten würden regelmäßig deutlich höhere Kosten anfallen und das wollen wir vermeiden.

Was haben die Kunden von diesem Zusammenschluss?

Ja, das ist die entscheidende Frage. Diese haben wir bei der Prüfung möglicher Partner ganz oben angestellt. In den Gesprächen mit der „Volksbank in der Region“ hat uns deren Regionenkonzept überrascht und überzeugt. Wir gehen mit einer größeren Bank zusammen, die bisher aus fünf Regionen (Steinlach-Wiesaz-Härten, Tübingen, Rottenburg, Herrenberg und Nagold) besteht. Wir werden die sechste Region sein, ähnlich groß wie die anderen Regionen und gleichwertig mit diesen und bekommen eine Hauptstelle. In unserer Region wird ein Vorstand zuständig sein. Wir haben in unserer Region Regionaldirektoren für das Firmenkundengeschäft, das Privatkundengeschäft und für die Baufinanzierung mit entsprechenden Kompetenzen. Dazu können wir auf viele Spezialisten der Gesamtbank zurückgreifen und Leistungen anbieten, die wir uns in der seitherigen Größe zukaufen mussten. Dies im Sinne einer qualitativ hochwertigen Betreuung unserer Mitglieder und Kunden, die noch mehr Leistung erhalten sollen.

Was bedeutet die Fusion für die Mitarbeiter?

Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Wir setzen auf alle unsere qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – wir brauchen sie. Durch die Möglichkeit, mehr Spezialisten auszubilden, ergeben sich neue Karriere- und Entwicklungschancen für die Mitarbeitenden. Ich bin von den Vorteilen dieser Verschmelzung für unsere Kunden und unsere Mitarbeitenden überzeugt.