Die Fake-Anrufer haben es auf die Zählerdaten abgesehen. Foto: Pixabay

Kunden der Stadtwerke Balingen werden derzeit angerufen und nach sensiblen Daten gefragt. Allerdings nicht von den echten Stadtwerken, wie die Behörde nun warnt.

Die Balinger Stadtwerke wenden sich an ihre Kunden und warnen: „Dieser Tage erreichten die Stadtwerke Balingen vermehrt Hinweise von verunsicherten Kunden, die offensichtlich in betrügerischer Absicht von Unbekannten angerufen wurden.“

 

Die Masche der Betrüger: Sie geben sich als Mitarbeiter der Stadtwerke Balingen aus. Im Telefonat wollten die Anrufer demnach die Zählernummer und den Zählerstand abfragen.

Stadtwerke melden sich stets per Post

So etwas machen die echten Stadtwerke aber gar nicht und geben den Hinweis: „Die Stadtwerke Balingen weisen ausdrücklich darauf hin, dass sie weder Unternehmen damit beauftragt haben, derartige Telefonaktionen durchzuführen, noch eigene Mitarbeiter Anrufe an Kunden richten, bei denen Zähler- oder sonstige Kundendaten abgefragt werden.“

Auf Anfrage unserer Redaktion teilt die Behörde mit, dass Abfragen von Daten und anderen Informationen stets per Post an die Kunden gehen. Kunden, die am Telefon hierzu befragt werden – oder an der Haustüre –, laufen Gefahr, Opfer einer Betrugsmasche zu werden.

Stecken andere Versorger hinter den Anrufen?

Mit Betrugsmaschen kämpfen die Stadtwerken bereits länger. „In der Regel treten diese Anrufe einmal pro Quartal auf“, sagt uns Tamara Sauer, Leitung Marketing & Kommunikation der Stadtwerke Balingen. Gerade jetzt, wenn die Endabrechnung ansteht, scheinen die Betrüger ihre Chance zu sehen.

Da es besonders schwer ist, diesen Betrügern das Handwerk zu legen, setzt man laut Sauer voll auf Aufklärung. Die Stadtwerke bitten die Kunden, sollten sie Opfer eines solchen Anrufs werden, das Gespräch umgehend zu beenden und die echten Stadtwerke darüber zu informieren.

Die Warnung, Daten wie die Zählernummer und den Zählerstand nicht leichtfertig preiszugeben, hat durchaus seinen Sinn. Bei den Stadtwerken wird uns erklärt: „Im schlimmsten Fall kann mit dem Namen, der Anschrift und der Zählernummer ein Kunde ohne Zustimmung umgemeldet werden.“

Kunden winkt eine Kostensenkung

Die Überraschung trudelt dann in Form eines Schreibens des neuen Versorgers ein. Bei den Stadtwerken Balingen hat man deshalb den Verdacht, dass es sich bei den Anrufern um Unternehmen handeln könnte, die im Auftrag anderer Versorger auf Datenfang gehen.

Anfang des Jahres hatten bereits die Stadtwerke Hechingen vor dieser Betrugsmasche gewarnt. Auch dort gaben sich Unbekannte als Stadtwerke-Mitarbeiter aus und versuchten, Daten zu ergaunern.

Die gute Nachricht für die Kunden der Stadtwerke Balingen. Bald kommt Post der echten Stadtwerke. Einerseits werden die Kunden über die tatsächliche Zählerabfrage informiert. Dazu winkt eine Kostensenkung.