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Villingen-Schwenningen Wie wird Stadt die Taubenplage los?

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Foto: Pixabay

Villingen-Schwenningen - "Wir werden den Beweis erbringen, dass es funktioniert". Thorsten Kuchenbecker ist angetreten, um in Kooperation mit einer Spezialfirma und dem städtischen Bauamt der Taubenplage in der Stadt auf humane Weise Herr zu werden.

Der Tierfreund lebt mit Hunden, Katzen und einer Tauben­voliere in Marbach und hat Verständnis für die Bedürfnisse der Stadttauben, aber auch der Menschen, die von zu vielen Tieren, deren Geräusche und Hinterlassenschaften in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind. Der 34-Jährige ist aktives Mitglied des Tierschutzvereins Villingen-Schwenningen und setzt sich jetzt ehrenamtlich dafür ein, dass Mensch und Tier geholfen wird.

Aktivitäten nach dem "Regensburger Modell"

Bisher wurden geplagte Bürger und Tiere mit ihrem Problem alleine gelassen. Jetzt hat, wie berichtet, der Gemeinderat beschlossen, für den Anfang 50.000 Euro bereitzustellen zur Einrichtung eines Taubenschlages und den ersten Aktivitäten nach dem "Regensburger Modell", um die Vögel darin ansässig werden zu lassen. Anspruch auf Befreiung von einer Taubenplage angemeldet haben nach einem städtischen Aufruf rund 20 private Haushalte, Firmen und Schulen.

Freilich kann nicht sofort allen geholfen werden. Die Firma Astum aus der Nähe von München wird den ersten Schlag bis zum Sommer auf dem Flachdach des Parkhauses am Muslenplatz in Schwenningen errichten und Locktauben einsetzen, die ihre Artgenossen in das neue Heim lotsen sollen. Auch eingefangene Tiere können dorthin umgesiedelt werden.

Nachdem sie auf Krankheiten untersucht worden sind, erhalten die Tauben dort artgerechtes Futter und Wasser. Ihre bis zu zwei Gelege von je zwei Eiern pro Monat werden regelmäßig gegen Gipseier ausgetauscht. Die Pilotphase läuft bis Ende 2020.

Über Geburtenkontrolle kann Bestand reduziert werden

Thorsten Kuchenbecker, der als Teenager bei einem Taubenzüchter alles über die Tiere lernte, weiß, dass sie ihrem Partner und auch einem Standort, an dem sie sich wohl fühlen, ein Leben lang treu bleiben. "Einmal in den Taubenschlag eingezogen, werden sie sich nirgendwo anders mehr niederlassen". Über die dann mögliche Geburtenkontrolle reduziere sich zudem ihr Bestand.

150 Tiere passen in einen Schlag, für einen weiteren Ausweichschlag werde derzeit bereits ein Standort gesucht, weiß Kuchenbecker. Weitere könnten folgen.

Was sich logisch und Erfolg versprechend anhört, birgt lediglich eine personelle Problematik. Ein Taubenschlag müsse täglich gepflegt werden, weiß der Experte. Futter und Wasser müssen nachgefüllt, Eier ausgetauscht und es muss ausgemistet werden. Thorsten ­Kuchenbecker veranschlagt dafür täglich ein bis zwei Stunden. Dass diese Arbeit nicht allein von Mitgliedern des Tierschutzvereines geleistet werden kann und die Stadt mithelfen muss, steht für ihn außer Frage. Grundsätzlich werden derzeit Freiwillige gesucht, die sich der Tauben annehmen möchten und nicht allein Pflegearbeiten im Taubenschlag, sondern auch Fangaktionen oder Arbeiten in der Tauben-Auffangstation übernehmen.

Ab sofort können sich Helfer über www.tierschutzvereinvs.de dafür melden. Und jetzt müssen die Taubenschützer zeigen, was sie können. Thorsten Kuchenbecker ist zuversichtlich. Vor zwölf Jahren nahm er die erste kranke Taube in seine Obhut. Inzwischen betreibt er eine Auffangstation für verletzte und kranke Tauben bei sich zu Hause.

Viele Vorurteile

Dass die Vögel bei den meisten Menschen verhasst sind, kann er zwar nachvollziehen, gibt den vermeintlichen Vogelfreunden aber auch Schuld daran. Falsche Ernährung, zum Beispiel durch die Fütterung von Brot, mache die Tiere krank und beschere ihnen Durchfall, der dann in extrem großen Mengen als stinkender Kot anfalle.

Dass Tauben Krankheiten übertragen, stimme dagegen nicht, weiß der Experte. Wenn die künftigen Betreuer der Taubenschläge sich in Anzüge und Mundschutz hüllen, dann nur aufgrund des Feinstaubes, der durch Federn und Streu anfalle. Tauben sind nur eine Gattung, denen sich der Tierschutzverein VS widmet. Mitglieder führen private Auffangstationen für Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Wildvögel, Igel. "Der Bedarf ist riesig", sagt Thorsten Kuchenbecker und wünscht sich nicht nur für die Tauben der Stadt Tierfreunde, die mit ­anpacken.

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