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Villingen-Schwenningen Sind die Tage der Brücke Nord gezählt?

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Villingen-Schwenningen - Die Brücke an der Vockenhauser Straße wurde in den vergangenen Monaten einer Objektbezogenen Schadensanalyse (OSA) unterzogen. Das Ergebnis: Die Standfestigkeit des Bauwerks ist zwar unbedenklich, das zuständige Planungsbüro rät dennoch zur Instandsetzung.

Die Arbeitsgemeinschaft aus Ingenieurbüro Heinrich Bechert + Partner und Planungsbüro Hemmerling hat gemeinsam mit der Universität Stuttgart zwischen November 2018 und August 2019 die OSA vorgenommen. Dabei wurden die statischen und dynamischen Verformungen sowie die Einschwingungsverformungen der 1982 erbauten Brücke untersucht. Ebenfalls testeten die zuständigen Firmen die Chloridbelastung im Bauwerk.

Das Resultat der Untersuchungen stellte Norbert Hemmerling am Dienstagabend in der Sitzung des Technischen Ausschusses vor. "Wir haben im Tragwerk keine Defizite gefunden, allerdings bauliche Schäden festgestellt." Das heißt: Die Standfestigkeit der Brücke ist nicht gefährdet und stellt keine Gefahr dar. Allerdings sei die erwartete Bestandsdauer des Bauwerks eingeschränkt, da Chlorid eingedrungen sei, das laut Hemmerling bei Nichthandeln zu Korrosionsschäden führen könne.

Teilneubau für 7,3 Millionen Euro

Der Ingenieur schlug deshalb zwei Lösungen vor, die er innerhalb der kommenden beiden Jahre umsetzen würde: So bestünde die Möglichkeit eines Teilneubaus, der nach Schätzungen von Hemmerling etwa 7,3 Millionen Euro kosten würde. Dieser wäre auf eine Nutzungsdauer von 75 Jahren ausgelegt. Alternativ dazu wäre eine Instandsetzung auf 59 Jahre, deren Kosten Hemmerling auf rund vier Millionen Euro beziffert.

In Anbetracht dieser Summen schlackerte manch Stadtrat mit den Ohren, unter anderem Dietmar Wildi (CDU): "Also wenn ich mir diese Brücke so anschaue, dann ist das meiner Ansicht nach noch die, die am besten aussieht." Deshalb könne er die Dringlichkeit, zumal keine Gefahr von dem Bauwerk ausgehe, nicht so ganz nachvollziehen. Auch Andreas Flöß (Freie Wähler) zeigte wenig Verständnis: "Ich bin nicht bereit über eine 37 Jahre alte Brücke zu diskutieren." Natürlich nage der Zahn der Zeit auch an diesem Bauwerk, aber er sehe die Notwendigkeit für eine solche Summe überhaupt nicht. Auch bei der SPD-Fraktion wirft "das eine oder andere" Fragen auf, wie Bernd Lohmiller betonte.

Zwischenschritte in Betracht ziehen

Norbert Hemmerling versuchte mehrfach, das Gremium samt Bürgermeister Detlev Bührer von einer Instandsetzung zu überzeugen, was ihm aber nicht wirklich gelingen wollte. Letztlich schlug er vor, um Korrosionsschäden zu verhindern, die Brücke neu zu asphaltieren und wenigstens die Risse im Beton abzudichten. "Das wird bei einer Fläche von 4600 Quadratmetern und einem Quadratmeterpreis von 50 Euro aber auch gut 1,2 Millionen Euro kosten", rechnete er vor.

Dietmar Wildi zückte seinen Taschenrechner und erwiderte: "Also ich komme lediglich auf 230.000 Euro bei den genannten Zahlen." Der CDU-Stadtrat ist überzeugt: "Bevor wir über eine große Sanierung sprechen, gibt es sicherlich noch viele Zwischenschritte. Ich möchte einfach, dass diese in Betracht gezogen werden."

Und dann meldete sich Joachim von Mirbach zu Wort: "Lässt sich der Verkehr an dieser Stelle eigentlich nicht anders leiten als über die Brücke? Könnten wir diese nicht abreißen, bevor wir sie sanieren?" Was von Mirbach in seiner gewohnt spitzfindigen Art einfach in den Raum geworfen hatte, sorgte bei Bürgermeister Bührer überraschend für Begeisterung. "Herr Millauer, können wir das mal prüfen, ob wir diese Brücke überhaupt noch brauchen?", richtete er seine Worte an den Leiter des Grünflächen- und Tiefbauamtes.

Dieser sicherte zu, eine solche Simulation der Verkehrsführung zu prüfen, gab aber zu bedenken: "Abreißen müssen wir sie dann aber schon, was etwa eine Million Euro kosten würde." Von dieser Summe zeigten sich die Anwesenden allerdings weniger geschockt als von den beiden anderen genannten.­

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