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Villingen-Schwenningen Mordfall wird im ZDF nochmals aufgerollt

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Erster Kriminalhauptkommissar Bernd Lohmiller (links) im Gespräch mit Südfilm-Redaktionsleiter Stefan Ummenhofer (Mitte) beim Dreh für das ZDF. Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Kommt in den Villinger Mordfall Zeljka Ivekic nach über 40 Jahren nochmals Bewegung? Nach unserer Berichterstattung über den gewaltsamen Tod der 13-Jährigen ergaben sich neue Hinweise auf einen Tatverdächtigen – nun soll ein weiterer TV-Aufruf bei der Aufklärung helfen.

Wir haben die Fakten rund um einen der rätselhaftesten Kriminalfälle der Doppelstadt in einer Multimedia-Reportage zusammengetragen.

Der Fall wartet seit nunmehr über 40 Jahren auf eine Aufklärung – die Kriminalpolizei in Villingen unternimmt nun einen erneuten Anlauf, um neue Hinweise zum Mord an der damals 13-jährigen Zeljka Ivekic im Falkenring zu erlangen. Am Donnerstag wird dazu um 17.10 Uhr im ZDF ein Beitrag ausgestrahlt.

Neuer Täter-Hinweis

Wer für ihren gewaltsamen Tod verantwortlich ist, konnte aber bis heute nicht geklärt werden. Im vergangenen Jahr rollte der Schwarzwälder Bote gemeinsam mit dem ermittelnden Ersten Kriminalhauptkommissar Bernd Lohmiller von der Kriminalpolizei in Villingen den aufsehenerregenden Mord in dem Mehrfamilienhaus nochmals auf – genau 40 Jahre nach der Tat. Mithilfe der Aussagen von Zeljkas Mutter wurden die Abläufe an jenem Tag erneut beleuchtet, in der Hoffnung, auch nach so langer Zeit neue Erkenntnisse zu dem Fall zu erlangen.

Und tatsächlich: Nach der Berichterstattung in unserer Zeitung gehen mehrere Hinweise bei Bernd Lohmiller ein – unter anderem wird der Verdacht gegen eine konkrete Person geäußert. "Der Zeuge hatte diesen Hinweis mehrere Jahrzehnte mit sich herumgetragen, und sich erst aufgrund der Veröffentlichung dazu bewogen, uns diese Mitteilung zu machen", erklärt der zuständige Beamte. Dieser ging daraufhin unverzüglich den neuen Informationen nach und suchte den möglichen Tatverdächtigen auf. "Wir haben diese Person befragt, sie hat auch freiwillig eine DNA-Probe abgegeben", erklärt Lohmiller. Allerdings haben Untersuchungen beim Landeskriminalamt ergeben, dass die Spuren nicht mit jenen vom Tatort übereinstimmten – der kurzzeitig Tatverdächtige war somit aus dem Schneider.

Aufruf im Fernsehen

Aufgrund der Berichterstattung im Schwarzwälder Boten wurde jedoch auch die Film- und Fernsehproduktionsfirma Südfilm aus der Nähe von Freiburg auf den ungeklärten Mord aufmerksam. Sie rollt für das ZDF regelmäßig spektakuläre Kriminalfälle auf. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Fernsehsenders aus Mainz hatte sich Südfilm-Redaktionsleiter Stefan Ummenhofer, der gebürtig aus Villingen stammt und auch Mitautor der Schwarzwald-Krimis ist, sowie Filmgeschäftsführer Bülent Gençdemir dazu entschieden, den gewaltsamen Tod von Zeljka Ivekic nochmals ins Fernsehen zu bringen.

Das Filmteam stattete deshalb kürzlich Lohmiller im Villinger Kriminalkommissariat einen Besuch ab und filmte darüber hinaus an tatrelevanten Orten. Die Erstausstrahlung des Beitrags erfolgt am Donnerstag, 21. November, um 17.10 Uhr in der ZDF-Sendung "Hallo Deutschland" – in der Hoffnung, dass neue Hinweise eintrudeln. "Die Berichterstattung im Schwarzwälder Boten hat gezeigt, dass nach so vielen Jahren noch immer Hinweise kommen können – nicht selten, wollen sich Täter oder Mitwisser ihrer Schuld entledigen", berichtet Lohmiller. Auch nach wiederholten Berichten im Fernsehen und in der Zeitung seien immer wieder neue Hinweise eingegangen, weswegen weitere Mosaiksteinchen in das Bild des Ermittlers eingefügt werden konnten. Für den erfahrenen Beamten ist das Aufrollen des Mordfalls für das ZDF quasi seine letzte Amtshandlung. Der 62-Jährige wird ab Ende November offiziell seinen Ruhestand genießen. Ihm liegt jedoch auch nach seinem Ausscheiden bei der Kriminalpolizei einiges daran, den noch unbekannten Mörder von Zeljka Ivekic zu finden.

Die Tat

Das junge Mädchen war am 4. April 1978 tot in der Badewanne der elterlichen Wohnung im Falkenring 71 in Villingen gefunden worden. Die Obduktion bestätigte den grausamen Verdacht, dass es sich um ein Verbrechen handelte. Denn Zeljka wurde unter Wasser gedrückt und somit erstickt. Und: Sie hatte Geschlechtsverkehr. Was an jenem Tag ansonsten passiert war, kann die Polizei nur teilweise rekonstruieren. So hatte die 13-Jährige die Schule geschwänzt und am Vormittag Besuch von zwei Männern – diese schieden nach einer Überprüfung jedoch als Tatverdächtige aus. In den Fokus geriet im Zuge der Ermittlunge auch ein sogenannter Hausierer, der am Tattag an der Tür des späteren Opfers war. Der Mann konnte jedoch später entlastet werden. Die Polizei geht aber bis heute davon aus, dass das Mädchen ihren Mörder selbst in die Wohnung gelassen hatte.

Bitte um Hinweise

Die Kriminalpolizei Villingen bittet auch 40 Jahre nach dem Tod von Zeljka Ivekic um Hinweise. Die Polizei hofft, dass sich diejenigen Personen melden, welche bereits damals etwas über das Tötungsdelikt wussten, sich aber nicht gemeldet haben oder nicht befragt wurden. Darüber hinaus bittet die Polizei natürlich um direkte Hinweise zu dem oder den Tätern. Erreichbar ist die Polizei Villingen unter der Telefonnummer 07721/6010. Hinweise sind aber darüber hinaus bei allen anderen Polizeidienststellen möglich.

Weitere Informationen

Der Beitrag über den Mord an Zeljka Ivekic wird voraussichtlich am Donnerstag ab 17.10 Uhr beim ZDF-Magazin "Hallo Deutschland" ausgestrahlt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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