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Villingen-Schwenningen Färberstraße: Bewohner fühlen sich allein gelassen

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Einige Anwohner der Färberstraße haben längst die Konsequenzen gezogen. Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Fast jedes Wochenende das gleiche Szenario: Geschrei bis in den frühen Morgen, Müll auf dem Pflaster, Schlägereien, Gestank: Alles nur Einzelfälle? Da lachen einige Anwohner aus der Färberstraße nur noch sarkastisch: Die ersten ziehen die Konsequenzen und ziehen aus.

"Wann nimmt das ein Ende?" Jahr für Jahr stellen sich frustrierte Anwohner aus der Färberstraße diese Frage. Vor gut einem Jahr leeren Bürger ihren Kropf bei einer Eigentümerversammlung. Mit dabei ist Bürgeramtsleiter Ralf Glück, der sich einiges anhören muss: Ab Mitternacht werde die Musik aufgedreht, ab 2 Uhr werde in den Hinterhof erbrochen und uriniert, ab 4 Uhr sei die Musik so laut, dass "wir mit dem Handy die Titel erkennen können", erzählte eine Frau, die mittlerweile weggezogen ist. "Wir konnten am Wochenende keine Nacht mehr schlafen." Die Reaktion damals: Die Stadt werde ein Blick auf die Anliegen der Anwohner haben, vor Ort kontrollieren. Diese sollten Störungen dokumentieren. Mehr als zwölf Monate später grassiert eher der Frust als die Lust am Dokumentieren: Die Bewohner fühlen sich alleine gelassen. Manche haben die Nase vom "ständigen Stress" so voll, dass sie kündigen oder ihre Wohnung zum Verkauf ausschreiben: "Wir wollen nur noch weg".

Gastronom sieht rot

Domenico Wittkopf, Chef im Ott, sieht rot, wenn er solche Schilderungen hört "Das ist hier einfach nur noch katastrophal", meint er und spart nicht mit Kritik am Kommunalen Ordnungsdienst. "Wenn es brennt, ist kein Mensch da. Die verteilen lieber Knöllchen." Schlägereien seien das eine. Verärgert erzählt Wittkopf über das, was Bekannte erlebten: Der eine habe ein Messer in den Oberarm gerammt bekommen, dem anderen habe man Tränengas ins Auge gesprüht, weil er ein "paar Typen" verscheuchen wollte, die es sich auf seiner Motorhaube bequem gemacht haben. "Das alles macht unser Geschäft kaputt. Warum werden in speziellen Kneipen nicht rigoros Sperrzeiten überprüft, der Jugend- wie Lärmschutz ernst genommen? Bei uns wird doch auch regelmäßig kontrolliert." Einige Gäste, berichtet der Ott-Wirt, fühlen sich nicht mehr sicher: "Ich frage mich, warum dann nach wie vor keine Taxis die Färberstraße anfahren dürfen."

Der Blick auf die Färberstraße fällt zumindest im Polizeipräsidium anders, nüchterner aus. Dieter Popps Fazit: Von einem Anstieg der Delikte könne nicht die Rede sein. Vom jetzigen Stand aus (September) habe man die niedrigste Zahl an Gewaltdelikten. Eines ist aber auch für den Pressesprecher klar: "Die Täter gehen mit mehr Brutalität vor." Und: "Immer mehr Auseinandersetzungen werden mit Waffen ausgetragen, etwa mit Baseballschlägern oder Messern. Die Gangart ist eine härtere."

Und genau deshalb fordern viele Nutzer sozialer Netzwerke nicht nur eine härtere Gangart gegenüber den Tätern, sondern auch mehr Polizeipräsenz. "Es spielt sich doch Woche für Woche vor denselben Lokalen ab...", lässt sich das Stimmungsbild im Netz zusammenfassen.

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