Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen Brand in Weinhaus Schunk: Handyakku war schuld

Von
Die Brandursache beim ehemaligen Weinhaus Schunk steht nun fest. Ein Handyakku, welcher sich wohl auf der Fensterbank im Bereich des Erkers befand, hat das Feuer ausgelöst. Foto: Eich

VS-Villingen - Sechs Wochen nach dem Brand im ehemaligen Weinhaus Schunk ist die Ursache nun gänzlich geklärt: Die Polizei ist sich sicher, dass ein Handyakku das Feuer ausgelöst hat. Experten warnen schon seit längerer Zeit vor dieser Gefahr.

Es ist für Laien eigentlich kaum vorstellbar, doch in Villingen nun Realität geworden: Der heftige Brand, der Ende August im ehe­maligen Weinhaus Schunk in der Bertholdstraße gewütet hat und bei dem die Flammen aus den Fenstern des ­Mehrfamilienhauses schlugen, ist durch einen Handyakku im Ladezustand ausgelöst worden.

Diese Vermutung hatten die Ermittler bereits recht früh geäußert, "weil der Brand im Bereich des Handys ausbrach", berichtet Polizeisprecher Harri Frank auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Mittlerweile seien die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen und diese hätten die anfängliche Vermutung bestätigt. Frank: "Wir gehen von einem technischen Defekt aus." Die entsprechenden Akten seien mittlerweile an die Staatsanwaltschaft Konstanz übergeben worden, die nun eine mögliche strafrechtliche Relevanz prüft. So könne es durchaus sein, dass der Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung im Raum steht.

Informationen unserer Zeitung zufolge hatte der Handybesitzer das Gerät im Bereich der Fensterbank im Erker geladen, auf der sich an diesem Tag aufgrund der Sonneneinstrahlung eine enorme Hitze entwickelt haben muss. Dies dürfte die Brandgefahr, die beim Laden des Akkus besteht, erhöht haben.

Entsprechend äußert sich auch das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS). So seien Lithium-Akkus nach Angabe namhafter Hersteller bis zu einer Temperatur von 60 Grad zugelassen. Oberhalb dieses Wertes besteht demnach die Gefahr der Schädigung bis hin zur Brandentstehung.

IFS-Geschäftsführer Hans-Hermann Drews erklärt, dass allgemein die Zahl der Brände durch Akkus dieses Typs deutlich gestiegen sei und diese deshalb zusehends in den Blick der Brandursachenermittler gerückt seien. "Nach wie vor ist das Risiko aber in der Öffentlichkeit nicht umfänglich bekannt", so Drews. Die meisten Brände würden demnach in der Ladephase entstehen.

Bei einem technischen Versagen würde die Energie nach Angaben des Instituts in thermischer Form abgegeben. Die steigenden Temperaturen sorgen für ein Freisetzen von brennenden Gasen, die wiederum zum so genannten thermischen Durchgehen führen. "Es kommt in der Regel zu einer heftigen Flammenbildung, Zellen können sogar explodieren oder wie eine Silvesterrakete durch die Luft geschleudert werden", heißt es seitens des Instituts.

Doch wie soll man sich davor schützen? Das IFS erklärt, dass Akkus auf einer feuerfesten Unterlage, nur mit Ladegeräten, die für das Produkt vorgesehen sind und möglichst unter Aufsicht geladen werden sollten. Dies betreffe nicht nur Handys, sondern auch Akkus von Laptops, Werkzeugen oder Pedelecs.

In diesem Zusammenhang kam es in Villingen übrigens im Juni 2018 zu einem Brand, der glimpflicher verlief. Damals hatte sich ein Segway beim Laden in den Kellerräumen eines Mehrfamilienhauses in den Erbsenlachen entzündet und für eine Rauchentwicklung gesorgt. 15 Bewohner mussten aufgrund der giftigen Gase evakuiert und versorgt werden, zwei Personen erlitten leichte Verletzungen.

Die Gefahr ist also keinesfalls zu unterschätzen – dies haben die beiden Brände deutlich gemacht.

Mehr zum Brand im Video:

Artikel bewerten
15
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.