Die Stadt will Millionen in die Wasserversorgung des gesamten Stadtgebiets investieren. Dies soll die Versorgung mit Trinkwasser in einer möglichen Krisensituation sichern. Die Arbeiten dazu sollen in Schönbronn und Effringen beginnen. Doch dort herrscht so einiger Unmut über die Veränderung.
Eine „ureigene Aufgabe“ nennt Wildbergs Bürgermeister Ulrich Bünger die Versorgung der Bürger mit Trinkwasser. Deshalb entschied sich die Stadt auch dazu, diese in städtischer Hand zu belassen. Um für die Zukunft besser – und im schlimmsten Falle eines Ausfalls der aktuellen Versorgung – gewappnet zu sein, will die Stadt das Versorgungsnetzwerk ausbauen.
Im gesamten Stadtgebiet soll es einen ähnlichen Härtegrad des Wassers geben und dadurch könne im Falle eines Ausfalls schnell „das Wasser von rechts nach links und andersherum geleitet werden“, erläutert Eckart Stetter, Geschäftsführer und Projektleiter vom Ingenieurbüro Dreher und Stetter.
Für Schönbronn bedeute das, nicht mehr alleinig vom Zweckverband Schwarzwaldwasser abhängig zu sein. Und auch Effringen erhalte mehr Unabhängigkeit. Allerdings im Austausch für härteres Wasser.
Gesamtes Stadtgebiet für den Notfall absichern
Dies gefiel nicht jedem, das wurde auf der Veranstaltung schnell klar, als die Fragerunde begann. Mit 3,2 Grad genießen die Schönbronner aktuell besonders weiches Wasser im Vergleich zu den anderen Ortsteilen. Aber dieses wollen die Schönbronner in Zukunft nicht missen. Mit Schwarzwaldwasser sei man doch gut versorgt.
Stetter erklärte allerdings bei der Bürgerinfo: Der Verbrauch steigt, die Einkaufspreise steigen bei den Zweckverbänden stark an und diese vergeben nur noch nur noch begrenzte Kontingente zur Abnehme.
Aktuelle Versorgung reicht nicht
Dies zeigen Prognosen, die im Rahmen des erstellten Strukturgutachtens erarbeitet wurden. Dabei spielt der Verbrauch der vergangenen Jahre, der Verlust aus den Ortsnetzen sowie die Entwicklung von Baugebieten und Gewerbegebieten eine Rolle. Die Prognose reicht dabei bis 2040. Allerdings würde die aktuelle Versorgung den Bedarf dann nicht mehr decken.
Es sei ein „extrem hoher Handlungsbedarf nötig“, verdeutlicht Stetter. Genau aus diesem Grund will die Stadt sich mit mehr Eigenwasser absichern. Bei diesem könnten Preise besser geregelt werden und unterm Strich komme man auch mit den anstehenden Millioneninvestitionen im gesamten Stadtgebiet billiger heraus. Ganz zu schweigen davon, dass von den Zweckverbänden nicht mehr Wasser erhältlich ist, betont Bünger.
Die Maßnahmen in Schönbronn und Effringen
In Effringen und Schönbronn stehen insgesamt Investitionen von mehr als vier Millionen Euro an – in zwei Bauabschnitte aufgeteilt.
Im ersten Abschnitt steht der Bau eines neuen Hochbehälters Effringen/Schönbronn beim Höhenhof an. Dafür muss die Grillstelle an einen anderen Platz weichen. Ein überirdischer Neubau sei wirtschaftlicher als den alten Hochbehälter zu erweitern. Dieser wird stillgelegt. Dazu kommt der Bau von rund zwei Kilometern Druckleitung vom Übergabeschacht des Zweckverbands Schwarzwaldwasser zum neuen Hochbehälter. Plus eine Druckerhöhungs- sowie Netzstromersatzanlage. Dabei wird der Härtegrad vorerst auf rund 15 Grad ansteigen.
Enthärtungsanlage nicht notwendig
Im zweiten Abschnitt geht es dann um eine rund 3,7 Kilometer lange Druckleitung vom Schacht Schule nahe des Bildungszentrums bis zum neuen Hochbehälter. Somit wird das Leitungsnetz der Buchenwasserversorgung angezapft und der Härtegrad sinkt auf rund zehn Grad in beiden Ortschaften.
Wer nun weicheres Wasser bevorzugt, könne mit einer Enthärtungsanlage Abhilfe schaffen. Diese sei aber absolut nicht notwendig, betonen die Experten mehrfach: „Das ist dann reiner Komfort.“ Geräte müssten jedoch häufiger entkalkt werden.
Das Ziel sind drei statt vier Versorgungsgebiete
Effringen, Schönbronn:
Mischwasser aus Zweckverband (ZV) Schwarzwaldwasser, Effringer Tiefenbrunnen und ZV Buchenwasser; Härte: rund 10 Grad statt 3,2 in Schönbronn und 15 Grad in Effringen
Wildberg, Gültlingen:
ZV Buchenwasser (Eigenwasser und Bodenseewasser); Härte rund 10 Grad statt 13,2 Härte
Sulz am Eck:
Sulzer Quellen und ZV Buchenwasser; Härte rund 15 Grad statt 13,2 in der Höhe und 21,7 Grad durch die eigenen Quellen