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TSV Dettingen Baumwurzeln würgen Fußball-Spaß in Horb ab

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Die Wurzeln der umliegenden Bäume haben sich mittlerweile an die Oberfläche des Spielrasens durchgekämpft. Für die Fußballspieler bedeutet dies ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Foto: Wagner

Horb-Dettingen - Eigentlich, so wurde es zumindest in den 1980-Jahren geplant, hätte entlang des Dettinger Sportplatzes ein Gehweg errichtet werden sollen. Im April des vergangenen Jahres machte die Dettinger Bürgerin Lore Göttler zuletzt in einer öffentlichen Ortschaftsratssitzung darauf aufmerksam.

Noch immer klaffe ein "Loch" in der Gehwegfertigstellung, nämlich vom Bauunternehmen Sieber bis hin zum Bereich der jetzigen Obdachlosenunterkunft (Einmündung Kreuzstraße). Göttler gab bekannt, dass sie mit diesem Anliegen bereits bei der Stadtverwaltung (Gisela Sachsenmaier) vorstellig gewesen ist.

Gefährliche Verkehrssituation für Kinder

Göttler beschrieb damals detailliert, wie gefährlich die Verkehrssituation in der Augartenstraße für Kinder sei, welche vom Baugebiet Mühlacker den Platz des TSV oder den Spielplatz "Pirateninsel" erreichen möchten. Stattdessen wurden in den 1980er-Jahren elf Bäume an besagter Stelle gepflanzt, was von einigen damaligen Mitgliedern des Ortschaftsrats sowie Mitgliedern des Sportvereins umgesetzt wurde. Dies geschah angeblich aus Kostengründen und sollte den Bereich ferner optisch aufwerten, wie eine Einwohnerin verriet. Diese Bäume halten mittlerweile den Platzwart sowie weitere ehrenamtlich Tätige beim TSV Dettingen ordentlich auf Trab und stellen zudem eine Gefahr für die Spieler dar.

Deshalb wurde der TSV-Vorsitzende Peter Straubinger am vergangenen Montag in der öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrats Dettingen vorstellig und bat darum, die verbleibenden zehn Bäume entlang des Sportplatzes fällen zu dürfen. Einer der Bäume sei in der Vergangenheit durch einen Lkw stark beschädigt worden und musste letztlich gefällt werden, wie uns eine Bürgerin verriet.

Die übrigen Bäume beeinträchtigen mittlerweile angeblich nicht nur den Trainings- und Spielbetrieb, sondern verursachten zudem erhebliche Kosten in Bezug auf die Rasenpflege. Der Rasen müsse vermehrt gedüngt und zudem mit Trinkwasser gegossen werden, was aus ökologischer Sicht nicht zielführend sei. Die Äste ragen mittlerweile bis zu fünf Meter über den Sportplatz, welcher vor allem in der jetzigen Jahreszeit regelmäßig von Eicheln und Kastanien befreit werden müsse. "Der größte Aufwand ist das Zusammenrechen der Eicheln", verriet Platzwart Thomas Schmidt in einem persönlichen Gespräch. Im Sommer kämpfe der Verein zunehmend mit kahlen Stellen auf dem Sportplatz. Laut Straubinger müsse der Verein derzeit einen vierstelligen Betrag an Mehrkosten zuzüglich ehrenamtlicher Leistungen für die Instandhaltung und Pflege des Sportplatzes stemmen.

Keine Pflegemaßnahmen nach Herbst 2019

Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung teilte uns Pressesprecherin Inge Weber mit, die Bäume seien zuletzt im Herbst 2019 kontrolliert worden. Danach wurden keine Pflegemaßnahmen durchgeführt. Im Mai diesen Jahres wurde eine Kontrolle auf den Eichenprozessionsspinner durchgeführt, wobei auch ein paar Nester entfernt wurden. Straubinger regte an, dass einige Wurzeln abgefräst werden müssten, damit diese nicht weiterhin das Wasser aus dem Rasen aufsaugen. Das Wurzelwachstum der Bäume wirke sich zudem an gewissen Stellen des Rasens erheblich auf die Sicherheit der Spieler aus. "Da besteht teilweise eine hohe Verletzungsgefahr", verdeutlichte Straubinger dem Gremium. Von Seiten der Stadt Horb wohnte Thomas Hellener (Fachbereichsleiter Technische Betriebe) dem Tagesordnungspunkt bei. Zuletzt seien die Bäume im vergangenen sowie im laufenden Jahr durch den Bauhof der Stadt begutachtet worden. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bäume in einem gesunden Zustand seien. Aus fachlicher Sicht bestehe daher kein Grund für eine Fällung. "Klar, die Bäume profitieren ja auch von unserem guten Dünger", warf Straubinger ein.

Mittlerweile nehme sich die Baumkommission solchen Fällen an. Die Kommission setzt sich aus Vertretern des Landratsamts, von Forst und Nabu sowie zwei Mitarbeitern der Stadt zusammen. Die Baumkommission nimmt eine Begutachtung der Bäume vor und führt eine abschließende Bewertung durch, bevor diese gefällt werden sollen. "Zehn gesunde Bäume zu fällen, wird sicherlich keine Lösung sein, die bei der Baumkommission eine Zustimmung findet", gab Ortsvorsteherin Andrea Haigis zu bedenken.

Wurzeln könnten in Rohre eindringen

Hellener, der sich selbst nicht als Baum-Experte bezeichnete, plädierte dafür, nochmals eine fachliche Meinung zu der Problematik einzuholen. Er riet zu einem gemeinsamen Treffen zwischen der Baumkommission, dem Ortschaftsrat und Vertretern der Stadt. Hierbei könne genau abgewägt werden, ob eine Fällung oder ein Kronenschnitt notwendig sei.

Straubinger warf ein, der Verein habe 150.000 Euro in Maßnahmen für das Sportgelände investiert, welche im Einklang mit dem Umweltschutz standen. "Ich denke, unsere CO2-Bilanz spricht dafür, dass wir zehn Bäume fällen dürften", argumentierte Straubinger. Des Weiteren gab der Vorsitzende zu bedenken, dass die Wurzeln bald in die Drainage- und Wasserrohre eindringen könnten, was zu Staunässe führen könnte und somit weiteren erhebliche Schäden verursachen würde. Einige der Wurzeln müssten aufgrund der Verletzungsgefahr dringend abgegraben werden, wofür der TSV bereits eine Zusage erhalten habe. Haigis betonte, man müsse in diesem Fall eine Lösung finden, mit der alle Betroffenen einigermaßen zufrieden sein könnten. "Alle können wir ohnehin nicht zufriedenstellen", konstatierte Haigis. Straubinger entgegnete abschließend: "Wir wären auch schon zufrieden, wenn nur fünf Bäume gefällt werden können."

Was die Verkehrssicherheit anbelangt sowie das Fehlen eines Gehweges an besagter Stelle, wurden die Themen in der Verkehrsschau im Juni diesen Jahres aufgegriffen. "Die Verkehrsschaukommission ist nach der Prüfung der Verkehrssituation der Auffassung, dass entlang des Sportplatzgeländes eine ausreichend breite Fläche für Fußgänger zur Verfügung steht. Es wird empfohlen, die Begehbarkeit dieser Fläche zumindest so zu verbessern, dass diese auch bei schlechten Witterungsverhältnissen nutzbar ist", teilte uns Weber schriftlich mit.

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