Leonie Müller aus Salzstetten ist eine feste Größe im Regionalliga-Team des VfL Sindelfingen Foto: Thomas Holzapfel

Die 14-jährige Leonie Müller hat sich in der Tischtenniswelt stark entwickelt. Beim Top 24-Bundesranglistenturnier an diesem Wochenende will sie es unter die besten Zwölf schaffen.

Mit ihren gerade einmal 14 Jahren hat sich Leonie Müller mittlerweile zu einer festen Größe im Regionalliga-Team des VfL Sindelfingen entwickelt, seit sie sich vor zwei Jahren aus ihrem beschaulichen Heimatort Salzstetten aufmachte, um die Tischtenniswelt zu erkunden. Mit dem neuen sportlichen Umfeld kam das Talent aus dem baden-württembergischen Verbandskader schnell zurecht, trotz mancher Corona-Wirrung zeigte die Formkurve kontinuierlich nach oben.

 

„Leonie hat sich in letzter Zeit wirklich enorm gesteigert, was auch ihr fünfter Platz beim Top 48-Ranglistenturnier im vergangenen Jahr zeigte“, findet VfL-Frauentrainer Oliver Appelt schnell lobende Worte für die zuverlässige Spielerin im Sindelfinger Kader. In der Tat, die starke Platzierung beim Top 48-Turnier in der Altersklasse der Mädchen 15 fällt Leonie Müller dann auch am schnellsten ein, wenn man sie zu ihren bislang größten Erfolgen befragt.

Bereits in der dritten Bundesliga im Einsatz

Vor zwei Jahren fand Leonie Müller über ihre Tischtennisfreundin Fatme El Haj Ibrahim den Weg nach Sindelfingen, seitdem sammelten die beiden enorm viel Erfahrung im hochklassigen Teamsport. Sechs Mal durfte die junge Schwarzwälderin sogar bereits in der Dritten Bundesliga ran, wo ihr ein Einzelerfolg allerdings noch verwehrt blieb. Ihre 10:8-Einzelbilanz am hinteren Paarkreuz ist deutliches Indiz dafür, dass die Regionalliga aktuell hervorragend auf sie zugeschnitten ist.

Das Sindelfinger Team freilich ist nur ein Baustein auf dem Weg zur sportlichen Weiterentwicklung von Leonie Müller. Freitags schart Oliver Appelt das Damenteam um sich, an den vier anderen Wochentagen trainiert die 14-Jährige am Böblinger Landesstützpunkt. Unter anderem mit ihrer Schwarzwälder Tischtennisfreundin Milla Pardela, die für den DJK Sportbund Stuttgart ebenfalls in der Regionalliga spielt und mit der es via Fahrgemeinschaft ins Böblinger Tischtenniszentrum geht. „Mit den Mädchen vom Stützpunkt trainiere ich sehr gerne, und wir verstehen uns super, aber neben Schule und Training schaffen wir es leider kaum, uns privat zu treffen“, sagt Leonie, die in den vergangenen spielfreien Wochen auch mal auf Fasnetsumzügen zu sehen war. „Da gehe ich gerne hin“, betont sie.

Stammt aus einer Sportlerfamilie

Leonie Müller stammt aus einer Sportlerfamilie. Vater Michael spielte früher höherklassig Fußball und ist seit einigen Jahren als Trainer in der Bezirksliga und der Kreisliga aktiv, Mutter Dagmar spielt Tennis und ist Skilehrerin. Über den Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ fand Leonie den Spaß am Tischtennissport.

Im Jahr 2018 gewann sie, die derzeit die neunte Klasse des Horber Martin-Gerbert-Gymnasiums besucht, die U11-Schwerpunktrangliste und wurde daraufhin ins Landesstützpunkttraining nach Böblingen eingeladen, 2020 wurde sie württembergische Einzelmeisterin ihrer Altersklasse. Alles Erfolge, die die Salzstettenerin auf ihrem sportlichen Weg bestärkten. „Meine Beinarbeit ist zuletzt besser geworden“, sagt sie, „aber ich möchte mich weiter verbessern.“ Ob sie ihren Werdegang beim VfL Sindelfingen fortsetzt, lässt sie offen. „Ich fühle mich sehr wohl beim VfL Sindelfingen“, sagt sie, „mir ist es nun vor allem wichtig, eine gute Rückrunde zu spielen.“

Mit der Teilnahme am hochkarätigen Top 24-Bundesranglistenturnier geht für Leonie Müller ein weiterer kleiner Traum in Erfüllung. An diesem Wochenende treffen sich Deutschlands beste Nachwuchsspielerinnen und -spieler der Altersklassen Jugend 15 und 19 in Ettlingen.

Ein bisschen Losglück ist gefragt

„Ich freue mich riesig auf das Turnier und würde natürlich gerne das Top 12 erreichen“, blickt Leonie voraus. Damit dies klappt, müsste ein Platz unter den ersten Acht herausspringen – zweifelsohne eine große Herausforderung. „Ein bisschen Losglück ist bei solchen Turnieren auch immer notwendig“, meint der Weil der Städter Sönke Geil, Sportdirektor der ARGE Leistungssport TTBW und am Wochenende in Trainerfunktion in Ettlingen im Einsatz, „mit einer guten Platzierung in der Vorrundengruppe ist generell einiges möglich.“