Ein Jubiläum der anderen Art: Strippende Nikoläuse und ein Schrankversteck sorgen bei dem Stück der Theatergruppe Wittershausen für viele Lacher.
Zur Höchstform lief die Theatergruppe Wittershausen beim lustigen Dreiakter von Erich Koch „Ein Wochenende voller Zärtlichkeiten“ auf und begeisterte bei gemeinsamen Veranstaltungen von TSG, Musikverein und Gesangverein rund 550 Gäste in einer öffentlichen Hauptprobe und zwei Abendvorstellungen.
Ihre Rollen schienen den Laienschauspielern wie auf den Leib geschneidert. In bester Spiellaune sorgten sie für amüsante Stunden. Zum Erfolg trugen die gelungene Ausstattung aller Figuren mit wechselnden Kostümen und Maske sowie das ausgefeilte Bühnenbild bei. Auch Anspielungen auf ortsbekannte Namen, Orte und Institutionen durften nicht fehlen.
Ein Eisklotz macht sich Gedanken
Beim Silvesterfrühstück überrascht Anita Kracher (Annette Kräutle) ihren Erich (Patrick Leicht) mit einem Gutschein, um mit ihm zuhause in ein ungestörtes „Wochenende voller Zärtlichkeiten“ zu starten. Leider hat der ahnungslose Gatte die Silberhochzeit verschwitzt, der Haussegen hängt schief.
Von Anita als „unsensibler Ochse“ und von Tochter Julia (Nicole Valentin) vor der Abreise zu einer Freundin als „unromantischer Eisklotz“ beschimpft, löst Erich mit der Suche nach einem Geschenk zahlreiche Verwicklungen aus.
Senioren wollen amouröse Abenteuer
Seinen Versuch, heiße Dessous für die Gattin bei Nachbarin Gudrun (Heike Haas) zu erwerben, missversteht diese als Annäherung und platzt als Unterwäsche-Model im Bademantel herein, was Anita mit „Silberscheidung“ statt Silberhochzeit drohen lässt. Anitas Eltern Hilda und Otto (Elke Leicht und Holger Bässler) verstecken sich heimlich im Haus, um für eine „freudige Überraschung“ zu sorgen.
Noch dazu steht Oma Amanda (Dani Schmid) aus dem Altersheim plötzlich heftig flirtend mit ihrem Verlobten Siggi (Herbert Spath) auf der Matte, weil ihnen der Sinn nach amourösen Abenteuern in Julias Zimmer steht. Kein Wunder, dass Erich Überraschungsgast Horst (Tim Geiser) im Nikolauskostüm im Schrank verschwinden lässt, mit dessen Striptease er Anita gnädig stimmen wollte.
Nikoläuse en masse
Dank vieler urkomischer Szenen hatte das Publikum viel zu lachen. Anstatt mit Otto landet Hilda versehentlich mit Horst im Schrankversteck, soll jedoch nicht die einzige bleiben.
Während das Silberpaar die Silvesterparty zu sechst vorbereitet, geschehen seltsame Dinge, die Erich an seinem Verstand zweifeln lassen. Er ahnt nicht, dass sich Gudrun dank Zweitschlüssel heimlich mit Speis und Trank versorgt und es zwei weitere Nikoläuse gibt, weil Julia inkognito die Lage peilen will und die beschwipste Gudrun Horst „zum Üben“ mitnimmt.
Der Retter in der Not
Im Schrank herrscht reges Hin und Her, ständig verschwinden Anitas belegte Weckle, und abwechselnd peppen Hilda, Siggi und Otto heimlich Erichs Bowle mit Hochprozentigem auf. Trotz allem Durcheinander naht das Happy End.
Schwiegervater Otto erweist sich als Retter in der Not und hilft Erich mit dem Familienschmuck als Geschenk aus der Patsche. Tochter Julia gibt ihren Auszug und die Verlobung mit Horst bekannt, Oma Amanda und Siggi ziehen in die Einliegerwohnung bei Hilda und Otto und plötzlich stehen dem versöhnten Jubelpaar noch viele ungestörte Wochenenden bevor.
Regisseurin Sandra Rapp zeigte sich stolz auf alle Akteure, die sie mit Improvisationstalent, Situationskomik und Herzblut stets aufs Neue überraschten.