Windkraft ja – aber bitte in Maßen, meinen Pfalzgrafenweiler, Grömbach und Wörnersberg. (Symbolfoto) Foto: © Ben - stock.adobe.com

Der Gemeinderat Pfalzgrafenweiler hat die Verwaltung einstimmig damit beauftragt, eine Stellungnahme zum Entwurf des vom Regionalverband Nordschwarzwald beschlossenen Teilregionalplans „Windenergie“ abzugeben.

Nachdem sich der Gemeinderat ausgiebig mit dem vorgelegten Plan auseinandergesetzt hat, wird die Stellungnahme die Forderung nach einer Reduzierung der mit 12,5 Prozent ausgewiesenen Flächen auf Gemarkung Pfalzgrafenweiler und den zur Verwaltungsgemeinschaft gehörenden Gemeinden Grömbach und Wörnersberg auf 110 Hektar beinhalten. Aufgrund der landesweiten Vorgabe, wonach Kommunen 1,8 Prozent der Flächen ausweisen sollen, sieht Bürgermeister Dieter Bischoff Potenzial zur Reduzierung.

 

Benannt wurden die mit WF2 bezeichneten Flächen von 502,9 Hektar, wovon auf Gemarkung Kälberbronn und Grömbach 67 Hektar entfallen, sowie auf Gemarkung Herzogsweiler weitere 254,6 Hektar auf dem mit WF5 bezeichneten Gebiet mit 313,5 Hektar, zu dem Dornstetten und Waldachtal gehören. Insgesamt sind dies 757,5 Hektar in Pfalzgrafenweiler, Grömbach und Wörnersberg – 12,5 Prozent der gesamten Gemarkungsfläche von 6035 Hektar.

Zudem schließt sich die Stellungnahme der Fliegergruppe Freudenstadt an, wonach die Fläche WF5 unter Einhaltung der maximalen Fläche von 1,8 Prozent weiter Richtung Süden zu verlagern sei. Unterstrichen wird dabei die Forderung nach einem Siedlungsabstand von 1000 Metern.

Spielberg-Fläche soll raus

Darüber hinaus soll die Fläche WC25 auf Gemarkung Spielberg mit 63 Hektar gestrichen werden. Der Standort liegt entlang der Landesstraße 404 im Bömbachtal und hinter der Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Schornzhardt. Diese Forderung fließt im Hinblick auf die Vermeidung einer Beeinträchtigung des Quellbereichs und Oberflächenzulaufs zum Bömbachsee und einer künftigen Erweiterung des Gewerbegebiets in die Stellungnahme ein, um diesen Bereich nicht zusätzlich zu belasten.

Windkraftanlagen seien nur auf den ausgewiesenen Flächen möglich, sagte Bürgermeister Dieter Bischoff in der Aussprache im Gemeinderat. Ratsmitglieder betonten mehrfach, dass man sich grundsätzlich dem Thema Windkraft nicht verschließen wolle. Kurt Kirschenmann (SPD) meinte jedoch, dass hier der falsche Weg eingeschlagen werde, zumal die Region vor Jahren als nicht besonders geeignet für Windanlagen bezeichnet worden sei. Er wollte wissen, ob es bereits Anfragen für das Errichten solcher Anlagen gebe. Bischoff waren keine bekannt. Er sagte, dass man heutzutage nicht mehr solche Anlagen wie in Simmersfeld baue. Sie seien heute höher und mit anderen Rotorblättern ausgestattet.

Wohl doch genug Wind

Anfragen für kleine Windräder im Garten habe es schon gegeben, ergänzte Hauptamtsleiter Marco Kaupp. Zudem könne die Windhäufigkeit nicht schlecht sein, da in Grömbach sechs Prozent Rendite erwartet würden, so Kaupp.

Andreas Ziefle (CDU) kritisierte die Fahrten der Lastwagen, die über Waldwege Schotter zu den künftigen Standorten der Windkraftanlagen transportieren. Windkraft sei jedoch allemal besser als Atomkraft. Doris Sannert (FWV) sprach sich für eine Reduzierung der Fläche WF2 Kälberbronn/Grömbach aus. Es solle kein Flickenteppich entstehen und die Windkraftanlagen sollten möglichst zwei Kilometer vom Ort entfernt sein, sagte sie.

Die Frage von Peter Dieterle (FWV) nach den monetären Vorteilen für die Gemeinde durch Windkraftanlagen beantwortete Bürgermeister Bischoff dahingehend, dass es für die Gemeinde lediglich einen „kleinen Ausgleich“ gebe, die Höhe werde noch eruiert.