Vier angehende Erzieherinnen machen den „Praxistest“ mit Schulkindern. So lief ihr zwölfwöchiges Praktikum an der Roggenbachschule.
Alle vier sind Schülerinnen der Zinzendorfschulen in Königsfeld und auf dem besten Weg zur staatlich anerkannten Erzieherin.
Während ihres zweiten Ausbildungsjahres absolvierten Leoni Herdt aus Waldmössingen, Ayleen Jäschke aus Aasen, Jessica Tirok aus St. Georgen und Leane Dering auch Mönchweiler jüngst ein Teampraktikum an der Roggenbachschule.
Zwölf Wochen lang gestalteten sie mit 20 Grundschülern der ersten und zweiten Klasse die Mittwochnachmittage rund um das Thema Wasser – eine anstrengende und lehrreiche Zeit, wie die vier rückblickend feststellen.
Vorwissen durch den Wassererlebnispfad
Dass die Kinder durch den Wassererlebnispfad eventuell schon ein wenig Vorwissen mitbringen, davon gingen die jungen Frauen aus. Aber was die Schüler schließlich beitragen konnten und auch ihr Pensum an Allgemeinwissen, habe sie dann doch überrascht.
„Erstaunlich fand ich, was für spannende Fragen uns die Kinder zum Thema Wasser gestellt haben und was sie von uns darüber erfahren wollten. Beispielsweise war eine Frage: Was liegt in der Tiefe des Marianengrabens“, schildert Ayleen Jäschke.
Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hatte sie sich unterschiedlichste Themen überlegt, um das Thema zu erfassen, vom Wasser als Lebensmittel über die Unterwasserwelt bis hin zu Wetter und Naturphänomenen. Es wurde Wasser getestet, gebastelt, gespielt, es ging auf Schatzsuche, Aggregatszustände wurden erkundet. Während der ganzen Zeit mit dabei: Maskottchen Tropfi, das die Kinder sofort ins Herz schlossen, ja regelrecht als Teil der Gruppe behandelten.
Grenzen aufzeigen oder wieder neu motivieren
Für die angehenden Erzieherinnen ging es auch manchmal ans Eingemachte, wenn sie etwa bewegungsfreudige Kinder wieder bändigen, manchem Knirps Grenzen aufzeigen oder ihn immer wieder neu motivieren mussten. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Kinder so einen hohen Bewegungsdrang haben, weshalb wir uns sehr an die Kinder anpassen mussten“, berichtet Jessica Tirok.
Auch herauszufinden, was die Mädchen und Jungen in welcher Situation brauchen, sei nicht immer einfach gewesen, ergänzt Ayleen Jäschke. Da hätten sie dann verschiedene Methoden ausprobieren müssen und seien auch an Grenzen gestoßen, geben die 18 bis 20 Jahre alten Frauen offen zu.
Konstruktives Feedback bekommen
Aber „wenn sie etwas schön fanden, teilten sie es uns mit“, erinnert sich Leane Dering, das habe sie als konstruktives Feedback aufgefasst. Ähnlich sieht es Leoni Herdt: „Besonders toll war die Freude, Dankbarkeit und Neugier der Kinder.“
Auch Überraschungen blieben während der zwölf Wochen nicht aus: So wurde ihnen ein fremdes Kind mit in die Betreuung „geschoben“ und zwar ausgerechnet an dem Nachmittag, als die Benotung anstand. Aber als Team hätten sie auch das gemeistert.
Einen kühlen Kopf bewahren und notfalls improvisieren, nicht zuletzt das hätten sie aus dieser Zeit mitgenommen. Das wird den angehenden Erzieherinnen auch für die anstehenden Prüfungen und ihr darauffolgendes Anerkennungsjahr weiterhelfen.