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Sulz a. N. Biber hinterlassen ihre Spuren

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Ein Biber hat diesen Laubbaum zu Fall gebracht. Foto: Steinmetz/Treiber

Sulz - Vor etwa drei Jahren sind die ersten Biberspuren am Neckar beim Schaufloß entdeckt worden. Inzwischen darf man sicher sein, dass eine ganze Biberfamilie am Neckarufer haust. Die Spuren weisen darauf hin.

Wie berichtet, sind im Biberrevier oberhalb des Wasserkraftwerks etliche Bäume gefällt worden. Um den Schaden ging es Norbert Utzler, dem stellvertretenden Kreisforstamtsleiter weniger, als vielmehr um die Verkehrssicherungspflicht. Viele Laubbäume im Uferbereich waren angenagt und abgeschält. Sterben sie ab, könnten Kinder und Spaziergänger gefährdet werden.

Bettina Sättele, die Biberbeauftragte im Regierungspräsidium Freiburg, schaut sich die Situation zusammen mit Utzler und Joachim Gommel vom Landratsamt nochmals an. Sie war bereits im Februar in Sulz und hat Utzler beraten, was man tun kann.

Paste wird auch gegen Wildverbiss angewendet

Die Biologin bringt einen weißen Eimer mit Paste mit. Damit sind die noch gesunden Bäume bestrichen worden. Das Mittel sei gewässerunempfindlich, versichert sie. Die Paste enthält Quarzkörner. Beißt der Biber drauf, so knirscht es ganz unangenehm. Die Paste wird auch im Forst gegen Wildverbiss angewendet.

Es geht durch schwieriges Gelände am Ufer. Teilweise liegen die gefällten Bäume noch herum. Immer wieder sieht man Bissspuren. Bettina Sättele zeigt auf eine Tanne, deren Stamm fast ganz abgeschält ist. Nicht weit davon hat ein Biber mit seinen scharfen Zähnen einen noch jungen Laubaum zu Fall gebracht.

Wo befindet sich der Bau? Bettina Sättele kennt die Stelle. Der Biber hat über seiner Behausung zahlreiche Äste aufgeschichtet und sie damit abgedichtet. Der Eingang liegt unter Wasser.

Die Biologin ist sich sicher, dass hier mehrere Biber leben. Die Jungtiere bleiben etwa zwei Jahre bei den Eltern, dann müssen sie sich ein eigenes Revier suchen. Offenbar hat sich ein Biber inzwischen auch schon in Fischingen in der Nähe der Kläranlage angesiedelt. Bei seiner Wanderung hat er Glück gehabt.

Viele Jungtiere fallen nämlich auf der Reviersuche dem Autoverkehr zum Opfer, erzählt die Fachfrau. Aber nicht nur dieser Umstand reguliert den Bestand. Revierinhaber können, wie Bettina Sättele erklärt, ziemlich rabiat reagieren, wenn ein Konkurrent auftaucht. Junge Biber würden dabei von Alttieren oft heftig verbissen. Nicht jedes Jungtier überlebt die Attacke. Wird das Futter knapp, gibt es weniger Nachwuchs. Beim Rehwild sei das ähnlich, ergänzt Utzler, der im Übrigen nichts gegen Biber hat. Die Schäden sind überschaubar und für den Sulzer Stadtwald verkraftbar. Aber man kann auch dagegen etwas tun. Bettina Sättele ist überzeugt, dass durch Lebensraumgestaltung viel zu erreichen ist. So empfiehlt sie Utzler, neben dem Schutzanstrich der noch gesunden Bäume am Neckaraufer Weichhölzer anzupflanzen. Nur: Geld kann sie dafür nicht zur Verfügung stellen. Auch werden für Biberschäden, zum Leidwesen von Waldbesitzern und Landwirten, in deren Maisfeld sich der Biber gütlich getan hat, keine Entschädigungen gezahlt. Die Biberbeauftragte ist aber gerne bereit, mit Rat und Tat zu helfen.

Biber sind in der Dämmerung und nachts aktiv. Deshalb sieht man sie sehr selten. Sie nagen auch nur im Winter, wenn sonst keine Nahrung mehr zur Verfügung steht, Bäume an. In der Vegetationszeit ernähren sie sich von krautigen Pflanzen. Da bemerke man ihr Vorhandensein auch kaum noch.

Die Zahl der Biber wird in Baden-Württemberg mittlerweile auf 3000 geschätzt. Aus Bayern sind sie eingewandert, um sich über die Donau weiter auszubreiten. Zuwanderungen in diese Gegend erfolgen, wie Bettina Sättele annimmt, aus zwei Richtungen: zum einen von Schwenningen her und zum anderen aus dem Regierungsbezirk Tübingen.

Weitere Informationen: Bettina Sättele, Fachbüro Biberfragen in Waldshut-Tiengen, Telefon 0174/3 01 27 16

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Marzell Steinmetz

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