Die Wahrscheinlichkeit, dass Torwart Ramon Castellucci die Kickers in der Winterpause verlässt, ist hoch. Foto: Baumann/Julia Rahn

Gut möglich, dass sich die Stuttgarter Kickers in der Winterpause noch verstärken werden. Es gibt aber auch Spieler, die den Verein verlassen könnten. Ein Überblick über die Wackelkandidaten.

Die Winterpause bietet immer die Möglichkeit, Korrekturen im Kader vorzunehmen. Auf welcher Position klemmt es, wo sollte nachgebessert werden? Welche Spieler haben sich nicht wie gewünscht entwickelt oder sind unzufrieden mit ihren Einsatzzeiten? Auch beim Regionalliga-Spitzenreiter Stuttgarter Kickers wird sich bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar 2024 noch etwas tun – wahrscheinlich in beide Richtungen. Wir geben einen Überblick über die Wackelkandidaten im aktuellen Kader.

 

Halim Eroglu Für den seit Ende Oktober suspendierten Stürmer wird es kein Zurück in den Kader geben. Der 19-Jährige hatte nach Nichtnominierungen aus Frust nicht nur einmal die falsche Reaktion gezeigt – irgendwann war die Geduld von Trainer Mustafa Ünal, der Eroglu seit der Jugend gefördert hatte, zu Ende. Eroglu wird mit Oberligist FC Nöttingen in Verbindung gebracht, wohin im vergangenen Sommer sein Kumpel Oguzhan Kececi gewechselt war. Eroglus Berater Angelo Vaccaro hat neben Nöttingen aber offenbar auch noch andere Optionen für seinen Klienten. Im Gespräch sind die Regionalligisten VfR Aalen und TSG Balingen. „Es zeichnet sich eine Lösung ab“, sagt Kickers-Sportdirektor Marc Stein.

Ramon Castellucci Der 26-Jährige musste seinen Platz zwischen den Pfosten vor der Saison für Neuzugang Felix Dornebusch räumen, auf der Ersatzbank bekam Maximilian Otto den Vorzug. Für den 21-Jährigen und gegen Castellucci spricht auch die U-23-Regelung. Fünf Spieler unter 23 Jahren müssen in jedem Spiel auf dem Spielberichtsbogen stehen. An Castellucci hat Regionalligarivale FC-Astoria Walldorf bereits Interesse gezeigt, auch aus der Oberliga liegen Anfragen vor.

Cedric Guarino Der 25 Jahre alte Linksverteidiger hat das Pech, dass auf seiner Position David Kammerbauer eine überragende Saison spielt. Wobei Guarino daran auch seinen Anteil hat, da sich die Konkurrenzsituation positiv auf Kammerbauers Leistungen auswirkt. Daher gibt es eigentlich keinen Grund, etwas zu ändern. Doch als Back-up auf der linken Seite in der Viererkette taugt auch Stammkraft Marcel Schmidts, der rechts wie links spielen kann. Zudem kehrt Marian Riedinger nach seinem Kreuzbandriss nach der Winterpause zurück.

Es gilt allerdings abzuwarten, wie der 22-Jährige die zweite schwere Verletzung in seiner Karriere wegsteckt. Weitere Alternative für die Zukunft ist Mario Borac. Auf den Linksfuß hält Ünal große Stücke, was auch die Berufung des 17-Jährigen in den Kader für das Spiel gegen Hessen Kasel zeigte.

Guarino ist bei seinem Ex-Verein TSG Balingen im Gespräch, wo Ramon Gehrmann nach Informationen unserer Redaktion als neuer Trainer abgesagt hat. Allerdings wird auf der Zollernalb nicht so professionell und umfangreich trainiert wie in Degerloch, was für einen ambitionierten Spieler wie Guarino auch ein Aspekt ist.

Mathis Bruns Die 19 Jahre alte Leihgabe von Bundesligist FC Union Berlin kam – teils auch verletzungsbedingt – zu keinem Einsatz und stand nur zweimal überhaupt im Kader, obwohl gerade auf seiner Position in der Innenverteidigung immer wieder Spieler ausfielen. „Mathis fühlt sich bei uns wohl, doch mit seiner sportlichen Situation ist er nicht zufrieden“, sagt Sportdirektor Stein, „wir versuchen, die für ihn und uns beste Lösung zu finden.“