Horbs OB Peter Rosenberger (CDU) sagt, warum es jetzt nicht nur um Flächen für Windkraft geht. Was die Vorrangflächen im Teilregionalplan Windenergie für die Unternehmen bedeutet, die expandieren wollen.
Das große Mega-Thema für den nächsten Gemeinderat ist am 19. März die Windkraft. Lehnt die Mehrheit den Großen Hau als Standort ab? Wie wird die Kritik aus den Ortschaftsräten bewertet?
Horbs Stadtoberhaupt Peter Rosenberger ist gespannt. Denn es geht nicht nur um Flächen für Windkraft, sondern auch für zukünftige Gewerbegebiete. Unsere Redaktion fragte ihn:
Jetzt geht es um die Windkraft. Stehen die jetzt diskutierten Vorranggebiete auch in Konkurrenz zu möglichen Gewerbegebieten?
Fakt ist: Wenn die Fläche nördlich des Heiligenfeld eine Vorrangfläche für Windkraft wird, dann kann es nur schwierig Gewerbegebiet werden. Mein Plädoyer hier ist: Die Abstandsregeln zu Gewerbe sollen hier in diesem Bereich nicht gelten. Das Gewerbe profitiert, wenn die Energieerzeugung in der Nähe ist. Vielleicht wollen einige Gewerbetreibende sogar selbst einsteigen und ein eigenes Windrad auf dem Firmengelände errichten.
Aber konkret: Wenn ich den Regionalverband richtig verstanden habe, darf auf Windkraftgebieten kein Gewerbe sein.
W ir müssen uns für eines entscheiden. Grundsätzlich Wind zulassen oder grundsätzlich Gewerbe. Ich plädiere für alles drei. Ich bin gegen Tabus, dass es niemals auf dem Feld sein darf. Niemals im Wald. Wir müssen da flexibler werden. Da müssen alle Kompromisse finden. Alles muss möglich sein, vielleicht auch alles nur ein bisschen.
Heißt das: Wo jetzt Windkraft ist, kann zukünftig kein Gewerbe hin?
Es muss jedem klar sein, wenn wir Flächen, die möglicherweise für Gewerbe geeignet sind und für andere Faktoren zur Verfügung gestellt werden, dann muss Gewerbe an einer dritten Stelle zur Verfügung gestellt werden. Ich erwarte vom Gemeinderat: Wenn man mögliche Gewerbeflächen für Windkraft auflöst, dass die auch Vorschläge machen, wo ein künftiges Gewerbegebiet sein könnte.
Haben wir nicht genügend Gewerbefläche auf Vorrat mit dem IKG Empfingen?
Das muss der Gemeinderat jetzt anpacken und kann sich nicht fünf Jahre wegducken. Die Idee für das IKG (Interkommunales Gewerbegebiet von Horb und Empfingen) ist schon zehn Jahre alt. Ehe da gebaut wird, dauert es noch ein paar Jahre. Eine Gemeinde ist gut aufgestellt, wenn sie auf Top-Anfragen von Unternehmen reagieren kann. Dazu braucht es Vorräte an Gewerbeflächen. Diese Vorräte hat Horb derzeit nicht. Deshalb erwarte ich von den Gemeinderäten, die jetzt plädieren, mögliche Gewerbeflächen für Windkraft aufzulösen, dass sie auch Vorschläge machen, wo ein künftiges Gewerbegebiet sein kann. Ich bin gespannt, ob Kompromissfähigkeit herrscht.